MORDEO - Mordeo
Mehr über Mordeo
- Genre:
- Sludge / Crust
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Hypaethral Records
- Release:
- 27.03.2026
- Bring Back The Fear
- Fight Your Friends
- The Narcissist
- No More Chances
- Interlude
- Betrayal
- Coward
- Profit For Prophets (Swamp Justice)
Zwei stilistische Kolosse prallen wuchtig aufeinander.
Wenn die punkige Energie des Crust-Metiers und die verschrobene Gewaltekstase des ganz finsteren Soudge-Sounds aufeinandertreffen, kann man dies durchaus als ein Meeting von grundsätzlichen Seelenverwandten betrachten, denen vor allem ihre raue Außendarstellung und ihre unbedingte Kompromisslosigkeit gemeinsam ist. Bringt man diese beiden scheinbaren Parallelwelten jdoch etwas näher zusammen, entstehen dennoch deutliche Kontraste, speziell in der Dynamik des Songwritings, aber auch in der besnderen Atmosphäre der Darbietung.
Die Herren von MORDEO aus dem kalifornischen Chico schicken sich nun an, einzelne Brücken zu bauen und die Gegensätze weitgehend in Luft aufzulösen - ein unglaublich schwieriges Unterfangen, wie das Debütalbum der Herrschaften nun beweist, denn an Herausforderungen mangelt es dem selbst betitelten Erstling definitiv nicht!
"Mordeo" tut sich entsprechend schwer damit, die eher rasanten Abfahrten, die irgendwo zwischen leichtem D-Beat, Crust- und Grindcore, mit dem zähen Fluss der räudigen Zeitlupenvarianten namens 'The Narcissist' und 'No More Chances' zu mischen. Während man die pfeilschnellen Tracks zu Beginn und Ende der Platte nämlich relativ ungeschönt herunterknüppelt, geht es in der reinen Sludge-Materie vor allem um die musikalische Ästhetik, aus der schließlich eine ganz eigene, extrem schattige Atmosphäre entwachsen soll. Gerade hier kann MORDEO durchaus einige Stärken ausspielen und Highlights platzieren.
Grundsätzlich sind auch Highspeed-Exzesse, wie man sie in 'Betrayal' und Teilen von 'Coward' ausübt, höchst pikant in Szene gesetzt und mit der entsprechenden Old-School-Attitüde gleich noch in die richtige Richtung gelenkt. Doch genau in dem Moment, in dem diese Mischung aus Noise und Doom mit der Uptempo-Rakte kulminieren soll, sind die Übergänge nicht ganz souverän und stellen den Zuhörer vor Schwierigkeiten, weil nicht mehr alles logisch erscheint, was dargeboten wird. Die unterkühlte Stimmung bleibt eine Konstante, doch ihre sehr unterschiedlichen Ausstaffierungen können gerne mal überfordern, da die beiden stilistischen Kolosse nicht immer bestens miteinander auskommen - und weil sie enorm viel Zeit benötigen, bis sie auch mit ausgerstreckter Hand aufeinander zugehen.
Nimmt man sich diese Zeit, entpuppt sich "Mordeo" als immens spannendes Happening mit vielen sehr extremen Momentaufnahmen. Doch umgkehrt ist genauso nachzuvollziehen, wenn einem die Amis hier und dort zu krass gegen den Strich arbeiten - den heftig ist dieses Debüt allemal. Aber eben auch echt verdammt spannend...
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


