CONVERGE - Love Is Not Enough
Mehr über Converge
- Genre:
- Hardcore / Noise
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Epitaph / Indigo
- Release:
- 13.02.2026
- Love Is Not Enough
- Bad Faith
- Distract And Divide
- To Feel Something
- Beyond Repair
- Amon Amok
- Force Meets Presence
- Gilded Cage
- Make Me Forget You
- We Were Never The Same
Ein brachiales, unwiderstehlich intensives Comeback!
CONVERGE in Reinform hat es schon eine ganze Weile nicht mehr gegeben. Seit 2017 sind Jacob Bannon und seine Mitstreiter nicht mehr in klassischer Besetzung im Studio gewesen und haben sich im Verlauf der letzten Dekade mehr oder weniger ausschließlich bandinternen Nebenprojekten und Kollaborationen hingegeben, die trotz einiger spannender Experimente nie so recht die Intensität erzielen konnte, mit der das Noisecore-Gespann aus Boston seit nunmehr 35 Jahren die Bühnen zum Beben bringt.
Dass die Band endlich wieder mit puristischem, dreckigem und extrem schmerzvollen Material zurückkehrt, ist jedoch nur die eine Wahrheit zum quasi-Comeback, das die Herren mit "Love Is Not Enough" abliefern. Grundsätzlich viel wichtiger ist nämlich eigentlich die Tatsache, dass Bannon und Co. weite Teile ihres bisherigen Schaffens in den zehn neuen Kompositionen locker in den Schatten stellen und mit einer Wut um die Ecke kommen, die auch im eigenen Katalog ihresgleichen sucht. Die pure Frustration? Vielleicht. Aber genau diese bringt ja oftmals Ergebnisse zutage, die unter positiveren Begleiterscheinungen in dieser Form sicher gar nicht umsetzbar erscheinen.
Und so ergibt es sich, dass CONVERGE zu einigen philosophischen Gedankenzügen alle Dämme brechen lässt, brachial und brutal ins Dauerfeuer übergeht, wenn sie Hardcore, Noise und Elemente aus dem Sludge-Sektor aufeinandertreffen lässt. Umgekehrt aber auch einige stimmungsvolle, wenn auch finstere Kontraparts einbaut, in denen die ultimative Beklemmung, die "Love Is Not Enough" anhaftet, erst ein richtiges Forum bekommt. Das schleppende 'Gilded Cage' mit seinen sehr ursprünglichen, fast schon punkigen Hardcore-Grooves, ist hier nur ein nennenswertes Beispiel, das introvertierte, fast schon eigenartige 'Beyond Repair' ein weiteres, das ein wenig aus der Reihe tanzt und die Kontraste weiter dehnt.
Doch es braucht eben genau solche Nummern, um die schiere Brachialität solcher Nummern wie 'Amon Amok', 'Force Meets Presence' und 'Bad Faith' erst zur Wirkung zu bringen und den unwiderstehlichen, ungeschönten Abriss in 'Distract And Divide' und 'To Feel Something' in der gebotenen Darstellung überhaupt erst erleben und fühlen zu können. Genau hier ist CONVERGE einfach Meister aller Klassen und eine dieser wenigen Core-Combos, die an entscheidender Stelle den Unterschied machen kann.
"Love Is Not Enough" ist die späte Krönung einer beispielhaften, zuletzt aber eher in Teilzeit betriebenen Bandkarriere, die hoffentlich wieder genügend Auftrieb bekommt, um CONVERGE wieder regelmäßig in den Fokus zu rücken. Alben wie dieses darf die Band gerne im Jahrestakt herausgeben!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


