DEFACING GOD - Darkness Is My Crown
Mehr über Defacing God
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Apostasy Records
- Release:
- 27.03.2026
- Nocturnal Vestige
- Malediction Manor
- It Comes At Night
- I See Shadows
- Nefarious Enclave
- Hymns Of The Memoir
- There Is No Light
- Your Presence Lingers Here
- Transition
- The Last Revelation
Phasenweise extrem stark - phasenweise auch nicht.
Hätte, wäre, wenn: Würde man eine Platte wie "Darkness Is My Crown" mittels Zeitmaschine rund drei Jahrzehnte zurückbeamen, könnte man vermuten, dass DEFACING GOD mit ihrem aktuellen Werk sicherlich einigen Einfluss auf die Entwicklung der seinerzeit moderner werdenden Black-Metal-Szene gehabt hätten. Die Band vermischt die opulenteren Ansätze des damaligen Symphonic Black Metals mit den radikalen, ebenfalls melodischen Fragmenten solcher Acts wie DER WEG EINER FREIHEIT und ANCST und wäre im hypothetischen Falle der Zeit ein ganzes Stück voraus gewesen.
Erstaunlich ist dabei jedoch, dass sich diese Variante innerhalb der finsteren Szene mittlerweile so sehr verselbständigt hat, dass man wieder dabei ist, Spreu und Weizen zu trennen. Und so energisch, ambitioniert und motiviert "Darkness Is My Crown" auch aus den Boxen schießen mag, so wenig wirklich Spektakuläres sammeln seine Urheber zusammen, um auch heute noch nachhaltig begeistern zu können.
Ob man das nun unter Schnelllebigkeit verbuchen möchte oder doch lieber etwas kritisch draufschaut und feststellt, dass DEFACING GOD abseits der durch und durch aggressiven Darbietung nun keine kreativen Quantensprünge vollbringt, ist jedem selbst überlassen. Zweifellos hat die neue Scheibe viele packende Momente, gerade wenn man das Tempo mal reduziert und sich von erhabenen epischen Parts tragen lässt ('It Comes At Night', 'There Is No Light'), gehen die Songs schon unter die Haut und merken sich auch schon mal den Griff zur Repeat-Taste. An anderer Stelle jedoch ist das ganze dann doch eine Spur zu einfältig und schematisch, weil DEFACING GOD definitiv Formeln entwickelt hat, die ab und an auch bewusst abgerufen werden, da sie nun mal Sicherheit geben - aber eben auch mit dem Risiko, dass die Spannungskurven hier nicht so steil sind.
Herausgekommen ist in Summe daher kein durch weg herausragender Release, sondern eine Scheibe mit einzelnen Aha-Augenblicken, die sich mit den eher soliden Beiträgen die Waage halten. Dass ausgerechnet die üppiger aufbereiteten Nummern, in denen die Truppe ihre Gothic-Vergangenheit etwas mehr betont, die Highlights sind, ist aber dennoch überraschend, wird an dieser Stelle aber gerne mitgenommen. 'Your Presence Lingers Here' ist hier ein signifikantes Beispiel und wohl der stärkste Track eines ordentlichen, aber partiell noch ausbaufähigen Werkes.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Björn Backes


