MISERERE LUMINIS - Sidera
Mehr über Miserere Luminis
- Genre:
- Black Metal / Post Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Debemur Morti Productions
- Release:
- 06.03.2026
- Les Fleurs De L'exil
- De Cris & De Cendres
- Aux Bras Des Vagues & Des Vomissures
- À La Douleur De L'aube
- Dans La Voie De Nos Lumières
Etwas sperriger, etwas anstrengender, aber immer noch lohnend!
Ich erinnere mich noch gerne an den ersten Release von MISERERE LUMINIS zurück, insbesondere weil die kanadischen Newcomer seinerzeit noch Pionierarbeit im Grenzbereich von atmosphärischem Black Metal und dreckigstem Post Metal leisteten und mit einer geballten Ladung Sludge-geprägten, aber doch erhabenen Stoffes beeindrucken konnten. Leider versiegte der Nachhall des selbst betitelten Erstling mit der Zeit, weil die Herren aus Quebec ihren weiteren Werdegang nicht weiter forcierten und sich eine viel zu lange Pause gönnten, die erst 2023 mit dem Release von "Ordalie" endete.
Drei Jahre später folgt nun mit "Sidera" eine weitere Platte, die zwar in vielen Grundfesten mit besagtem Debüt vergleichbar ist, aber irgendwie nicht mehr diese intensiven Spannungsmomente zu schaffen imstande ist. Das liegt tatsächlich nicht zwingend an der Qualität des heutigen Outputs, sondern vielmehr an der Tatsache, dass sich in dieser Szene mittlerweile so viele andere Bands versucht haben, dass dieses Pionierdasein natürlich im Hier und Jetzt keine Rolle mehr spielt. Leidet MISERERE LUMINIS folglich unter der gehörigen Marktschwemme im Jahr 2026? Nun, vielleicht kann man das genau so sagen!
Es scheint nämlich ganz so, als seien die bestehenden Strickmuster mit der Zeit abgegriffen, hier und dort einfach zu leicht durchschaubar. Die bestehende Dynamik aus einigen traurigen instrumentalen Szenarien und bebenden Eruptionen ist auf "Sidera" definitiv nicht patentiert, sondern inzwischen hinlänglich bekannt und tausendfach gehört. Die atmosphärischen Passagen können gerade in der vorderen Albumhälfte nicht so recht begeistern, weil sie eben keine besonderen Aha-Effekte mehr initiieren. Nach hinten heraus entstehen auch immer wieder Längen, weil MISERERE LUMINIS nicht immer in den entscheidenden Parts auf den Punkt kommt und man das Gefühl bekommt, gerade die etwas epischeren Tracks hätten den Moment verpasst, an dem man einen klaren Schnitt machen sollte.
Und was ist das jetzt? Tja, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn trotz allem sind die Nordamerikaner weiten Teilen der Konkurrenz entscheidend voraus, weil sie eine blitzsaubere Performance abliefern, die inhaltlichen Beklemmungen prima inszenieren und mit ihren versteckten Melodien so manchen Glanzmoment erzeugen, der am Ende den Unterschied machen kann.
Es ist zwar nicht mehr diese allgegenwärtige Frische, die man damals auf "Miserere Luminis" erleben konnte, noch ist die Distanz zum Konsens der Post-Black-Metal-Szene zu groß. Aber das Songwriting hat dennoch seine Augenblicke und verwandelt auch "Sidera" in einen lohnenden Abschnitt einer unsteten, aber zu Teilen doch nennenswerten Karriere. Und das ist dann doch mehr als man im ersten Moment geglaubt hätte, denn der Funke springt diesmal relativ spät über.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


