DEEPER GRAVES - Pull Me Toward The Dark
Mehr über Deeper Graves
- Genre:
- Post Punk / Gothic Rock
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Disorder Recordings
- Release:
- 27.02.2026
- Misunderstood
- No Time For Love
- Over My Shoulder
- All These Years
- Where Do We Go From Here
- The Truth
- Pull Me Toward The Dark
Neues aus Düsterheim.
Der durchaus umtriebige Jeff Wilson legt mit "Pull Me Toward The Dark" das dritte Album seines Solo-Projekts DEEPER GRAVES vor. Allein das ist ein alles andere als selbstverständlicher Umstand, gibt der gute Jeff doch zu Protokoll, dass er nach zwei Longplayern dieses Projekt eigentlich für abgeschlossen hielt.
Und warum umtriebig? Nun, listet Metals Archives bei dem Manne doch acht aktive Bands (wenngleich nicht bei allen der derzeitige Status bekannt ist) und sieben frühere Bands auf - und da ist DEEPER GRAVES noch nicht mal dabei. Denn im Gegensatz zu den überwiegend im Black Metal angesiedelten anderen Bands, kann man bei DEEPER GRAVES keinen Metal-Anteil finden - das ist atmosphärischer Post-Punk mit Gothic- und Ambient-Schlagseite. Allgegenwärtig sind ausladende, düstere Synthie-Teppiche und verzerrte Gothic-Vocals, die typisch und doch charismatisch klingen.
Dennoch ist der rockige Einfluss diesmal deutlicher und direkter spürbar als bei dem bisherigen DEEPER GRAVES-Material, welches einen sehr viel stärkeren Ambient-/Shoegaze-Touch aufwies. Die Songs wirken recht kompakt, organisch und fokussiert; das ist keine Platte, die sonderlich viel zum Träumen einlädt, sondern eher rhythmisches Zucken oder Mittanzen hervorrufen dürfte. 'No Time For Love' und 'Where Do We Go From Here' sind durchaus kompatibel mit Düsterrock-Partymucke. Und 'The Truth' hat es mir in dieser Hinsicht irgendwie ganz besonders angetan - diese Nummer hat einen wunderbaren Aufbau und geht schön vorwärts mit einem starken, elektronisch angehauchten Beat und düsterem, kühlem Flair. Aber letztlich ist auch das entspanntere 'Over My Shoulder' mit dieser "gnadenlosen" Eingängigkeit ein stimmungsvoller Hinhörer - und fast schon ein Post-Rock-Stück.
Und doch gibt es auf "Pull Me Toward The Dark" eben auch Songs wie 'All These Years' und den abschließenden Titeltrack, die zwar hochatmosphärisch und melodisch sind, denen jedoch die Prägnanz fehlt, um sich zu wirklichen Dauerbrennern zu entwickeln. Die Gesamtstimmung des Albums ist wirkungsvoll und die düstere Atmosphäre gelungen in Szene gesetzt, aber ohne echte Ausreißer nach oben, oder gar Hits, zu präsentieren.
Mir gefällt "Pull Me Toward The Dark" insgesamt besser als die beiden bisherigen DEEPER GRAVES-Longplayer "Open Roads" (2020) und "The Colossal Sleep" (2022), aber davon ein Genrehighlight zu sein, ist es dann doch ein gutes Stück entfernt.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Stephan Voigtländer


