MØL - Dreamcrush
Mehr über MØL
- Genre:
- Shoegaze / Blackgaze
- ∅-Note:
- 6.25
- Label:
- Nuclear Blast
- Release:
- 30.01.2026
- Dream
- Sma Forlis
- Young
- Hud
- Garland
- Favor
- A Former Blueprint
- Lying Eight
- Dissonance
- Mimic
- Crush
Streitthema Blackgaze. Das ist ein Pro-Argument.
Ich habe es noch nicht fertig bekommen, meinen Teil zu den Perlen der Redaktion 2025 zu verfassen. Das hat mehrere Gründe. Alben in Gänze durchzuhören - große Herausforderung, zu wenig Zeit, sich darauf einzulassen. Eines hat sich jedoch nicht geändert, wenn Musik mich packt, dann richtig. Und dann gern auf Albenlänge.
Dieses vergangene Jahr hat mir typischerweise wieder zwei Genres besonders nahe gebracht. Das ist zum einen garagig-fuzziger Rock mit Melodie und gern auch die Noisetapete im Soundgewand eingeklebt. Scheppernd, abgesägter Gesang, gern als Trio und im Sound reduziert, dafür gern im Herzschmerz eingewoben.
Und Black Gaze. Das ist eine Wortschöpfung für die Stile von Bands, die Elemente des Black Metal mit denen des Shoegaze verkuppeln, um somit die festen Genregrenzen zu hinterfragen. Derbe gekeifte Wut trifft auf Gitarrenwände, die jede Wolkendecke auseinanderzutreiben vermögen, alle Tongeber, vom Sangesdienstleister bis zum Schlagzeug, müssen sich variabel zeigen. Sie schwingen zwischen metallenen Attacken und hochmelodiösen Sequenzen, und auch der Einsatz von Tasteninstrumenten wie schmalzigen Keybords ist nicht mehr verboten. Die szenischen Gewissen müssen sich die Hände reichen.
Das DEAFHEAVEN-Konzert ist da ein Beispiel gewesen, wie sich das behände verbinden läßt. Und MØL natürlich. Die Dänen mischen seit einem guten Jahrzehnt mit. Das Debüt "Jord" hatte bereits aufhorchen lassen. Dass ein Label wie Nuclear Blast das Potenzial des Fünfers aus Aarhus erkannt hat und fördern möchte, spricht ja auch eine gewisse Sprache.
Ich glaube, dass sich hinter der Qualität dieser Band viele Argumente versammeln lassen, die viele Hörer und Hörerinnen teilen können. Weil hier ständig Wege und Pfade zwischen den Stilrichtungen gekreuzt werden, weil die Musiker spielerisch sekundenschnell, wenn es sein muss, zwischen Geschwindigkeiten und langsamer Raumnahme, zwischen Blast-Beats und Dreampop-Vibes wechseln. In dieser Verschmelzung sind die Dänen grandios! Auf diesem zweiten Album "Dreamcrush" ist es ihnen sehr gelungen, ihre sehr guten Händchen für Harmonien in einem Metalalbum unterzubringen. Ganz ohne Peinlichkeiten. Oder überbemühte Konstruktionen. Wie zu bemerken ist, scheine ich da andere Potenziale zu sehen als der sehr geehrte Kollege Backes. Grüße gehen raus.
Mir sind letztlich die Instumentarien, die Schubladen, die Möglichkeiten, die Bands herausholen, hervorkramen, anwenden, piepegal. Wenn die Kontraste stimmen, wenn ausprobiert wird, auch wenn an Bewährtem behände festgehalten und wiederholt wird. Ja, macht. Wenn es da auch noch Popper da draußen gibt, so sind Alben wie "Dreamcrush" doch sehr dazu zu empfehlen, sich dem Metal anzunähern.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Mathias Freiesleben


