KARELIAN WARCRY - Veripellot
Mehr über Karelian Warcry
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 6.00
- Label:
- Inverse Records
- Release:
- 06.03.2026
- Mielen Rutto
- Joukkohauta
- Veripellot
- Horisontit
- Unholan Tuntemattomat
- Vihasuru
- Lanka
- Tanne Ost
- Saattokellot
Reichlich Chaos zum Comeback.
Wer sich aktuell noch mit neuem Material von Inverse Records eindecken möchte, sollte immerzu auf der Hut sein. Das finnische Plattenlabel veröffentlicht seinen physischen Output nur noch in sehr limitierter Auflage und steigt merklich auf digitale Veröffentlichungen um. Dies ist für die dort beheimateten Bands jedoch längst kein Freifahrtschein in Sachen Einkaufspflicht, sondern nur eine Randnotiz für Jäger und Sammler, die primär auf melodischen Death Metal stehen - denn genau dort hat die Firma nach wie vor eigene Präferenzen.
Insofern passt der aktuelle Release von KARELIAN WARCRY vielleicht auch nicht ganz ins Roster, handelt es sich bei "Veripellot" doch um einen echt modernen Black-Metal-Bastard, der die klassischen Elemente des Genres gerne mal mit brachialer Gewalt und außerordentlich zeitgemäßen Klangkomponenten vermischt, dabei aber scheinbar selber noch nicht so recht weiß, in welche Richtung das Ganze führen soll. Denn wenn man eines relativ schnell raus hat, dann die Tatsache, dass KARELIAN WARCRY keine klare Linie in das unsortierte Brachialchaos bringt und weder stilistisch noch inhatlich auf einen echte Nenner kommt.
Eine halbwegs melodische Nummer wie 'Unholan Tuntemattoma' kommt im Mitteltel der Scheibe auch gerade recht, um mal ein bisschen Entlastung zu bringen und der Band noch mal Gelegenheit zu geben, ein wenig mehr Struktur in die Platte zu bekommen. Doch auch nachfolgend scheitert "Veripellot" immer wieder daran, hohe Ambitionen, gewaltige Experimentierfreude und unterschiedliche extreme Genres unter einen Hut zu bekommen und das Ganze dann auch von der alten Schule fernzuhalten. Es sind immer nur einzelne Teilfragmente, die mal kurz aufhorchen lassen, nicht jedoch schlüssige Kompositionen in ihrer Gesamheit, an denen man Freude finden kann. Für ein kurze Weile mag das vielleicht noch gutgehen, auf lange Sicht ist diese krude Mischung aber dann doch zu umständlich und anstrengend.
Dass KARELIAN WARCRY nach einer ewig langen Pause (die letzte Scheibe ist 2010 eschienen) gerne mit der Zeit gehen möchte, ist absolut akzeptiert und in Ordnung. Allerdings kann man Anspruch nicht erzwingen und Black Metal nur dann fortschrittlich zelebrieren, wenn eine deutliche Orientierung vorherrscht. Letztgenannte ist auf "Veripellot" leider nicht gegeben, weshalb sich die Begeisterung auch klar in Grenzen hält. Seltsamerweise sind die eher straighten Releases der Vergangenheit da deutlich in der Front.
- Note:
- 6.00
- Redakteur:
- Björn Backes


