HEAVEN.EXE - Erase Me
Mehr über Heaven.exe
- Genre:
- Modern Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Fateful Records / Blood Blast
- Release:
- 27.03.2026
- Other Side
- Chasing Ghosts
- Wasteland
- Strange Shape
- Sacrifice
- Blackout
- Hellgate
- Back To Life
- Catharsis
- There Is No God
- High On Gasoline
- Everlast
Techno-Metal-Feuerwerk - und keine Programmware!
Es mag schon fast floskelhaft klingen, doch dass die Herren von HEAVEN.EXE aus der hiesigen Hauptstadt grüßen, erscheint im Hinblick auf den musikalischen Output des noch recht jungen Modern-Metal-Outfits mehr als logisch. Die Band benötigt ungefähr drei Sekunden, um der Hörerschaft die Clubszene Berlins vor das geistige Auge zu bringen und das pulsierende Nachtleben der vielleicht aufregendsten Großstadt der Nation mit technoiden Beats und einer Masse an aufgefetteten Riffs sofort durch jedwede Membran zu jagen.
"Erase Me" steht für die vielleicht krassesten stilistischen Gegensätze, die der zeitgemäße Metal zu bieten hat. Auf der einen Seite ungebremst aggressive Gitarrearbeit, druckvolle Stakkatos und brutale Vocals, auf der anderen Seite unterkühlte Elektronik, heftigste Synthie-Eruptionen und EBM 2.0-Varianten, die sofort die Stroboskopgewitter ins Gedächtnis rufen, welches man garantiert bei einem Gig von HEAVEN.EXE erwarten kann. Das in der Tat völlig ungefiltert und manchmal auch unkontrolliert.
Natürlich kann man nun in viele Richtungen argumentieren, inwieweit der Beat-lastige SToff tatsächlich noch dem metallischen Metier zugeordnet werden kann, ob hier lediglich eine Fülle von Samples aufeinandergelegt wird und am Ende mehr DJ als Bandkollektiv im Vordergrund steht. Doch da die Truppe hier absolut keine Programmware abliefert, die einzelnen Nummern hin und wieder gar richtig feine Refrains aufbieten und diese ungezügelten Extreme auch keiner Berechnung unterliegen, sondern in all ihrer rauen Natur nach außen dringen, darf man durchaus applaudieren, dass hier recht kunstvoll mit den sich bietenden Kontrasten gearbeitet wurde.
Es stand definitiv nicht der flotte Hit im Vordergrund - denn den kann und will HEAVEN.EXE auch gar nicht anbieten. Stattdessen geht es um äußerst wechselhafte Stimmungen, um Tanzbarkeit, um die sich herrlich ergänzenden Gegensätze und schließlich auch um eine Reihe von kaum erwarteten Emotionen, die sich hier die Klinke in die Hand geben und Hoffnung, Sehnsüchte und Verdruss im steten Wechsel thematisieren. Klingt wie im Klischee, vielleicht auch wie in einem vorgefertigten Pressetext, ist am Ende aber erlebte Realität. Ehrlich zugegeben: Eine Platte wie "Erase Me" hätte mich wahrscheinlich aufgrund ihrer groben Umschreibung überhaupt nicht angesprochen, nun bin ich jedoch sehr dankbar, dass ich sie erleben durfte!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


