LONE WANDERER - Exequiae
Mehr über Lone Wanderer
- Genre:
- Doom Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- High Roller Records
- Release:
- 30.01.2026
- To Rest Eternally
- Existence Nullified
- Life's Lost Vanity
- Anhedonia
- Epistemology Of The Passed
Epischer Doom der Spitzenklasse!
Ob Spreu und Weizen noch getrennt werden müssen, diese Frage stellt sich auf dem neuen Werk der Freiburger (Funeral-)Doom-Combo bereits nach dem Opener nicht mehr. Mit vollem Selbstbewusstsein, stoischer Ruhe, ja womöglich auch mit einer gewissen Gelassenheit hauen die Jungs von LONE WANDERER hier ein Epos von einem Song heraus, dessen reine Spieldauer manch anderer Band schon ausreicht, um ein ganzes Album oder zumindest eine EP zu füllen. In satten 24 Minuten wird hier die zähfließende Finsternis zelebriert, mit jedem (manchmal gar tonnenschweren) Riff ausgekostet und mit einer Leidenschaft dargeboten, die auf der Schwelle zum verschleppten Death Metal nur noch wenige Acts so grandios hinbekommen wie die Truppe aus dem Breisgau. Die Herrschaften sind sich garantiert darüber im Klaren, dass ein solcher Einstieg auch mal ordentlich in die Buchse gehen kann, vertiefen derlei Gedanken aber nicht, sondern huldigen der epischsten aller Spielarten mit einem formidablen Longtrack, der trotz seiner seltenen Tempowechsel und der überschaubaren Dynamik definitiv keine Langeweile aufkommen lässt - Mission erfüllt, zumindest für den ersten Teil!
Doch LONE WANDERER ruht sich auf diesen ersten Lorbeeren nicht aus, sondern steuert konsequent weitere monumentale Highlights nach, die einerseits mit packenden Melodien ausgestattet werden ('Life's Lost Vanity'), andererseits aber auch gerne mal etwas deftiger zur Sache kommen ('Anhedonia') und den vielseitigen Charakter der neuen Songs in diesen vermeintlich engen Grenzen des ganz düsteren Doom Metals noch einmal gehörig befeuern. Hier werden keine spektakulären Events veranstaltet oder gar revolutionäre Wendungen vorgenommen, sondern die Essenz dieses Sounds mit voller Wucht und gehöriger Überzeugungskraft in die Höhe gehoben, und das tatsächlich in jedem Track noch schöner als im vorangegangenen - wobei 'To Rest Eternally' alleine schon wegen seiner reinen Spielzeit ein gesonderter Status zukommt.
Doch individuelle Highlights herauszupicken scheint am Ende ohnehin nicht möglich, da das Gesamtwerk einfach von einer so dichten Atmosphäre eingerahmt wird, dass es auch nur als solches betrachtet werden kann - und hier hat LONE WANDERER in der Tat Gewaltiges geleistet. Bereits die beiden vorherigen Platten waren eine klare Steigerung zur ordentlichen, aber noch ausbaufähigen Debüt-EP. Mit "Exequiae" hat die Band nun ein neues Level erreicht und ist in der internationalen Spitze angelangt. Bleibt nur noch abzuwarten, ob man diese langen Epen auch auf die Bühne bringen wird. Von diesen fünf Neulingen würde man sich jedenfalls sehr, sehr gerne die Messe lesen lassen!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


