PLANTOID - Flare
Mehr über Plantoid
- Genre:
- Progressive Rock / Art Rock
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Bella Union
- Release:
- 30.01.2026
- Parasite
- Ultivatum Cultivation
- The Weaver
- Dozer
- Good For You
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- Splatter
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- Daisy Chains
Eigensinnige Art-Rock-Veröffentlichung.
Es ist nicht das Offensichtliche, das auf dem neuen Album von PLANTOID für die besonderen Momente sorgt. Zwar ist der gelegentlich etwas eigenwillige, manchmal recht hohe Gesang sehr weit in den Vordergrund gemischt und bemüht sich um viel AUfmerksamkeit, und auch hört man einige recht spezielle, sphärische Fragmente heraus, die zwischen Melancholie und Beklemmung für einen ganz eigenen Soundkosmos sorgen. Doch die verborgenen Harmonien, die stillen Melodien, die anspruchsvolle Perkussion oder kurz gesagt: All die Dinge, die auf dem aktuellen Werk der britischen Art-Rock-Combo eher im Hintergrund geschehen, hauchen "Flare" erst so richtig Leben ein. Und das ist insofern bemerkenswert, als sich die Band um Frontdame Chloe Spence an so vielen Experimenten versucht, das eigene Portfolio phasenweise gehörig aufstockt und sicherlich auch mit den eher offensiven Inhalten der neun Kompositionen prima punkten könnte.
"Flare" ist auf jeden Fall eine sehr eigensinnige Scheibe, die den klassischen Prog Rock gerne mal in die Indie-Richtung drängt, ihn dort mit dezent jazzigen Struturen empfängt und schließlich auch mit Art-Pop-Elementen versorgt, in denen sich die Sängerin definitiv am wohlsten fühlt. Doch statt die gelegentlichen Ausbrüche mit der sich anbietenden Hysterie zu belegen, unternimmt PLANTOID immerzu den gegenteiligen Ansatz, stürzt einzelne Songs gar radikal um und bewahrt sich eine Unberechenbarkeit, die den Zugang zwar immens erschwert, die Überraschungseffekte, die "Flare" vorrangig in der zweiten Hälfte bietet, aber noch deutlicher betont - und schlussendlich auch intensiviert.
Man darf daher auch so weit gehen und diesen neuen Silberling in die Special-Interest-Ecke drängen, weil PLANTOID bewusst keine stilistische Klarheit schafft und sich auch nicht eingrenzen lassen möchte. Doch für die Forscher unter den Zuhörern ist gerade deshalb so viel Spannendes geboten, das diese Scheibe auszeichnet und sie trotz erster Bedenken recht schnell in die Dauerrotation stellt. Irgendetwas Faszinierendes bringen die Briten mit, abgebildet in allen Versatzstücken dieses eigenartigen, merkwürdigen, aber doch extrem aufregenden Werkes. Und bevor man sich versieht, ist man begeisterter Fan und will immer mehr. Alles richtig gemacht? Ja, so ist es wohl!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


