DISTANT LEGACY - The Lighthouse's Fate
Mehr über Distant Legacy
- Genre:
- Epic Orchestral Metal
- ∅-Note:
- 9.50
- Label:
- Skaldic Records
- Release:
- 28.11.2025
- The Path To Solitude
- Walden, feat. Herbie Langhans
- Fingerprints, feat. David Henriksson
- The Truth Will Really Show
- The Lighthouse
- Waves
- The Last Chord
- Farewell
Orchestral, hymnisch, stimmungsvoll, einzigartig.
Manchmal möchte man einfach nur schreiben: Hört euch die Platte an, sie ist einfach großartig! Aber nun gut, das ist natürlich nicht wirklich zielführend. Für alle diejenigen, die noch nichts von DISTANT LEGACY gehört haben, hier eine kurze Einführung der Band: Timo Schade. Ich sehe gerade fragend hochgezogene Augenbrauen – ja, Timo IST "die Band". Das heißt im Klartext: Die komplette Musik wurde von Timo Schade in seinem "Lighthouse Studio" in Essen geschrieben, komponiert, gespielt, arrangiert, produziert, aufgenommen, gemischt und gemastert.
Alleine das löst bei mir schon Bewunderung aus, weil sich das Ergebnis schon rein vom "technischen Aspekt" her perfekt anhört. Außerdem gibt es zwei Gastsänger, nämlich David Henriksson (ex-INSANIA, HEEL) und Herbie Langhans (ex-FIREWIND, AVANTASIA). Insbesondere die Beteiligung von Herbie hat natürlich mein Interesse geweckt, da ich ihn und sein gesangliches Wirken sehr schätze.
Zur Musik, die ich jetzt mal als Epic Orchestral Metal bezeichnen möchte, wobei das mit dem Einsortieren ja immer so eine Sache ist. Klar, es werden sich wahrscheinlich Bands finden, an die diese Musik erinnert, aber zumindest bei mir sind das nur flüchtige Gedanken, die gelegentlich in meinem Kopf auftauchen, aber keine wirklichen Vergleiche zu anderen Bands festigen. Das ist auch gut so, denn das ist völlig unnötig. Timo Schade hat mit seinem Debütalbum "The Lighthouse's Fate" eine Klangwelt geschaffen, die einen völlig in ihren Bann zieht. Er ist nicht die erste Ein-Mann-Band-Musiker, welcher das bei mir geschafft hat und bei dem man merkt, wie viel Liebe und Herzblut er in sein Projekt gesteckt hat.
Schon beim ersten Track, dem hymnisch-orchestralen 'The Path To Solitude', entwickelt sich eine leichte Gänsehaut, die Pauken am Schluss verstärken den Eindruck noch. Auch Timos Stimme hat ein gewisses Timbre, was mich direkt anspricht. Dazu muss ich sagen, dass bei mir sehr viel vom Gesang abhängt. Die Musik kann noch so toll sein, wenn mir der Gesang nicht gefällt, dann nützt das alles nichts. Gesangstechnisch schwimmt Herbie bei 'Walden' da voll "auf meiner Welle", schon alleine deshalb, weil er diese unfassbar wandelbare Stimme hat, die immer zum entsprechenden Track passt. So auch hier. Unbedingt erwähnenswert ist auch die fabelhafte "Instrumentalfraktion" – man mag gar nicht glauben, dass dafür nur eine einzige Person verantwortlich ist und welche Arbeit dahintersteckt. Bei jedem weiteren Durchgang entdeckt man neue Feinheiten. Okay, das gilt eigentlich für jeden der acht Tracks.
Weiter geht es mit dem rasanten, eingängigen 'Fingerprints', dem David Henriksson seine Stimme leiht. Der Refrain geht gut ins Ohr, dazwischen gibt es Klavier- und Gitarrenpassagen. Mit Klavierklängen beginnt und endet auch das etwas dunkle, orchestrale 'The Truth Will Really Show', das wieder mit wunderbarem Chorgesang beeindruckt. Auch hier hört man viele Nuancen erst nach einigen Wiederholungen. Eine richtig fette Gänsehaut macht sich bei 'The Lighthouse' breit – ein ebenfalls etwas dunkler Titel, der zumindest mir so richtig unter die Haut geht.
Was umgibt einen Leuchtturm? Richtig, Wellen. Beim balladesken, dunklen 'Waves' enststeht in meinem Kopf das Bild eines vom Sturm umtosten Stückchen Lands, weit vor der Küste, auf dem ein einsamer Leuchtturm steht – ähnlich wie beim Coverfoto. Ich höre sirenenhaften Hintergrundgesang, "weinende" Gitarren, das Stück baut sich immer dramatischer auf, ähnlich wie ein heraufziehender Sturm. Irgendwie zittert man mit, ob alles gut ausgehen wird. Ein Szenario, gleichzeitig erschreckend und faszinierend und ein weiterer emotional sehr berührender Track.
Wunderschön und nachdenklich kommt das orchestrale 'The Last Chord' daher. Hier ist das Besondere die unglaubliche Gitarrenarbeit, der stimmungsvolle Chorgesang – ach einfach alles. Auch Timos Stimme berührt mich hier ganz außerordentlich. Zu sagen, dass dies mein Liebligssong ist, wäre den anderen Songs gegenüber ungerecht, aber er hat einfach das besondere Etwas, das mir einmal mehr eine fette Gänsehaut beschert. Das instrumentale 'Farewell' bildet den krönenden Abschluss eines einzigartigen Albums. Wenn zum Schluss die Brandungswellen rauschen, blickt man in die Ferne auf den Leuchtturm, der mit seinem Licht das Dunkel erhellt.
Was bleibt noch zu sagen, ohne dass ich mich ständig wiederhole? Allen, die ein Faible für orchestrale Klangwelten haben, sei "The Lighthouse's Fate" ans Herz gelegt. Setzt euch Kopfhörer auf, schaltet ab, genießt die Musik und lasst euch in die einzigartige Musik-Welt von Timo Schade fallen.
The Path To Solitude
https://www.youtube.com/watch?v=dkj1EMA0nAg
Walden, feat. Herbie Langhans
https://www.youtube.com/watch?v=IfSrA_iR2vQ
The Lighthouse
https://www.youtube.com/watch?v=wFsJdi6bRS0
The Last Chord
https://www.youtube.com/watch?v=70PQ5wxieNE
- Note:
- 9.50
- Redakteur:
- Hannelore Hämmer


