EXHUMED - Red Asphalt
Mehr über Exhumed
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 9.50
- Label:
- Relapse Records
- Release:
- 20.02.2026
- Unsafe At Any Speed
- Red Asphalt
- Shock Trauma
- Shovelhead
- The Iron Graveyard
- Crawling From The Wreckage
- Signal Thirty
- Death On Four Wheels
- Symphorophilia
- The Fumes
Ein Knüppelfest auf Monsterniveau.
Es gibt Bands im extremen Sektor, an die lasse ich absolut nichts kommen. Da mag sicherlich auch ein Teil Fanbrille mitspielen. Doch angesichts des nahezu ausnahmslos überragenden Katalogs einer Truppe wie EXHUMED, gibt es meines Erachtens wohl kaum zwei Meinungen zum Gore-getriebenen Geknüppel der kalifnroischen Grinder - und daran wird "Red Asphalt" aus verschiedensten Gründen auch nichts ändern. Der wichtigste zuerst: Die Band hat sich auf dem aktuellen Silberling tatsächlich noch einmal selbst übertroffen und das eigene Portfolio so stark, aber eben auch logisch ausgeweitet, dass man fast von alleine auf die Knie fallen mag, um hier seine Schellen zu empfangen. +
Da wird immer mal wieder die Thrash-Keule (und das gerne auch inflationär) ausgepackt, um den Kollegen in der Bay Area einen deftigen Gruß zu schicken, es wird an anderer Stelle auf einem Niveau geschreddert, dass selbst die versiertesten Charaktere der Florida-Szene hellhörig werden dürften. Wenn dann auch noch einige unverhoffte, wenn auch dezent melodische Parts eingeschoben werden und jedwedes stumpfe Gehacke von vorne herein ausgeschlossen ist, hat EXHUMED längst die Trumpfkarte gezogen, die sie eigentlich nicht zwingend ausspielen musste. Denn wie bereits gesagt: Diese Truppe hat in all den Jahren bislang immer Großartiges vollbracht.
Dennoch mag ich so weit gehen und behaupten, dass seit dem grandiosen "Slaughtercult"-Meilenstein keine Scheibe mehr so angriffslustig, vielseitig und entschlossen geklungen hat wie "Red Asphalt". Die Band ballert in allen Tempolagen, ist vielleicht nicht ganz so brachial wie in der jüngeren Vergangenheit unterwegs, zeigt sich stattdessen jedoch so souverän und tight, dass selbst so manche Old-School-Kultkapelle locker einpacken kann, sollte sie sich mit EXHUMED in der derzeitigen Tagesform messen wollen. Das Riffing ist grandios, die Rhythmusarbeit gar fantastisch, und auch an den Vocals ist noch einmal ein klarer Fortschritt zu verzeichnen, weil den üblichen Growls auch ein paar gemeine, packende Screams beigemengt werden. Vielleicht ist manchem eingeschworenen Liebhaber der Thrash-Anteil eine Spur zu hoch, doch angesichts beeindruckender Knüppelfeste wie 'The Iron Graveyard', 'Shovelhead' und 'Symphorophilia' ist gar nicht erst daran zu denken, diese Entwicklung in Frage zu stellen. Denn in der Tat trümmert EXHUMED jedes Gegenargument fabulös in Grund und Boden.
Ich sagte es eingangs bereits, ich bin bekennender Fan der Jungs aus San Jose und von Anfang an leidenschaftlicher Sammler. Doch dieser Umstand ist für die letztenendliche Begeisterung fast schon unbedeutend, da EXHUMED in den letzten Jahren etwas sparsamer mit der Studiozeit umgegangen ist und die Erwartungen gar nicht so hoch hätten sein sollen. Doch ohnehin hat die Band alles übertroffen, am meisten jedoch sich selbst. "Red Asphalt" ist die bis dato beste Todesblei-Scheibe des jungen Jahres und darf es gerne noch eine ganze Weile bleiben!
- Note:
- 9.50
- Redakteur:
- Björn Backes


