MOODRING - Death Fetish
Mehr über Moodring
- Genre:
- Modern Metal / Metalcore
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- SharpTone Records
- Release:
- 27.03.2026
- Half-life
- Cannibal
- Masochist Machine
- Gunplay (Suicidal 3way)
- Ketamine
- Anywhere But Here
- Stfa
- Oxidiezed
- Bleed Enough
- sickf_ck
- Die Slow
- Coldmetalkiss
Vielfältige Einflüsse, die sich nicht zu einem schlüssigen Bild zusammenfügen.
Für die US-amerikanische Modern-Metalband MOODRING lief in den letzten Jahren nicht alles wie geplant. Dabei legte die Band, die von Sänger und Gitarrist Hunter Young gergründet wurde, mit dem Album "Stargazer" und den beiden EPs "Showmetherealyou" und "Your Light Fades Away" eigentlich einen vielversprechenden Start hin. Doch Young wurde zuletzt von einigen gesundheitlichen Problemen heimgesucht, die ihm Touren und Konzerte fürs Erste unmöglich machten, sodass der Amerikaner nun seine komplette Energie in das zweite Langeisen "Death Fetish" gesteckt hat. MOODRING sieht der Bandkopf dabei inzwischen weniger als klassische Band, sondern mehr als Vehikel, um die eigenen musikalischen Grenzen zu verschieben.
Diese Tatsache lässt sich auch schon anhand des Openers 'Half-life' bestätigen, denn was hier alles in einem Song zusammengeworfen wird, ist schon fast ein wenig zu viel des Guten. Fühlt man sich in den ersten Minuten noch an moderne Rock-Kollegen erinnert, biegt der Track wenige Sekunden später plötzlich in moderne Metalcore-Gefilde mitsamt poppig-klebriger Gesangsmelodie ab, nur um schlussendlich in wildem Deathcore-Stampfen sein Finale zu finden. Was nach einer wenig zielführenden Mixtur klingt, bekommt dank eines guten Gespürs für packende Hooklines aber glücklicherweise doch noch Richtung, sodass die Eröffnungsnummer und das folgende 'Cannibal' zwar durchaus ihre chaotisch-verwirrenden Momente haben, trotzdem aber dank starke Refrains überraschend gut im Ohr bleiben und so Lust auf die restliche Spielzeit machen.
In selbiger verliert MOODRING dann aber doch zusehends den roten Faden. Symptomatisch ist hier etwa das wilde 'Masochist Machine', das sich zwischen tanzbaren Synth-Einlagen und Stakkato-Riffs komplett verliert. 'Ketamine' geht dagegen in die gänzlich andere Richtung und ist eine seltsam blutleere Pop-Ballade, der mit 'Anywhere But Here' eine Electro-Nummer zur Seite gestellt wird, die sich gleich komplett ungeniert im Kitsch suhlt und ebenfalls recht belanglos tönt. So liegt es in der zweiten Albumhälfte primär an 'Oxidiezed', die Stärken der Anfangsminuten nochmals in eine kompakte Kompostion zu gießen, denn abseits davon wirkt MOODRING zwischen Mainstream-Anbiederung ('Die Slow') und wilden Core-Attacken ohne klares Ziel ('Bleed Enough') doch immer wieder seltsam verloren.
Insgesamt ist "Death Fetish" dann wohl auch nur etwas für Liebhaber und Liebhaberinnen moderner Metal-Töne, die gänzlich ohne Scheuklappen durch die Welt gehen und sich dem teils doch etwas chaotischen Stilmix stellen wollen. Dass selbiger durchaus funktionieren kann, zeigen dabei die beiden Eröffnungstracks. Auf Albumdistanz wirken die US-Amerikaner aktuell in Sachen Komposition aber oftmals verloren und finden den roten Faden in der eigenen Ideenvielfalt nicht.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


