CANDLEMASS - Epicus Doomicus Metallicus (Anniversary Edition)
Mehr über Candlemass
- Genre:
- Epic Doom Metal
- ∅-Note:
- 10.00
- Label:
- Peaceville
- Release:
- 17.06.2022
- Solitude
- Demon`s Gate
- Crystal Ball
- Black Stone Wielder
- Under The Oak
- A Sorcerer`s Pledge
- Warchild
- Crystal Ball
- A Sorcerer`s Pledge
- Into The Unfathomed Tower
- Black Stone Wielder
- Demon`s Gate
- Demon`s Gate - V1
- Under The Oak - V1
- Under The Oak - V2
- Black Stone Wielder
- Demon`s Gate - V2
- Under The Oak - V3
Soon a tyrant will conquer...
Es ist nun vierzig Jahre her, dass "Epicus Doomicus Metallicus" von CANDLEMASS erschien. Statt dem Zeitgeist zu entsprechen, mehr Speed und Gesäge zu bieten, loteten die Schweden um Bassist und Teamchef Leif Edling Untiefen in düsteren Gefilden aus, setzten auf langsames Riffing und zeitlupenartige Leads zu anklagendem Gesang. Johan Längqvist war in der Hinsicht die ideale Besetzung für dieses Debüt, das Doom auf neue Fundamente stellen sollte.
Im Gegensatz zur Meute gefielen mir die Vocals weit besser als die von Messiah Marcolin, der immer dieses hängende, leicht leiernde Timbre hatte, das alle so mochten. 'Solitude' führt in eine der düstersten Veröffentlichungen, die es bis dahin gab. "Hate is my only friend, pain is my father" ist das Motto, das konsequent durchgehalten wird. Werden hier schwere altenglische Holzmöbel verschoben, Särge geöffnet, oder spielt sich das Leben in unterirdischen Gängen seltsam archaischer Städte einfach langsamer ab?
"Earth to earth, asheeeeeees to ashes and dust to dust" tönt es großartig gesungen und wir fühlen uns selbst eingebuddelt. 'Demon's Gate' eröffnet mit schwebenden Keys, einer bösen Stimme aus dem Off und einem erhabenem Gruftriff, das seinesgleichen sucht. BLACK SABBATH war seinerzeit Pop dagegen, mit Tony Martin auf anderen Wegen unterwegs.
Wir befinden uns "Across the styx..." und werden mitgeschoben: Die Songs sind zwar Lava, aber dennoch von ungeahnter Dynamik. Der Chorus ist nicht von dieser Welt. Wie kreativ diese Band damals war, ich bin immer wieder aufs Neue überrascht. Nach einem schweren Break und großartigem Solo kehren wir zur holzgemaserten Schrankwand zurück, der dunkle Dämon harrt seiner Befreiung.
Wie steht es um unser Fatum? 'Crystal Ball' wird uns sogleich Mores lehren. "Blackheart your soul is miii-iiine, mine, mine..." - was ein geiler Anfang! Irgendwo in den uralten Gängen hinter dem Eingang zum Hades hören wir ein Wesen, das etwas hinter sich herzieht und es ist in unsere Richtung unterwegs. Ausgerechnet jetzt ist die Kristallkugel beschlagen...
Böser und düsterer ging es damals kaum: 'Black Stone Wielder' sägt uns entgegen, die Passage am Ende "Black stone wielder ist booooooorn, yeah, yeah, yeah, mmh, he is boooo-ooooorn" ist gesanglich und in ihrer Epik und Dramatik nicht zu toppen. Längqvist zelebriert regelrecht und voller Genuss die Geburt des Gehörnten. Aber auch unter der Eiche kann Gemeines lauern: 'Under The Oak' führt die Teufelsbeschwörung fort, die alte Uhr ist längst stehengeblieben, aus früherer Liebe wird "now it's time to sacrifice". Der Verlust der Altvorderen verursacht Pein.
Instrumental mit heller Stimme beginnt das grandiose Finale, vielleicht der beste Song der Band. "Where is the morning, where is the sun?" fragt Längqvist in 'A Sorcerere's Pledge'. Was dann kommt, ist ein Donnerschlag, ein Heavyriffing und für CANDLEMASS regelrecht Geschwindigkeit. "Back in our time goes the legend of a sorcerer so old, he drank the blood of the virgin to be rebooooorn" ist eine Zeile, die ich noch im Jahre 2086 runterbeten könnte, selbst mit Augenklappe, Holzbein und Hörgerät.
Das Album war ein Meilenstein. Auch die letzten beiden, viel softeren Alben, an denen Längqvist wieder beteiligt ist, sind richtig gut. Das Ding hier war und ist Weltklasse, glatte, fette Zehn!
- Note:
- 10.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


