SCYTHE BEAST - Anthem Of The Rotten
Mehr über Scythe Beast
- Genre:
- Death Metal / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 25.10.2025
- Ravenous
- Beast
- Anthem Of The Rotten
- The Seance
- Spawn Of The Stillborn Lord
- Heirloom
- Purify By Flame
- The Carrion Marshes
- Warp
Ungewohnter Mix aus Schwedentod und Thrash Metal mit Potential.
Ich bin ehrlich, trotz gut dreizehnjähriger Bandgeschichte und zwei Alben haben die Niedersachen SCYTHE BEAST meinen musikalischen Weg bisher noch nicht gekreuzt. Schade eigentlich, denn mit einem Grenzgang zwischen melodisch angehauchtem Death und Thrash Metal sollte der Fünfer aus Diepholz eigentlich gut in mein musikalisches Beuteschema passen. "Anthems Of The Rotten" markiert nun den dritten Albeneintrag in der Bandhistorie und ist auch gleichzeitig eine kleine Zäsur, denn mit Gregor Pfau darf sich der im Jahr 2022 neu zur Band gestoßene Sänger erstmalig im Studio präsentieren.
Dabei macht er eine gute Figur, was beispielsweise der Opener 'Ravenous' unter Beweis stellt. Die Eröffnungsnummer lässt mich ob der musikalischen Einordnung allerdings gleich etwas verwirrt zurück, denn hier sitzt der Fünfer tatsächlich recht munter zwischen musikalischen Stühlen, die sonst eher selten kombiniert werden. Die sägenden Gitarren erinnern mit ihrem Sound nämlich klar an schwedische Todesbleier wie ENTOMBED oder DISSECTION, während das rasante Tremolo-Picking und die recht rauen Screams eher Black Metal als Referenz auf den Plan rufen.
So weit so umkompliziert, aber da Schlagzeuger Andreas Tegeler munter in Thrash-Gefilden wildert und auch die Riffs und Soli eher an Kollegen wie EXODUS oder TESTAMENT denken lassen, hat SCYTHE BEAST durchaus einen Sound im Angebot, den man so - gerade dank der ENTOMBED-Referenzen - nicht oft zu hören bekommt. Da 'Ravenous' zusäzlich in Sachen Songwriting sehr kompakt unterwegs ist, erfüllt der Track seine Aufgabe als Einstieg sehr gut und macht mir schon einmal Lust auf die restliche Spielzeit.
Auch hier bleibt die musikalische Polarität eine Stärke von vielen Songs auf "Anthem Of The Rotten", denn oftmals beginnen Nummern wie 'Beast' vom klassischen Schwedentod inspiriert, nur um dann gerade im Mittelteil und bei den Solo-Sektionen komplett in rasante Thrash-Ritte abzudriften. Manchmal wirken die musikalischen Hakenschläge dabei etwas abrupt, wie zum Beispiel im Titeltrack oder 'The Seance', an anderer Stelle verknüpft das Quintett seine durchaus gegensätzlichen Einflüsse zu unheimlich packenden Nummern wie 'Heirloom' oder 'Purify By Flame', die wahlweise mit schönen Melodiebögen punkten oder als rasante Riff-Abfahrten glänzen.
Und der eingangs erwähnte Gregor? Nun, der macht am Mikrofon eigentlich eine sehr solide Figur, entpuppt sich leider nur über die Spielzeit hinweg nicht als der vielseitigste Shouter, denn die herben Gesangsparts bewegen sich doch alle in einem ähnlichen Timbre und werden so zu einem kleinen Kritikpunkt. Ebenfalls überzeugt mich die klangliche Aufbereitung nicht ganz, denn gerade die Gitarren und das Fundament aus Schlagzeug und Bass wirken so, als würden beide nicht ganz so schlüssig ineinander greifen, was für ein etwas seltsames Hörerlebnis sorgt. Vielleicht liegt dieser Umstand aber auch darin begründet, dass der klassische Kreissägen-Gitarrensound in sich zwar herrlich oldschoolig klingt, gleichzeitig aber auch etwas zu sehr aus dem Gesamtbild heraussticht. Das haben Kollegen wie LIK oder ENDSEEKER zuletzt durchaus überzeugender hinbekommen.
Dennoch will ich "Anthem Of The Rotten" am Ende nicht schlechter machen, als das Album tatsächlich ist. Ja, in der B-Note muss es Abzüge geben und auch das Songwriting ist nicht immer ganz auf Champions-League-Niveau. Im Kern ist SCYTHE BEAST aber eine Band, die in der eigentlich überlaufenen Thrash- und Death-Metal-Landschaft einen spannenden Sound gefunden hat und in den besten Momenten eine gute Stange richtig starker Tracks vorlegt.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


