EMPIRE OF DISEASE - While Everything Collapses
Mehr über Empire Of Disease
- Genre:
- Melodic Death Metal / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Xtreem Music
- Release:
- 19.03.2026
- The Beast Inside Me
- Depravity
- No Risk, No Glory
- The Art Of Manipulation
- Torture Chamber
- Hamunaptra
- While Everything Collapses
- More Than A Hundred
Ein Schritt im Vergleich zum Vorgänger, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Gute drei Jahre sind vergangen, seit EMPIRE OF DISEASE erstmalig auf meinem musikalischen Radar mit dem Album "Shadows In The Abyss" aufgetaucht ist. Damals war ich zwar von der handwerklichen Umsetzung des Songmaterials sehr angetan, doch in Sachen Songwriting gab es noch zu wenig echte Hits und Klassiker, um das Album aus dem Mittelmaß des Melodic-Death-Sektors zu hieven. Nun steht mit "While Everything Collapses" der nächste Langdreher in den Startlöchern, mit dem die Truppe aus Bilbao den nächsten Anlauf unternimmt, sich als fixe Größe im eigenen Genre zu etablieren. Wie groß der Entwicklungsschritt tatsächlich ausgefallen ist, wollen wir nun herausfinden.
Der Opener 'The Beast Inside Me' unterstreicht auf jeden Fall schon einmal, dass sich die Iberer im Kern treu geblieben sind. Das heißt konkret, dass uns melodischer Death Metal erwartet, der mit einer guten Prise Thrash Metal gewürzt wird, wobei gerade die Shouts von Fronter Pintxo Wayewta eher an die Bay Area als an Göteborg erinnern. Neu ist allerdings die massive Betonung auf einen wuchtigen Groove im Breakdown, der mit seinen Gitarren-Harmonics und den stampfenden Drums sogar MACHINE HEAD als Referenz auf den Plan ruft. Mit diesen Zutaten erschafft der Fünfer einen wuchtig-brutalen Opener, der sich als Härtetest für die Nackenmuskeln erweist und durchaus unterhaltsam aus den Boxen schallt. Die wirklich packenden Leads, die ich beim letzten Langdreher vermisst habe, fehlen zwar auch hier weiterhin, trotzdem ist der Einstand insgesamt gelungen.
In die Melodie-Stolperfalle tappen die Spanier danach allerdings doch wieder, denn auch wenn erneut handwerklich auf allerhöchstem Niveau agiert wird und die Produktion allen modernen Standard entspricht, fällt das dargebotene Songmaterial doch oftmals etwas dumpf und austauschbar aus. 'Depravity' oder 'No Risk, No Glory' etwa haben tolle Ideen im Gepäck und punkten gerade bei der Rhythmusgitarrenarbeit, in der Gesamtheit bleibt aber doch einfach wenig hängen. Da macht 'The Art Of Manipulation' beispielsweise einen deutlich besseren Job, denn sobald die Gitarren hier in Black-Metal-Manier mit sägenden Leads am Start sind, findet man plötzlich einen roten Faden, an dem man sich durch eine packende und trotzdem aggressive Komposition hangeln kann, die dann durchaus auch das Bedürfniss nach der Betätigung der Repeat-Taste weckt. Leider bleibt dieser melodische Volltreffer aber ein Ausreißer, denn ansonsten haben doch wieder Riffs und Groove das Zepter fest in der Hand. Trotzdem gibt es noch ein paar zwingende Kompositionen, denn gerade den Titeltrack und auch das abschließende 'More Than A Hundred' würde ich definitiv noch zu den Höhepunkten des Silberling zählen.
Am Ende sind diese allerdings noch immer nicht zahlreich genug, um mich restlos zu begeistern. Trotzdem empfinde ich "While Everything Collapses" insgesamt als Schritt in die richtige Richtung im Vergleich zum Vorgänger, auch wenn die Band noch immer Stärken hat, die sie nicht über die gesamte Spielzeit hinweg ausspielen kann. 6,5 Zähler mit deutlicher Tendenz nach oben erscheinen mir daher schlussendlich angemessen, denn auch mit dem neuesten Album wird sich EMPIRE OF DISEASE nicht in der ersten Melodic-Thrash-Death-Liga etablieren können.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


