OV SULFUR - Endless
Mehr über Ov Sulfur
- Genre:
- Modern Metal / Deathcore / Black Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Century Media
- Release:
- 16.01.2026
- Endless/Godless
- Seed
- Forlorn
- Vast Eternal
- Wither
- Evermore
- Dread
- Bleak
- A World Away
- Endless/Loveless
DIMMU BORGIR goes Deathcore?
Warum sich die Herren von OV SULFUR in ihrer Außendarstellung darauf beschränken lassen wollen, als Deathcore-Act wahrgenommen zu werden, ist irgendwie schwer nachvollziehbar. Die Band bringt zwar auch auf ihrem neuen Album zahlreiche typische Szeneinhalte auf Konserve, streckt die Fühler letztlich aber in alle erdenkliche Richtungen aus und bedient ein weitaus üppigeres Portfolio, als es in der letztendlichen Präsentation den Anschein machen mag.
Schon zum Auftakt überrascht der neue Silberling mit Annäherungen an den Industrial Black Metal, die nicht nur im dezent elektronischen Intro 'Endless/Godless' viel Raum einnehmen, sondern auch das nachfolgende 'Forlorn' mit Schwerpunkten versehen. Zwar sind all dies nur Momentaufnahmen, jedoch sind sie einerseits verdammt gut auf den Punkt gebracht, andererseits aber auch ein klarer Nachweis dafür, dass die Deathcore-Wurzeln weit von ihren vergleichsweise plumpen Ursprüngen umgelenkt werden können, ohne dass hier befremdliche Entwicklungen genommen werden müssen.
Denn auch im weiteren Verlauf von "Endless" sind düstere Sounds ein ständiger Wegbegleiter, manchmal sicherlich auch von den vertraut-martialischen Stakkati begleitet, dann aber auch ein einem reduziert symphonischen Setting ausgetreten, in dem der Name DIMMU BORGIR zwangsläufig fallen muss - denn bewusst oder unbewusst hat OV SULFUR hier einige Passagen im Angebot, die den Norwegern auch heute noch prima zu Gesicht stehen würden.
Erst auf der Schlussgeraden geht es dann Stück für Stück puristischer zur Sache, zwar immer noch mit jenen düsteren Vibes, aber eben doch etwas zielstrebiger und nicht mehr ganz so verspielt wie beispielsweise in 'Seed'. Ganz nebenbei produziert die Truppe dabei aber auch einige hervorragende Hooklines, die vom clean-Gesang unterschiedlicher Gastakteure getragen wird - oder eben aus eigenen Reihen wie im einprägsamen 'Vast Eternal', welches als erste Auskopplung bestens taugen würde, auch wenn die Nummer nicht sinnbildlich für den vielschichtigen Output von "Endless" steht.
Ich habe im Kalenderjahr 2025 gelernt, meine seinerzeit oftmals bestärkten Vorurteile gegenüber der Deathcore-Szene abzulegen, schließlich hat es hier einige bemerkenswerte Entwicklungen gegeben, in deren Folge weitaus mehr als nur schlichtes Gebolze produziert wurde. Und auch zu Beginn des neuen Jahres ist der erste Auschlag wirklich beeindruckend: OV SULFUR schaut weit über den Tellerrand und kann dort auch sehr hochwertig liefern. Das mag für das Hüpf-Publikum am Ende zwar befremdlich sein, für den qualitätsbewussten Hörer aber ein echter Gewinn!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


