MIDJUNGARDS - Ravens And Eagles
Mehr über Midjungards
- Genre:
- Thrash Metal
- ∅-Note:
- 4.00
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 29.08.2025
- Intro
- Ansi's Wrath
- Ermesinda
- Teiws's Sword
- Ravens And Eagles
- Roderick's Revenge
- Hraudung
- Cross And Hammer
- From Slaves To Kings
- Great King's Farewell
Lahmer Mid-Tempo-Thrash mit ebenso lahmen Viking-Vibes.
Dass eine Thrash-Combo die Sägen tanzen lässt, kann man allgemeinhin voraussetzen. Schimpft sie sich gar melodisch, gehen die Erwartungen natürlich klar dorthin, dass hier und dort auch ein paar feine Widerhaken eingebaut sind. Und wenn sie dann auch noch mit dem Todesblei-Metier kokettieren will, ist eigentlich klar, dass ein paar deftige Grooves zum Programm gehören, ganz gleich in welchen Tempolagen die Urheber auch unterwegs sein mögen. Letzten Endes können die Jungs von MIDJUNGARDS diese Posten allesamt auf ihrer Listen abhaken, denn sie sind zumindest schon mal registriert. Dass es aber etwas mehr braucht, als lediglich die Bestätigung gewisser Grundvoraussetzungen, sollte den Finnen ebenfalls klar sein, allerdings bleiben wir hier weitestgehend im Konjunktiv, denn die Zahl der Baustellen ist auf "Ravens And Eagles" ungleich größer als der eigentliche Ertrag, den das neue Album abwirft.
Die zehn neuen Kompositionen bieten zwar grundsolides Riffing und hier und dort auch ein paar nette Melodien, doch der Gesamtspaß kommt ganz schnell an seine Grenzen, wenn der Gesang einsetzt und ein röchelndes, brummendes Etwas versucht, mit schmutzigen Stimmbändern die nötige Aggressivität einzubauen - und das funktioniert leider überhaupt nicht. MIDJUNGARDS orientiert sich streckenweise an den roheren Vorgaben der Viking-Metal-Szene und baut auch einige der meist langgezogenen Mid-Tempo-Nummern darauf auf, doch mangels einer halbwegs tauglichen vokalen Darbietung kommt gar keine echte Atmosphäre auf, geschweige denn dass sich die vermeintlichen Hooklines setzen können. Die dreckigen Growls sind saft- und kraftlos, tiefe Tonlagen werden gar nicht getroffen, und da auch an der Songwriting-Front kaum etwas Aufregendes geschieht und die einzelnen Riffs teilweise minutenlang gestreckt werden, ohne echte Spannung aufzubauen, gibt es hier auch keine Kompensation.
Da kann man thematisch noch so tolle Einblicke in die Historie des nordischen Parts des Kontinents geben und sich lyrisch auch ein bisschen von der dortigen Mythologie beeinflussen lassen: Wenn die Musik schwach ist - und das ist sie in diesem Fall - sind dies lediglich Randerscheinungen, die nichts zur Verbesserung der Situation beitragen. "Ravens And Eagles" bringt die Band qualitativ mitnichten in die Nähe eines Plattenvertrags; und sollte man die vielen Baustellen nicht mit passendem Gerät anpacken, wird dies auch in Zukunft eine beschwerliche Mission bleiben.
- Note:
- 4.00
- Redakteur:
- Björn Backes