SYLOSIS - The New Flesh
Mehr über Sylosis
- Genre:
- Modern Metal / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Nuclear Blast Records
- Release:
- 20.02.2026
- Beneath The Surface
- Erased
- All Glory, No Valour
- Lacerations
- Mirror Mirror
- Spared From The Guillotine
- Adorn My Throne
- The New Flesh
- Everywhere At Once
- Circle Of Swords
- Seeds In The River
Konsequente Weiterentwicklung mit zahlreichen Volltreffern.
Wenn es eine Band gibt, die seit Jahren bereits traditionelle Thrash-Metal-Werte mit einem modernen Sound vereint, dann ist es SYLOSIS um Bandkopf Josh Middleton. Während sich die Briten dabei zuerst vor allem mit großartigen und teils vertrackten Riff-Attacken einen Namen machten, stehen insbesondere seit dem letzten Langspieler "A Sign Of Things To Come" die Zugänglichkeit und der Groove deutlich mehr im Fokus, wobei die Band laut eigener Aussage bei dieser Evolution des eigenen Sounds primär die Reaktionen der Fans bei den Live-Konzerten im Auge hatte. Ein durchaus lohnender Perspektivwechsel, wie ich nach dem Genuss einer grandiosen SYLOSIS-Show im Dezember 2024 aus eigener Hand bestätigen kann. Es läge also auf der Hand, dass auch der neue Silberling "The New Flesh" den eingeschlagenen Pfad fortsetzt, oder?
Nun, 'Beneath The Surface' scheint als Opener mit dieser Annahme nicht einverstanden zu sein, denn hier galoppieren die Gitarren doch mit ungeahnter Riff-Gewalt ordentlich nach vorne. Mehr noch, es schimmert sogar ein leichter Black-Death-Unterton immer wieder durch und macht den Track zu einem ziemlich fiesen Angriff auf die Nackenmuskeln, dem schlussendlich mit einem feinen Solo die Krone aufgesetzt wird. 'Erased' bringt uns dann aber doch flott wieder auf die Spuren von "A Sign Of Things To Come" zurück und geht mit seiner Eingängigkeit vielleicht sogar noch einen Schritt weiter. So hat man das brutal groovende Riff bereits nach wenigen Durchläufen verinnerlicht und auch der hymnische Refrain, bei dem Josh sogar ungeahnte Fähigkeiten beim Klargesang offenbart, beißt sich schnell als fieser Ohrwurm in den Hörmuscheln fest. So muss für mich moderner Metal klingen, der eben auch ohne überzogenen Synth-Einsatz oder übertriebene Poppigkeit einen Hit erschaffen kann.
Auch im weiteren Verlauf der Spielzeit gelingt es SYLOSIS, knüppelharte, aber eben auch extrem zugängliche Songs zu schaffen, die sich teils sogar vor einem Blick über den Nu-Metal-Tellerrand nicht scheuen. So höre ich gerade in 'Mirror Mirror' oder 'Lacerations' auch ein paar SLIPKNOT-Vibes heraus, besonders wenn Josh sich an weiterhin gefälligen Klargesängen versucht. Doch keine Sorge, das wuchtig riffende Thrash-Fundament der Briten bleibt immer klar erkennbar und peitscht etwa Songs wie 'All Glory, No Valour' oder 'Spared From The Guillotine' gnadenlos voran, wobei immer zur richtigen Zeit ein feines Gitarrenlead eingeflochten wird, um die Fahne der Prägnanz hochzuhalten. Gänzlich ohne poppiges Fettnäpfchen kommt man allerdings nicht aus, denn die Ballade 'Everywhere At Once' geht in dieser Hinsicht doch vielleicht etwas zu weit und klingt wie eine FIVE FINGER DEATH PUNCH-Tributband, was dann trotz solider Hookline etwas zu sehr aus der Reihe fällt und in meinen Ohren im SYLOSIS-Kosmos nicht funktioniert. Dafür finden der Titeltrack und 'Adorne My Throne' wieder genau den richtigen Prägnanz-Härte-Grat und etablieren sich als weitere späte Höhepunkte, bevor 'Seeds In The River' den Silberling schlussendlich zu einem triumphalen und phasenweise gar hymnischen Ende bringt.
So ist "The New Flesh" mit Sicherheit wieder ein starker SYLOSIS-Langdreher geworden, der gerade die Entwicklung von "A Sign Of Things To Come" konsequent weiterführt und dank zahlreicher starker Songs überzeugen kann. Im direkten Kontext der Diskografie muss ich aber auch zugeben, dass Alben wie "Conclusion Of An Age" oder auch der gerade erwähnte Vorgänger die Nase bei mir persönlich vorne habe, weshalb ich am Ende zu starken neun Zählern komme. Eine klare Kaufempfehlung für Fans der Briten gibt es aber natürlich trotzdem.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


