WEEDPECKER - V
Mehr über Weedpecker
- Genre:
- Psychedelic Rock
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Heavy Psych Sounds
- Release:
- 27.02.2026
- Intro
- Fading Whispers
- Ash
- In The Dark We Shine
- Mirrors
- The Last Summer Of Youth
Hörenswerte Psychedelic-Scheibe zwischen Verschrobenheit und Zugänglichkeit.
Die polnische Psychedelic-Band WEEDPECKER existiert seit 2012 und steht aktuell mit ihrem fünften Album in den Startlöchern, das den ebenso schlichten wie zutreffenden Titel "V" erhalten hat. Gegründet wurde die Gruppe von den Brüdern Piotr und Bartek Dobry. Während Piotr nach wie vor mit WEEDPECKER aktiv ist, debütierte Bartek im letzten Jahr mit dem selbstbetitelten Album seiner neuen Formation ATOM JUICE, die bei einigen Unterschieden in den Details eine ähnliche Grundausrichtung vertritt.
In der aktuellen Besetzung ist WEEDPECKER ein Quintett, in dem drei Mitglieder Synthesizer spielen. Das mag den Rockhörer Synthie-Pop oder schlimmeres befürchten lassen, und das Intro namens 'Intro' scheint dergleichen zu bestätigen. Doch nach diesem irreführenden Einstieg zeigt sich bald, dass "V" von einem regellosen Wechsel aus luftig-leichten, mitunter sphärischen und beinahe poppigen Passagen und robusten Heavy-Rock-Abschnitten geprägt ist, wobei sogar die härteren Phasen noch sehr entspannt sind. Während 'In Dark We Shine' die softe und 'Mirrors' die harte Richtung repräsentieren, kombinieren Longtracks wie 'Fading Whispers' in gekonnten Übergängen beide Seiten.
Was den Sound betrifft, schwebt ein verzerrter Space-Rock ebenso an unseren Ohren vorbei wie die schwärmerische Naivität der späten Sechziger, die damals wohl als psychedelisch bezeichnet wurde, in der heutigen Zeit eher etwas harmlos und unbekümmert wirkt, sowie erstaunlich organische Momente. Die gelegentlich zu hörende akustische Gitarre dürfte in dieser musikalischen Richtung mehr überraschen als die Sitarklänge in 'The Last Summer Of Youth'. Ein weiteres bedeutendes Merkmal der Musik ist Piotr Dobrys dünner, etwas abwesend wirkender und selbstredend verzerrter Gesang. Ebenso bemerkenswert ist die souveräne Darbietung des Schlagzeugs, die sich vor allem in den heftigen Teilen zeigt.
Nach Aussage von Herrn Dobry als kreativem Kopf der Gruppe ist die Musik durch die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit der Dinge beeinflusst, was bei der gelassenen Atmosphäre und dem emotionslosen Gesang überraschen mag, auf mich wirkt sie eher heiter. Soweit man in diesem stilistischen Kontext überhaupt von "typisch" reden kann, ist WEEDPECKERs Fünfte ein genretypisches Album, als dass die Band die assoziative Musik in einem freien Fluss weiterspinnt und sich nicht um gängige Liedstrukturen schert. Man lasse sich also durch die fast schon subversiv gefällige Coda des Schlußtitels nicht täuschen, die den Zuhörer wieder in die Wirklichkeit entlässt.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Stefan Kayser


