HECATONCHEIR - Nightmare Utopia
Mehr über Hecatoncheir
- Genre:
- Sludge / Doom
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Violence In The Veins
- Release:
- 16.12.2025
- Dreamless
- Nightmare Utopia (I: The Falsebound Kingdom)
- Nightmare Utopia (II: Him In The Gulf)
- Sefirot Of Understanding
- The Crowning Horror
- Madness Of The Stars
- The Watcher, The Witness
Ein brutaler, sperriger, monumentaler Bastard.
"Nightmare Utopia" ist keine ganz taufrische Produktion, allerdings immer noch relativ aktuell, da die Musiker von HECATONCHEIR seither kein weiteres Material veröffentlicht haben. Ursprünglich Anfang des vergangenen Jahres veröffentlicht, hat Violence In Veins sich die Rechte am Erstling der slowakischen Doom/Sludge-Brigade gesichert, um das Teil auch Vinyl-Liebhabern anpreisen zu können. Und diese dürfen sich auf einen durch und durch bösartigen, von einer anhaltenden Negativität gezeichneten Release freuen, dessen klaustrophobische Natur einen schnell das Fürchten lehrt.
Entsprechend sperrig und brachial tönt das Material von "Nightmare Utopia" schließlich aus den Boxen und trifft im Kern schon sehr deutlich, wofür der Terminus Sludge seinerzeit eingeführt wurde. Arhytmische, meist dissonante Arrangements an der Schwelle zu Black und Death Metal und beklemmende Stimmungsbilder mit wenig hoffnungsvollen Eruptionen. Die Verneinung jedweder Harmonie innerhalb des Songwritings zugunsten der atmosphärischen Dichte und deren eiskalter Ausstrahlung und letzten Endes natürlich eine Ansammlung von lavaartigen Gewaltexplosionen im Zeichen des modernen Doom.
Die sieben Songs türmen sich meterhoch auf und erschaffen Klangwände, die kaum zu bezwingen scheinen. Sie steigern sich in immer intensivere Brutalität, ohne die Stimmung dabei aus dem Auge zu verlieren. Sie stürzen sich ab und an ins Chaos, um dieser inneren Zerrissenheit Ausdruck zu verleihen, sie erschaffen zuletzt aber auch etwas sehr Monumentales, fast schon Episches, auch wenn derartige Umschreibungen eigentlich wider die Natur von "Nightmare Utopia" sein sollten. Die Platte ist mächtig heavy, sie hat ihre bizarren Augenblicke. Sie streift durch die absolute Finsternis und sucht auch nicht zwingend nach einem Ausweg, sondern möchte dieses Gefühl immer wieder von neuem verstärken, dass der im Titel benannte Alptraum nicht zur Utopie, sondern zur Wirklichkeit wird. Von diesem Ansporn wird die gesamte Energie gefressen, die HECATONCHEIR in dieses Album steckt.
"Nightmare Utopia" ist eine Platte, die viel Raum und noch mehr Zeit benötigt, da man ihr anfangs gar nicht folgen kann und diese Entwicklung vom sperrigen Bastard bis hin zum melancholisch-brachialen Kontrastwerk hart erarbeitet werden muss. Nun ist Musik und Kunst in erster Linie dem Genuss zuträglich und soll keine ständigen Kämpfe mit sich bringen. Doch manchmal lohnt die Mühe eben - und bei diesen Slowaken und ihrem Debüt ist dies definitiv an der Tagesordnung.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


