HAIDUK - Archdevil
Mehr über Haiduk
- Genre:
- Blackened Death Metal / Black Metal
- ∅-Note:
- 5.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 26.02.2026
- Curser
- Vexer
- Reviler
- Deviser
- Torturer
- Darkener
- Abhorer
- Infester
- Venomer
- Necrifier
- Usurper
Viele gute Ideen, die im rasanten Tempo ertränkt werden.
Ein Mann mit einer Liebe zu allem, was den extremeren Bereich des Metalsektors ausmacht. So oder so ähnlich ließe sich wohl HAIDUK zusammenfassen, denn hier zelebriert Luka Milojica aus Calgary seit 2009 eine Melange aus Thrash, Black und Death Metal. "Archdevil" ist dabei bereits der fünfte Langspieler des Multiinstrumentalisten, der bis auf die programmierten Drums hier alles selbst eingespielt hat. Die Scheibe erscheint dabei erneut in Eigenregie und umfasst elf Tracks, wobei direkt auf den ersten Blick auffällt, dass Luka mit den Ein-Wort-Titeln, die allesamt mit "er" enden, bei der Benennung der einzelnen Songs ein recht striktes Muster verfolgt hat.
Los geht es mit 'Curser' dann auch direkt mit durchgetretenem Gaspedal, wobei auf Vocals verzichtet wird und stattdessen die Gitarren mit teils abgedrehten Riffs und schönen Melodiebögen primär das Zepter in die Hand nehmen. Getrübt wird der Eindruck der rasanten Extreme-Metal-Abfahrt nur von den fürchterlich sterilen Drums, die leider die Klischees im Bezug auf programmiertes Schlagzeug bestätigen und einfach den nötigen Esprit vermissen lassen, den ein echter Drummer hinter dem Kit einbringen kann. Im Gegenteil, man fühlt sich vor der heimischen Anlage dauerhaft, als säße man in dynamiklosem Bassdrum-Snare-Kreuzfeuer, sodass jede Passage mit reduzierterem Schlagwerkeinsatz eine wohltuende Abwechslung darstellt.
Wo wir von Abwechslung sprechen, müssen wir auch erwähnen, dass Luka seine Growls insgesamt doch sehr sparsam einsetzt und zumeist den Gitarrenleads das Feld überlässt, wenn es darum geht, Hörerinnen und Hörer durch seine angenehm kompakten Kompositionen zu führen. Das führt zwar einerseits dazu, dass "Archdevil" ein wirklich ungewohntes und damit auch eigenständiges Hörerlebnis darstellt, mitunter sorgt der spärlich gesetzte Gesang aber auch dafür, dass die einzelnen Titel verschwimmen und sich nur schwerlich voneinander trennen lassen. Das recht ähnlich gelagerte Songwriting tut schlussendlich sein Übriges dazu, dass das neuste HAIDUK-Album trotz Songs, die nur selten einmal deutlich über drei Minuten dauern, gerade hinten heraus seine Längen bekommt. Spätestens nach sechs Songs ertappt man sich nämlich dabei, wie man sich trotz vieler toller Melodien und zahlreicher spannender Gitarrenpassagen wünscht, der Kanadier würde einfach mal auf die Bremse treten, mal vermehrt atmosphärische Passagen einstreuen oder einfach mal einem fetten Groove das Feld überlassen, um dem durchgetretenen Gaspedal eine Pause zu gönnen. Dieser Wunsch bleibt uns allerdings bis zum Schluss verwehrt, denn selbst das melodisch etwas melancholisch angelegte 'Usurper' wird von einem gnadenlos brutalen Drumbeat angetrieben, der erneut die massiven Schwächen des fürchterlich eintönigen Geballers der programmierten Drums in den Fokus rückt, welches die gesamte Spielzeit plagt.
Und so hinterlässt "Archdevil" am Ende keinen wirklich bleibenden Eindruck im Gedächtnis. Besonders ärgerlich ist dieser Umstand, weil HAIDUK eigentlich genügend spannende Ideen, Riffs und Melodien im Gepäck hat, um locker in deutlich höhere Punkteregionen vorzustoßen. Solange allerdings diesen Ideen nicht die nötigen dynamischen Spielräume zugestanden werden, verpuffen selbst die besten Momente im gleichbleibend schnellen und brachialen Anschlag auf die Ohren. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen.
- Note:
- 5.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


