KARMIAN - Horror Vacui
Mehr über Karmian
- Genre:
- Melodic Death Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Rockshots Records
- Release:
- 20.03.2026
- One Thousand Shining Bubbles
- Beastmaster Of The Void
- Gott mit uns nicht
- The Call Of The Abyssal Bell
- Black Magical Soap Opera
- Temple Of The Fleshless Goddess
- Libido Et Mors
- Beyond The Dream Gate Of Fear
- Maker Of Angels
Melo-Death-Brecher mit klar erkennbaren Einflüssen.
Sich auf die alten Heroen der schwedischen Melo-Death-Szene zu berufen, ist die eine Sache. Die hohen Erwartungen zu erfüllen, wenn man ganz selbstbewusst die Vergleiche mit AT THE GATES, THE CROWN und der ARCH ENEMY-Frühphase heraufbeschwört, jedoch noch mal eine ganz andere Hausnummer, die man sich nicht mal eben neben die Eingangstüre hängen kann. Die Italiener von KARMIAN sehen sich dieser Aufgabe jedoch gewachsen, genau diese Erwartungshaltung auch eins zu eins zu befreidigen und nehmen auf "Horror Vacui" auch kein Blatt vor den Mund, sondern streuen recht selbstbewusst die verschiedensten Einflüsse aus Göteborg und Umgebung.
Die Band wählt einen etwas radikaleren Sound, der definitiv an die ersten AT THE GATES-Scheiben erinnert und liebäugelt auch gekonnt mit den Pionierarbeiten eines Michael Amott, kann sich aber nicht durch furiose Gitarrenarbeit oder außergewöhnliche Leads auszeichnen. An dieser Stelle hinkt der Vergleich mit den Legenden dann auch ein bisschen.
Klarer Fall: Wenn KARMIAN den Motor anschmeißt und die Grooves tanzen lässt, entsteht in der Regel brauchbares Material. Die gelegentlichen Blasts sitzen, die groovigen Parts werden mit dem typisch dreckigen Elchtod-Sound früherer Tage garniert, die ersten beiden ARCH ENEMY-Scheiben sind ständige inspirative Dauergäste, und auch das Gebrüll lässt keine WÜnsche offen, ist es doch mit mächtig viel Eiern herausgebrüllt und das i-Tüpfelchen auf eine richtig anständige Performance. Doch leider versteckt sich KARMIAN zu häufig hinter den genannten Rädelsführern, will zwingend so klingen wie die eigenen Idole und vergisst dabei gerne mal, welchen Wert eine halbwegs eigenständige Darbietung für die Wahrnehmung innerhalb der internationalen Szene tatsächlich hat.
Man kann die neun Kompositionen von "Horror Vacui" definitiv jedem anpreisen, der melodischen Death Metal mit entsprechendem Schmutzfaktor verehrt, aber an einem gewissen Punkt fragt man sich auch, ob die Italiener damit zufrieden sein können, eigentlich nur ein sehr starkes Plagiat zu sein. Denn das sind sie definitiv, motiviert, entschlossen, manchmal gar richtig bösartig und gemein, aber letzten Endes doch nur eine inoffizielle Hommage an die großen Namen der schwedischen Todesblei-Szene - wenn auch eine verdammt gute. Für den Moment ist das sicherlich ausreichend, aber auf Dauer muss man schon auch etwas Eigenes bringen, um sich längerfristig durchsetzen zu können. Das ist ganz klar.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


