LION'S SHARE - Inferno
Mehr über Lion's Share
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Metalville
- Release:
- 27.03.2026
- Pentagram
- We Are What We Are
- We Will Rock
- The Lion's Trial
- Baptized In Blood
- Live Forever
- Chain Child
- Another Desire
- Run For Your Life
Gefälliger Schwedenhappen aus Melodic Metal und Heavy Rock.
Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Ein Anlass hierzu war in diesem Monat das Comeback-Album von LION'S SHARE, nachdem die Truppe in den letzten Jahren die Musik-Plattformen dieser Welt lediglich mit einzelnen Songs befüllt hatte. Für alle die es nicht wissen oder vergessen haben: LION'S SHARE kommt aus Schweden und ist das Brainchild von Gitarrist ist Lars Chriss, der bereits seit 1987 den Löwenanteil seiner Zeit in dieses Projekt investiert. Einigen Bekanntheit erlangte die Band in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre mit Anders Engberg am Mikro, der heute (wieder) bei Johnny Hagels SORCERER singt und glänzt.
Auf dem vierten Studioalbum "Emotional Coma" (2007) war zum ersten Mal der omnipräsente Nils-Patrik Johansson als Sänger zu hören, der vor allem mit WUTHERING HEIGTS und ASTRAL DOORS schon Großartiges geleistet hatte. Nach "Dark Hours" (2009) wurde es dann bedauerlich still um die Band, erst zehn Jahre später vermehrten sich wieder die Lebenszeichen. Vorläufiges Endergebnis eines langsamen Findungsprozesses ist nun ein Album namens "Inferno", mit dem LION'S SHARE versuchen auf dem überfüllten Metal-Markt erneut Fuss zu fassen.
Natürlich trägt Nils Patriks charismatische Stimme auch auf diesem neuen Tonträger einen ganz wesentlich Teil zum Klangbild insgesamt bei. Bekanntermaßen hat er seine ganz typische Art und Weise Hooklines zu komponieren und zu intonieren, was mir auch auf "Inferno" wieder sehr gut gefällt. Im Gegensatz zu den anderen Johansson-Bands gibt es bei LIONS SHARE aber weniger Synthesizer, Bombast und Firlefanz drum herum. Es dominieren knackige und gut abgehangene Heavy Rock-Riffs, die eine schöne Balance aus Schärfe und Harmonie finden; das ist eben die Handschrift von Lars Chriss.
Die Gitarrenarbeit erinnert mich manchmal an die stilistisch ähnlich gelagerten Schweizer von SHAKRA in ihrer besten und kreativsten Phase. Die Songs sind oft im gehobenen Midtempo gehalten und haben einen hymnischen Charakter. Auf druckvoll und präzise treibenden Gitarren thront der eindringliche Gesang, die gradlinig komponierten Strophen münden ohne Umwege in kurze, prägnante Refrains, die sofort ins Ohr gehen und sich dort zumindest teilweise festsetzen. Soweit stimmt also alles.
Leider ist "Inferno" aber auch ein Nummer Sicher-Album geworden, das zu keiner Sekunde enttäuscht, doch nur selten in ekstatische Begeisterung versetzt. Etwas mehr Abwechslung und Mut zum Risiko hätten diese Platte vielleicht von einer guten zu einer hervorragenden gemacht. Genre-Liebhaber können trotzdem bedenkenlos zuschlagen, handwerklich ist hier alles in bester Ordnung.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Martin van der Laan


