FLOWERLEAF - Dreamerie
Mehr über FlowerLeaf
- Genre:
- Melodic / Symphonic Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Eigenvertrieb
- Release:
- 20.02.2026
- Sandman
- The Wake
- No Brakes
- Dreamerie
- Shoot For The Stars
- Melancolia Em Em
- Silksong
- Dreamcatchers
- Falling To The Sky
Mit Album Nr. 2 macht FLOWERLEAF einen großen Schritt nach vorn!
Es gibt Dinge, die gehören einfach zusammen. Allen voran wären das roher Lachs und Avocado, aber gleich auf Rang zwei folgt Metal mit weiblicher Opernstimme. Dank geht raus an einen Koch aus Vancouver (für den Lachs) und Bands wie NIGHTWISH oder WITHIN TEMPTATION, die Ende der 90er mit ihrem Stil ein Subgenre ins Leben riefen, das mir bis heute große Freude bereitet. Vor diesem Hintergrund hat FLOWERLEAF bei mir Vorschusslorbeeren (nicht wegen des Lachses), und was soll ich sagen: Diese Lorbeeren werden mit dem zweiten Album "Dreamerie" sehr souverän abgeerntet.
Aber zunächst einen Schritt zurück. FLOWERLEAF wurde 2017 von Vivs Takahashi und Marcelo Kaczorowsky in Brasilien gegründet. 2018 kam das Debütalbum "Stronger" raus. Das war kein schlechter Start, es fehlte aber in einem Umfeld mit vielen Alternativen vielleicht das gewisse Etwas, um herauszustechen. Anders sah es für mich dann schon mit der EP "Dreamerie – The Prelude" von 2024 aus, die für mich vor allem mit dem bockstarken 'Fireflies' eine ziemliche Steigerung darstellte.
Mittlerweile lebt die Band in Deutschland, hat sich Verstärkung an Drums (Florian Mathes) und Gitarre (Luca Schulte-Kellinghaus) geholt und mit "Dreamerie" nun nachgelegt – und für mich dabei nochmal einen ganz großen Schritt nach vorne gemacht. Es geht harmonischer zu, stellenweise aber auch schneller. Die Opener 'Sandman' und 'The Wake' beispielsweise legen gleich mal ein rasantes Tempo vor. Zudem waren mir die Vocals beim Debütalbum phasenweise zu blass. Das kann man bei "Dreamerie" nicht kritisieren, es ist deutlich besser produziert.
Mir gefallen alle neun Songs durchweg gut und ich schwelge mehr als einmal in NIGHTWISH-Nostalgie um die Jahrtausendwende – etwa beim großartigen Titeltrack 'Dreamerie' und dem ebenso starken 'Silksong'. Den Refrain von 'Dreamcatchers' will man eigentlich ab dem ersten Hören mitsingen. Vivs kann singen, die Bandmitglieder können spielen und es macht Spaß, ihnen dabei zuzuhören. Dabei gelingt es FLOWERLEAF zumeist auch, dem übertriebenen Pomp zu widerstehen, der sich bei dieser Art Musik doch gerne mal einschleicht. Außerdem nutzt die Band – eher genreuntypisch – hin und wieder Growls, was ein gewisses Alleinstellungsmerkmal mit sich bringt.
Stilistisch gibt es einen Ausreißer: Die Eurovision-Song-Contest-würdige Ballade 'Melancolia Em Em'. Der Track ist wirklich gut gemacht und vielleicht ist es auch nur die Tatsache, dass darin Portugiesisch gesungen wird und ich vermutlich abseits vom ESC selten Songs höre, die nicht Englisch oder Deutsch sind – ich bin hier ohne Umschweife auf der ganz großen Bühne, mit Lichtermeer im Publikum, Windmaschine im Haar und opulentem Bühnenbild. Das meine ich als großer ESC-Fan wertneutral, aber im Symphonic-Metal-Rausch des Albums sticht die Nummer heraus.
Unterm Strich ist "Dreamerie" für FLOWERLEAF ein tolles zweites Album, eine sehr schöne Weiterentwicklung einer Band, die ich definitiv weiterverfolgen werde und für Symphonic-Metal-Fans eine empfehlenswerte Ergänzung des Angebots.
Silksong
https://www.youtube.com/watch?v=YsWwwbPhVQE
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Nils Pfennig


