WILDHUNT - Aletheia
Mehr über Wildhunt
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Jawbreaker Records
- Release:
- 02.01.2026
- Touching The Ground
- The Holy Pale
- Made Man
- Kanashibari
- In Frozen Dreams
- Aletheia
- Sole Voyage
Stilistisches Neuland und verkopftes Songwriting.
Nachdem sich die Jungs von WILDHUNT zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts eine kleine Fangemeinde erspielt hatten, musste genau diese sich immer wieder in Geduld üben. Die Truppe aus Kärnten ließ mit neuem Material auf sich warten, entschied sich zwischenzeitlich aber auch, stilistische Kurskorrekturen vorzunehmen und dem Mix aus Speed und Thrash Metal völlig neue Nuancen hinzuzufügen, beziehungsweise einstige Elemente komplett auszutauschen. Das Resultat hört zehn Jahre nach dem letzten Release auf den Namen "Aletheia", präsentiert sich als melodische Epic-Metal-Scheibe und verändert den Charakter des Bandsounds nahezu vollständig - ob das nun die beste Idee gewesen ist?
Die sieben neuen Stücke schlagen derweil auch progressive Töne an, geben sich gerade nach hinten heraus relativ progressiv und wollen nicht mit schnell formulierten Hooklines ans Ziel kommen. Das ist insofern schon ansprechend, als sich WILDHUNT einen gewissen Anspruch bewahrt hat und die Zuwendung zu eher einprägsamen Songs nicht damit gleichzusetzen ist, dass hier eine gewisse Konsensfähigkeit erzielt werden möchte. Doch eben diese verschachtelten Passagen in Stücken wie 'Aletheia' und 'Sole Voyage' entpuppen sich als zeitweilige Stolpersteine, weil die Harmonien nicht so recht zum Zuge kommen, die nicht näher herausgefilterten Refrains auch nicht wirklich Geltung erhalten und der manchmal eher verkopfte Teil des Materials dem epischen Ansatz gerne mal einen Strich durch die Rechnung macht.
So vorzüglich sich die Österreicher in ihrer Performance auch zeigen mögen, so vertrackt ist manchmal das eigentliche Material beziehungsweise der klarere Zugang zu den etwas längeren Tracks von "Aletheia". Der Umstand, dass man sich hier einzelne Parts erarbeiten muss, ist dabei gar nicht weiter schlimm, doch manchmal schlägt die Truppe einen Haken zu viel und kommt dann nicht mehr klar auf den Punkt. Die Häufung dieses Phänomens führt schließlich dazu, dass sich die Begeisterung in vielen Momenten deutlich in Grenzen hält.
WILDHUNT macht es den eigenen Fans ergo nicht wirklich leicht. Die inhaltlichen Wendungen sind schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, die ewig lange Wartezeit auf das frische Material dürfte auch nicht mit dem größten Applaus angenommen worden sein, und das letztendliche Resultat dieser langen Geduldsprobe kann auch nur bedingt überzeugen. Das Potenzial dieser Herren will man gar nicht in Frage stellen, aber zwischen den bestehenden Optionen und der finalen Realität ist eine relativ große Distanz entstanden, die im Nachhinein nicht sonderlich glücklich erscheint.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes


