WOLVES OF WAR - Wasteland Warfare
Mehr über Wolves Of War
- Genre:
- Dark Metal / Melodic Death Metal / Modern Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 29.08.2025
- Wasteland Warfare
- Ostankino Redemption
- Laegjarn
- Varcolac
- Einherjer
- Superbia
- Old World Blues
- Fenrir
- Warcry
- Amarok
- Reprise
- Orchestra Medley
Episch? Oder berechnend? Kann beides funktionieren? Die Antwort lautet: Ja!
Kurzzeitig mit allen Vorlieben und Vorurteilen zu brechen, fällt einem konservativen Fatzke wie mir gelegentlich ziemlich schwer. Zugegeben: Ich bin kein großer Freund aufgeblähter, symphonischer, ausufernd opulenter Klänge, schnelle Hits sind eigentlich auch nicht im engeren favoritenkreis, und elektronische Zusätze kann ich nur ertragen, wenn auf der anderen Seite ordentliche Riffs geboten werden und das Ganze passend arrangiert ist.
Nun kommt eine Scheibe wie "Wasteland Warfare" in die Regale, die eigentlich all diese Klänge aufbietet, zu denen sich meine Ohren eher widerspenstig verhalten, bei denen die einprägsamen Melodien eigentlich viel zu leicht verdaulich sind und die aggressiven Einschübe manchmal auch aufgesetzt klingen. Doch dann taucht man ab in die neue Scheibe von WOLVES OF WAR, stellt fest, dass hier durchaus ambitionierte Songschreiber mit anspruchsvollem Material daherkommen, keine schematische Rezeptur vorherrscht und die Band trotz des extrem pompösen Settings so viele packende Momente initiiert, dass man gar nicht anders kann, als freudig einzustimmen. Liebe Vorurteile, was nun?
Zugegeben: Innerlich sperrte sich der Sturkopf gegen die Songs von "Wasteland Warfare", doch die Melodien haben die Sturheit durchbrochen, die Mischung aus Industrial-Grooves im Stile von THE KOVENANT, heroischem Stoff à la RAMMSTEIn und melodischem Death Metal nicht nur akzeptiert, sondern absolut überwunden. Keine einzige Nummer greift daneben, nicht eine Hookline ist auch nur im Ansatz durchschnittlich, bei den mäßigen Songideen ist die Endsumme Nullkommanix, und wenn WOLVES OF WAR schließlich zum majestätischen, epischen Part überleitet - gerade in der zweiten Albumhälfte - ist die Gänsehaut rasch wachsend und stets präsent. Natürlich ist das phasenweise berechnend, denn die Platte trifft definitiv einen Nerv und bedient die momentane Vorlieben der konsensliebenden Metalszene. Doch Berechnung und Qualität gehen zumeist nicht einher, schon gar nicht auf dem Niveau, das WOLVES OF WAR hier offeriert.
Lehnt euch also zurück, macht euch bereit für den melodischen Overkill, lasst euch vom gelegentlich Orkan der Riffs wegblasen und stampft munter zu den dicken Grooves. Vor allem aber: Genießt eine der spannendsten Scheiben der Saison, die sich an keinem Strickmuster orientieren muss, um dennoch die Masse zu erfreuen. Letzteres ist durchaus und durchweg positiv gemeint!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes