LOST SOCIETY - Hell Is A State Of Mind
Mehr über Lost Society
- Genre:
- Modern Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Nuclear Blast / Warner
- Release:
- 06.03.2026
- Afterlife
- Blood Diamond
- Synthetic
- Is This What You Wanted
- L'appel Du Vide
- Kill The Light
- No Longer Human
- Dead People Scare Me (But The Living Make Me Sick)
- Personal Judas
- Hell Is A Stat Of Mind
Kitsch und Plastik - und geile Songs!
Die komplette Kehrtwende hatte sich schon auf der letzten Platte angedeutet, nun wollen die Herren von LOST SOCIETY sie auch vollends vollziehen. Wo einst moderner Thrash Metal mit ordentlichem Punch den Stempel aufdrückte, wird nun durch und durch Mainstream-taugliche Ware abgeliefert, die näher an ATREYU und AVENGED SEVENFOLD orientiert ist als an jedem klassischen Metal-Auswuchs, dem die Finnen bis dato gehuldigt haben.
In diesem Zuge höre ich schon die Szenepolizei, die hier Ausverkauf, Verrat und dergleichen in die Runde schreien mag, weil die musikalischen Veränderungen bei den Nordeuropäern derart signifikant sind, dass man einen Namenswechsel vielleicht tatsächlich in Betracht hätte ziehen müssen. Denn "Hell Is A State Of Mind" zeigt ein komplett neues Gesicht einer bis dato oftmals unter dem Radar fliegenden Combo. Aber kann das wirklich störend sein, wenn man plötzlich ein Hitfeuerwerk abfeuert, das sich regelrecht gewaschen hat? Ich denke nicht!
Natürlich ist die neue Scheibe bis zu einem gewissen Punkt ziemlich berechnend. Hier werden enorm einprägsame Melodien und Hooklines im Sekundentakt abgefeuert, es regnet Pathos und manchmal auch Kitsch, und irgendwie ist vielleicht auch nicht abzustreiten, dass hier schnelle Hits produziert werden sollten. Aber genau das ist LOST SOCIETY auch gelungen. Kein einziger der zehn neuen Songs wäre als Singleauskopplung ungeeignet, kein Chorus will nicht umgehend mitgesungen werden, in keinem Augenblick ist der symphonische Überbau - tatsächlich vom Babelsberger Filmorchester dargeboten - in irgeneiner Form störend oder gar nervig. Und wenn Frontmann Samy Elbanna zwischen Rap, Gekreische und melodischem Gesang das gesamte Portfolio bedient, kann man auch nur lautstark applaudieren - denn das gesamte Zusammenspiel ist nahezu perfekt!
So entwickelt sich "Hell Is A State Of Mind" zu einem echten Kunstgriff, dessen Treffsicherheit so groß ist wie beim fantastischen GLAMOUR OF THE KILL-Debüt, dessen emotionale Wendungen die Kollegen von ATREYU inzwischen ausstechen können und dessen Souveränität besagte Superstars bei AVENGED SEVENFOLD ins Hintertreffen bringen. Diese Platte ist mächtig aufgebläht, extrem bombastisch, kitschig von vorne bis hinten, aber sie ist nun mal auch verdammt eingängig und angenehm penetrant. Ich hätte das nicht gedacht, aber ich bin mir sicher, dass mir LOST SOCIETY in den nächsten Wochen noch so manche angenehme Stunde bescheren wird. Well done!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


