NECROFIER - Transcend Into Oblivion
Mehr über Necrofier
- Genre:
- Melodic Black Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Metal Blade Records
- Release:
- 27.02.2026
- Fires Of The Apocalypse, Light My Path I
- Fires Of The Apocalypse, Light My Path II
- Fires Of The Apocalypse, Light My Path III
- Behold, The Birth Of Ascension
- Servants Of Darkness, Guide My Way I
- Servants Of Darkness, Guide My Way II
- Servants Of Darkness, Guide My Way III
- Mystical Creation Of Enlightenment
- Horns Of Destruction, Lift My Blade I
- Horns Of Destruction, Lift My Blade II
- Horns Of Destruction, Lift My Blade III
- Toward The Necrofier
Skandinavische BM-Töne aus der amerikanischen Prärie.
Bei den Texanern NECROFIER könnte man durchaus von einer recht steilen Erfolgskurve sprechen, denn nachdem die Band im Jahr 2018 gegründet wurde und bisher mit der Hilfe von Seasons Of Mist die beiden Langdreher "Prophecies Of Eternal Darkness" (2021) und "Burning Shadows In The Southern Night" (2023) herausgebracht hat, steht knapp acht Jahre nach dem Startschuss mit "Transcend Into Oblivion" nun das dritte Werk in den Startlöchern, das von Metal Blade Records und damit einem großen Namen der Metalszene vermarktet wird. Der melodische Black Metal skandinavischer Prägung scheint also auch im Mainstream alles andere als tot zu sein.
Musikalisch ist das Drittwerk dabei ein eisiger Schwarzmetallbrocken in drei Kapiteln, die jeweils wieder in drei Akte unterteilt sind. Zusammengehalten wird das ganze Konstrukt schlussendlich von drei instrumentalen Brückenstücken namens 'Behold, The Birth Of Ascension', 'Mystical Creation Of Enlightenment' und 'Toward The Necrofier'. Auf selbige möchte ich zuerst kurz eingehen, bevor wir uns dem wirklichen Fleisch an den schwarzmetallischen Knochen zuwenden. Als Songs lassen sich alle drei allerdings nicht wirklich bezeichnen, bestehen sie doch eher aus losen Klang-Collagen, einzelnen musikalischen Fetzen und eingestreuten bedrohlichen Gesängen, sodass ein richtiger Hörfluss nicht aufkommen mag. Im Kontext des Gesamterlebnisses gehen alle drei musikalischen Brückenschläge also in Ordnung, auch wenn ich sie nicht unbedingt gebraucht hätte.
Damit also zum eigentlich Kern des Silberlings, bei dem uns der Dreiteiler 'Fires Of The Apocalypse, Ligth My Path' begrüßt. Dieser macht schnell klar, dass es der Vierer ernst meint, wenn er im Pressetext davon spricht, dass er die skandinavischen Wurzeln des Genres in die amerikanische Prärie transportiert haben will. Der Track versprüht jedenfalls in allen drei Teilabschnitten massive Vibes der großen Namen der Neunziger und lehnt sich auch klanglich deutlich an Kollegen wie SACRAMENTUM oder DISSECTION an. Trotzdem ist ein dezente amerikanische Note herauszuhören, wobei gerade UADA oder CLOAK ihre Spuren im Bandsound hinterlassen haben, auch wenn die klar hinter der grundlegend europäischen Ausrichtung anstehen müssen. Das Songwriting ist ingesamt trotz vieler Wendungen angenehm kompakt ausgefallen und gerade die hymnisch-epischen Untertöne, die immer wieder durchkommen, gefallen mir unheimlich gut. Schade, dass 'Servants Of Darkness, Guide My Way' über weite Strecken diese melodischen Widerhaken nicht im Angebot hat, sondern eher wüst aus den Boxen scheppert, bevor immerhin der dritte Abschnitt wieder hymnisch ausfällt und am Ende dieses Kapitel von "Transcend Into Oblivion" versöhnlich beschließt. Schade, dass 'Hors Of Destruction, Lift My Blade' dieses Rezept als dritter Dreierpack großteils kopiert, denn auch hier überzeugt mich nur der dritte Teilabschnitt, während ansonsten doch ein wenig das musikalische Chaos regiert.
Und so tue ich mich am Ende doch schwer, NECROFIER hier das Zeug zum nächsten großen Ding im Melodic Black Metal zu bescheinigen. Ja, "Transcend Into Oblivion" hat definitiv seine Momente und gerade, wenn es hymnisch wird, überzeugen die Amerikaner teilweise auf ganzer Linie. Die Schatten des Silberlings sind aber auch tief und enthalten primär ungestümen und farblosen Black Metal, der zumindest mich nicht endgültig abholt. Mehr als sieben Zähler kann ich entsprechend auch nicht zücken.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


