MONOLITH (KöLN) - The Wanderer (EP)
Mehr über Monolith (Köln)
- Genre:
- Heavy Metal / Epic Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 22.11.2024
- The Wanderer (Pt. 1)
- Vanity
- Monolith
- Midnight Rain
- Black Bog Beast
Teils noch ungeschliffener Einstand mit sehr viel Potential!
Die Karriere der Kölner MONOLITH verfolge ich schon seit deren Kinderschuhen, wobei ich zufällig über das Instagram-Profil der Band stolperte, während ich nach den gleichnamigen Heavy-Rockern aus Bremen suchte. Irgendwie gefielen mir die kurzen Riff-Schnipsel, welche die damals noch nicht einmal komplett besetzte Band auf ihren Social-Media-Kanälen postete. So ließ ich ein Abonnement da und habe seither am Rande verfolgt, wie aus dem initialen Duo bestehend aus Valentin Klug (Gitarre) und Tobias Hemme (Schlagzeug) nach lange Sängersuche endlich ein Quinett wurde, das nun mit "The Wanderer" auf EP-Spielzeit seinen offiziellen Einstand gibt.
Komplettiert wird das Lineup dabei inzwischen von Josh Wolter (Bass, Screams), Andy Tesch (Gitarre) und Fronter Max McMillan, die auch allesamt auf der Kurzrille durchaus hörbar ihre Spuren hinterlassen haben. Los geht es aber erst einmal mit 'The Wanderer (Pt. 1)' musikalisch reduziert mit einem Intro, das von cleanen Gitarren getragen wird. Harmonisch sehr interessant, setzt die Nummer primär auf Atmosphäre und deutet schon an, dass MONOLITH einen durchaus offenkundigen Hang zur Epik hat. Selbiger wird dann im folgenden 'Vanity' überdeutlich, denn gerade bei den doch etwas kauzigen Gesangslinien von Fronter Max haben Kollegen wie THE ATLANTEAN KODEX recht offenkundig ihre Spuren hinterlassen, auch wenn ich die frühen Tage eines OZZY OSBOURNE hier ebenfalls durchaus heraushöre. Ansonsten lässt sich 'Vanity' wohl am besten als leicht angeproggter Grenzgang zwischen klassischem Heavy Metal und Epic Metal beschreiben, wobei auch THIN LIZZY gerade bei den teils eingeschobenen Gitarrenleads durchaus hörbare Spuren hinterlassen hat. Insgesamt sorgt das für einen herrlich oldschooligen Mix, der von einer sehr natürlichen Produktion passend in Szene gesetzt und in einer überraschend zwingenden Komposition verpackt wird.
Nach dem starken Einstand folgt mit der Bandhymne 'Monolith' ein erster kleiner Stolperstein, denn man hört der Nummer schon noch an, dass das hier die erste Single der Bandgeschichte ist und der Song eigentlich mit Nico Joerendt (MESSIAH'S RISING) aufgenommen wurde. Gerade Fronter Max scheint der Gesang hier nicht so recht auf den Leib geschneidert zu sein und auch kompositorisch wirkt der Track etwas zu verkopft. Die Hintegrundgesänge, die übrigens auf der gesamten EP wohl der größte Kritikpunkt sind und nicht wirklich überzeugend daherkommen, tun dann ihr übriges dazu, um den Gesang leicht windschief klingen zu lassen. 'Midnight Rain' macht da seinen Job schon deutlich besser, wobei mir vor allem die Gitarrenarbeit und der teils herrlich knorrige Bass unheimlich gut gefallen, während die Hookline nicht gänzlich zündet, dennoch viel Potential erahnen lässt. Wie selbiges Potential klingen kann, wenn es vollständig ausgeschöpft wird, zeigt dann aber 'Black Bog Beast', das von vorne bis hinten restlos überzeugt. Die leicht bedrohlich klingenden Gitarren im Intro sorgen für die richtige Stimmung, Bass und Schlagzeug legen einen wuchtigen Groove, die Gitarrenriffs sind mächtig, teils herrlich proggy eingefärbt und extrem einprägsam, auch Fronter Max überzeugt hier auf ganzer Linie. Für mich ohne Zweifel das Highlight dieser Kurzrille, das bei mir direkt auf Dauerrotation gewandert ist.
Abseits der kleineren handwerklichen Kritikpunkte, die bei einem Debüt allerdings immer zu erwarten sind, wird so wohl nur den Bandname zu einem Stolperstein für die Kölner werden, denn mit über 30 Einträgen zum Namen bei Metal Archives und den gleichnamigen Heavy Rockern in Bremen wird es schwer sein, sich unter dem Banner MONOLITH so richtig zu etablieren oder ein Label zu finden. Die Gefahr einer Unterlassungserklärung, die einen dann doch zu Unzeit zu einer Umbennung zwingen könnte, schwebt - das kann ich aus eigener Erfahrung sagen - dann doch immer wie ein Damoklesschwert über einem. Und generell wäre es schade, wenn die Musik des Fünfers aufgrund von namentlichen Verwechslungen nicht gehört werden würde. Denn auch wenn noch nicht jeder Song auf "The Wanderer" sitzt, zeigt die EP eine Band, die nicht nur mit hörbarer Leidenschaft und viel Talent bei der Sache ist, sondern auch Potential hat, sich im klassischen und episch angehauchten Heavy Metal zu etablieren. 'Black Bog Beast' ist auf jeden Fall schon jetzt ein echte Kracher vor dem Herrn!
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs