OBSCURE FATE - Shades Of A Dying World
Mehr über Obscure Fate
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Inverse Records
- Release:
- 27.03.2026
- Shadows Of The Past
- Beyond Pain
- Turn To Dust
- Spectral Exile
- Age Of Delusion
- Shade Of Destruction
- Reign Of Madness
- Valhalla
- Spirit Of Vengeance
- Poison Throne
- Eksyneiden jumala
Spannender Mix aus Heavy und Melodic Death Metal.
Ursprünglich wurde OBSCURE FATE als Soloprojekt von Gitarrist Kaleva Kovalainen bereits im Jahr 2009 unter dem Banner PROJECT MIESLAHTI gegründet. Mit den Jahren wuchs die Besetzung allerdings um Sänger Tapio Möttönen, Schlagzeuger Jari Keränen, Gitarrist Joni Moisanen und Bassist Antti Möttönen, sodass schließlich 2019 der Namenswechsel erfolgte, um der veränderten Bandkonstellation Rechnung zu tragen. Die EP "Raven's Call" war dann das erste Lebenszeichen des Quintetts im Jahr 2021 und obwohl direkt im Anschluss die Arbeiten am ersten Langspieler begannen, sollte es, dank diverser Rückschläge während der Produktion, ganze fünf Jahre dauern, bis wir nun "Shades Of A Dying World" in den Händen halten.
Musikalisch hat man sich dabei passend zum Herkunftsland Finnland natürlich dem Melodic Death Metal verschrieben, der sich in Skandinavien weiterhin ungebrochener Beliebtheit erfreut. Dabei schielt das Quintett aus Paltamo allerdings weniger in Richtung Göteborg, sondern zelebriert seine eigene Interpretation des Mixes aus Melodie und Death Metal mit deutlich modernerer Schlagseite. So kann man dann neben Landsleuten wie CHILDREN OF BODOM, deren Spätphase hörbar Einfluss auf OBSCURE FATE ausübte, auch KILLSWITCH ENGAGE als Einfluss aus dem Metalcore-Spektrum heraushören. Eine Prise des IN FLAMES-Schaffens um die Jahrtausendwende rundet schließlich den musikalischen Cocktail ab, der uns in Form des Openers 'Shadows Of The Past' einen durchaus gefälligen und kompakten Einstand in die Spielzeit beschert. Weder kompositorisch, noch musikalisch kann der Track allerdings zwischen der Genre-Konkurrenz besonders hervorstechen, sodass ich einen eher müden Aufguss der bekannten Genre-Formel befürchte.
Glücklicherweise macht 'Beyond Pain' im Anschluss aber eine deutlich bessere Figur, denn mit einer leicht folkigen Note und den ungeschliffenen Klargesängen im Refrain, die glücklicherweise jegliche Pop-Anbiederung vermeiden, bekommt der zweite Track des Silberlings eine schöne hymnische Note und hat schon durchaus Hit-Potential. Das gilt auch für das folgende 'Turn To Dust', das es irgendwie schafft, IRON MAIDEN in den Melodic-Death-Kontext zu holen, wobei sich das nicht wie üblich nur auf die melodischen Gitarrenharmonien bezieht, sondern hier mit dem erneut etwas kauzigen Klargesang umgesetzt wird. Ja, nicht jede Hookline sitzt, trotzdem ist der grundlegende Ansatz interessant, der glücklicherweise auch in 'Spectral Exile' und dem wirklich kompakten und zwingenden 'Age Of Delusion' Anwendung findet.
'Reign Of Madness' klingt schlussendlich gar direkt so, als hätten ATLANTEAN KODEX und IN FLAMES ein uneheliches Kind gezeugt, das überraschend frisch aus den Boxen schallt. Auch Fans des traditionelleren Göteborg-Sounds kommen noch einmal auf ihre Kosten, wenn 'Valhalla' an der Gitarrenfront aus allen Rohren feuert, bevor sich schlussendlich dann doch ein wenige Langeweile breit macht. Gerade hinten heraus hätte "Shades Of A Dying World" nämlich durchaus eine Kürzung der Trackliste vertragen können, um insgesamt etwas kompakter daherzukommen.
Trotz dieses Kritikpunkts hat mich das OBSCURE FATE-Debüt insgesamt aber positiv überrascht. Denn nachdem ich nach den ersten Sekunden mit einem vorhersehbaren Mix aus Metalcore und modernem Melodic Death gerechnet hatte, sorgte der sehr prominente Blick hinüber in den klassischen Heavy Metal für deutlich mehr Abwechslung und einen eigenständigen Sound, auf dem die Finnen in Zukunft aufbauen können. 7,5 Zähler erscheinen mir daher am Ende angemessen, denn damit hier die erste Liga erreicht wird, braucht es vor allem ein paar zwingendere Gesangslinien. Auf dem richtigen Weg ist der Fünfer aber auf jeden Fall.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


