GLADENFOLD - Soulbound
Mehr über Gladenfold
- Genre:
- Symphonic Power Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Reaper Entertainment
- Release:
- 27.02.2026
- Fire Wind
- Wardens Of Time
- For My Queen
- Helix Of Hate
- Mercy
- Ghostlike
- Chaos Waltz
- Anthem Of The Broken
- Soundbound Parallax
Schmackofatz für ausgehungerte KAMELOT-Fans!
Aus Turku im Süden Finnlands stammt eine Melodic Metal-Combo mit dem klangvollen Namen GLADENFOLD. Meine Recherchen befördern ans Tageslicht, dass dieses Wort aus einer von J.R.R. Tolkien erfundenen, elbischen Sprache stammt und wohl soviel bedeutet wie "evil mountain", also "böser Berg". Die Truppe existiert offenbar schon seit über zwanzig Jahren und legt mit "Soulbound" jetzt ihr viertes Studioalbum vor, wobei ich gestehen muss, dass mir nur noch der unmittelbare Vorgänger "Nemesis" aus dem Jahre 2022 halbwegs im Ohr ist. Schriftzug und Artwork wecken Assoziationen zu ELVENKING, doch mein musikalisches Gedächtnis lässt mich eher Musik auf den Spuren der Kinder vom Bodominjärvi erwarten. Die Antwort auf die hier angebahnte Frage lautet am Ende aber "weder noch".
Die in früheren Reviews und Interviews öfter erwähnten Melodic Death Metal-Einflüsse sind auf ein Minimum geschrumpft, man hört sie zum Beispiel noch am Anfang der starken Nummer 'Helix Of Hate'. Ansonsten gibt es hübsch anzuhörenden, episch-cineastisch angelegten Melodic Power Metal, der seine Herkunft nicht für eine Sekunde verleugnen kann. Die schönen Gesangsmelodien verpackt in einen glasklaren Sound gehen schnell ins Ohr, allerdings ohne dort so richtig hängenzubleiben. Man erkennt deutlich, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt, dessen Inhalt zumindest für mich auf Anhieb schwer verständlich ist. Es scheint irgendwie um das menschliche Schicksal zu gehen und darum, ob und wie wir es beeinflussen können.
Durch die symphonisch-dramatischen Arrangements und die Hinzunahme diverser Progressive Metal-Versatzstücke ergibt sich stellenweise der Eindruck einer skandinavischen Light-Version von KAMELOT, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Mir hat "Soulbound" viel Spaß gemacht, das Album bietet über die gesamte Spielzeit hinweg qualitativ hochwertiges Material für Melodic Metal-Liebhaber. In den besten Momenten werden Erinnerungen an die ebenfalls finnische Band REQUIEM wach, die zu jener Zeit, als auch GLADENFOLD gegründet wurde, zwei zumindest im Underground heftig abgefeierte Platten veröffentlicht hat. Damals war dieser Sound noch etwas Besonderes.
Allerdings werdet ihr schon gemerkt haben, dass ich bei allem Lob nicht wirklich in Begeisterungsstürme ausbreche. Letztlich fehlen hier dann doch die ganz großen magischen Momente, die Hooklines für die Ewigkeit und die dramaturgische Durchschlagskraft. Ein Zyniker könnte jetzt schreiben: eben das, was Bands wie KAMELOT auszeichnet. Trotzdem sollten Genre-Anhänger GLADENFOLD und "Soulbound" eine echte Chance geben; vielleicht zünden die Songs in Euren Ohren ja noch ein Stück besser. Handwerklich ist hier definitiv alles im grünen Bereich.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Martin van der Laan


