MARIANAS REST - The Bereaved
Mehr über Marianas Rest
- Genre:
- Doom Metal / (Melodic) Death Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Noble Demon
- Release:
- 16.01.2026
- Thank You For The Dance
- Rat In The Wall
- Divided
- Again Into The Night
- Burden
- Diamonds In The Rough
- Pity The Living
- Goodbyes And Good Intentions
- Tyhjä
- The Colour Of You
Grandioses Songwriting, aalglatte Produktion.
Die Euphorie, die das neue Album von MARIANAS REST definitiv hervorrufen wird, liegt bereits in der Luft, wenn die Finnen im Opener 'Thank You For The Dance' epische Melodien mit monumentalem Doom verknüpfen und dem Song den typisch finnischen (AMORPHIS-)Stempel aufdrücken, der derzeit gefragter denn je erscheint. Keine Frage: Die Band hat inzwischen eine Rezeptur entwickelt, die definitiv erfolgsversprechend ist und Freunden melodischen (Death-)Metals ebenso viel Freude bereiten sollte wie Verfechtern des klassischen Dark Metals aus dem Land der tausend Seen. Man nehme nun noch eine Prise schwarz gefärbten Post Metal hinzu und eine extrem moderne, aber eben auch sehr differenzierte Produktion und schon hat man ein klares Bild zu "The Bereaved", aber eben auch ein Baukastensystem, das mir persönlich zu programmatisch wirkt, als dass ich mich ebenfalls zu spontanen Begeisterungsstürm,en hinreißen lassen könnte.
Fraglos sind die Komponenten innerhalb der zehn neuen Kompositionen perfekt zusammengeflochten worden, definitiv ist die Performance von finsteren Emotionen getrieben und hier immerzu auf den Punkt gebracht. Auch die Dynamik, die "The Bereaved" umgibt, kann sich sehen, respektive hören lassen, weil die Finnen durchaus wissen, wann sie ihren Songs etwas Explosives verpassen müssen und wann die Zeit für verschleppte Ruhephasen ist. Alles so weit völlig in Ordnung, wäre da nicht dieses wiederholte Verlangen nach etwas schrofferen Sounds, die vor allem die brachialen Parts ein wenig authentischer erscheinen ließen.
Man kauft MARIANAS REST zwar ab, dass die Band in den aggressiven Passagen eine Menge Wut im Bauch hat, aber manchmal ist das alles zu glatt, zu berechnend, ja, so absurd das klingen mag, zu perfekt. So toll das Songwriting auch sein mag, so sträubt sich doch irgendetwas in mir, gemeinsam mit dem Material dieser Scheibe völlig aus mir herauszugehen.
Auf der anderen Seite muss man allerdings klar konstatieren, dass die Nordeuropäer auch diesmal auf einem sehr hohen Niveau komponieren und sich extrem gut zu inszenieren wissen. Da steht eine Qualität im Raum, die man ob der zunehmend intensiveren atmosphärischen Rahmenuntermalung in höchsten Tönen loben muss. Schade nur, dass die Produktion viel zu poliert daherkommt; das nimmt einem tollen Release an vielen Stellen die Möglichkeit, seine Gefühlswelten auch mal etwas rauer zu transferieren.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


