GLUECIFER - Same Drug New High
Mehr über Gluecifer
- Genre:
- Rock'n'Roll / Rock
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- SPV/Steamhammer
- Release:
- 16.01.2026
- The Idiot
- Same Drug New High
- Armadas
- I'm Ready
- The Score
- Pharmacity
- 1996
- Made In The Morning
- Mind Control
- Another Night, Another City
- On The Wire
Rückkehr mit jugendlicher Energie und einem tollen Album!
Dass wir ein neues GLUECIFER-Album gute 20 Jahre nach der Trennung der Rocker aus Oslo im Jahr 2005 bekommen würden, hätte lange sicher niemand für möglich gehalten. Klar, im Jahr 2017 kam es zur unerwarteten Wiedervereinigung, doch bisher beschränkte sich der Fünfer darauf, mit dem bestehenden Songmaterial die Bühnen der Welt unsicher zu machen. Doch das ändert sich nun endgültig, denn das passend betitelte "Same Drug New High" serviert uns tatsächlich elf frische Rocker, die natürlich die Frage aufwerfen, ob die alte Magie noch da ist oder die Norweger sich lieber weiter auf den Nastolgie-Faktor und alte Klassiker berufen hätten.
Nun, geht man nach der eröffnenden Single 'The Idiot', dann dürfte wohl die erste Option die wahrscheinlichere sein, denn mit seinen rasanten Drums, der punkigen Attitüden und flotten Riffs hätte sich der Track auch bestens auf einem Album wie "Tender Is The Savage" gemacht. Klar, Fronter Biff Malibu hat nicht mehr ganz den jugendlichen Biss in der Stimme, dennoch knallt die Nummer ordentlich rein, hat einen schönen Mitsing-Part im Gepäck und zaubert mir generell ein ganz breites Grinsen auf die Lippen. Ja, so macht Rock'n'Roll Spaß! Und das beste daran, der folgende Titeltrack nimmt den Fuß zwar etwas vom Gaspedal, ist dafür aber ein herrlich stampfender Rocker mit genialen Lead-Gitarren und erneut herrlich prägnanten Gesangslinien, sodass ich mir nach zwei Songs endgültig sicher bin, dass GLUECIFER noch immer auf allen Zylindern feuert.
Nach diesem mehr als starken Beginn dürfte es euch nicht verwundern, dass auch die gesamte restliche Spielzeit zum wahren Triumphzug wird, der durchaus auch mit viel Abwechslung glänzen kann. 'I'm Ready' etwa ist eine locker-flockig nach vorne gehende Nummer mit Sommervibes, während 'Armadas' mit krachender Sperrigkeit aus den Boxen donnert und sich phasenweise hörbar beherrschen muss, um nicht in dissonante Gefilde abzudriften. Ja, hier sieht man den Schweiß im nächsten Club schon von der Decken tropfen, wenn diese Nummer ihr Livedebüt erfährt. 'Pharmacity' und auch 'Made In The Morning' sind da schon deutlich melodischer unterwegs und werden live wohl eher eine Einladung zum kollektiven Mitsingen darstellen, während man zum Punk'n'Roller '1996' wohl durchaus auch das Tanzbein schwingen oder zumindest im Moshpit ordentlich durch die Gegend fliegen könnte.
Am Ende kommt man sich nach einer schweißtreibenden und unheimlich spaßigen Spielzeit ohne Ausfälle dann auch so vor, als hätte GLUECIFER die Zeit mal eben locker zurückgedreht. Von Altersmilde oder gar Rentenreife ist bei den Norwegern jedenfalls nichts zu spüren, weshalb man vor dem Fünfer auch nur den imaginären Hut ziehen kann. Wenn man als Band zurückkommt, dann bitte genau so! Die Droge ist nämlich anno 2025 die selbe, das High ist allerdings mindestens genauso gut wie Anfang der Zweitausender. Einzig der etwas wütend aussehende Hahn auf dem Cover bleibt mir so am Ende ein Rätsel, doch könnte der auch dem Rock'n'Roll-Rausch geschuldet sein, in dem sich die Band offenkundig während der Aufnahmen befunden haben muss.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


