DARKTRIBE - Forgotten Reveries
Mehr über Darktribe
- Genre:
- Progressive Metal / Power Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Scarlet Records
- Release:
- 21.11.2025
- Paradox
- I Walk Alone
- The Fallen World
- Sicilian Danza
- Ghost Memories
- Eden And Eclipse
- From Star To Dust
- Reality
- Kings In The Sand
- Mornings Of Fear
- Son Of Illusion
Gutklassiger und teils epischer Prog mit vereinzelten Hits.
Seit beinahe zwanzig Jahren macht DARKTRIBE bereits die Prog-Metal-Szene unsicher und hat mittlerweile drei wirklich gute Alben veröffentlicht, für den ganz großen Durchbruch hat es für den Vierer aus Nizza aber noch nicht gereicht. Das hält die Truppe um Anthony Agnello (Gesang), Loïc Manuello (Gitarre, Keyboard), Bruno Caprani (Bass) und Guillaume Morero (Schlagzeug) aber nicht davon ab, uns heuer den vierten Langspieler "Forgotten Reveries" zu servieren. Die Scheibe ist zwar bereits im vergangenen Jahr erschienen, soll aber in Anlehnung an den Titel nicht zu den vergessenen Rezensionen gehören, weshalb ich den Silberling hier nochmal für euch ausgegraben habe.
Und das könnte sich durchaus gelohnt haben, denn nach dem kurzen Intro 'Paradox' beginnt das Album mit 'I Walk Alone' sehr vielversprechend. Irgendwo zwischen SYMPHONY X, DREAM THEATER und europäischem Power Metal serviert das Quartett eine symphonische, hymnische und teils sogar epische Nummer, deren Hooklines sich schnell im Gedächtnis einnisten. Besonders gefällt mir dabei die Stimme von Fronter Anthony, der mich in seinen besten Momenten an den Kollegen Ronnie Romero denken lässt, der sich in der letzten Dekade ja als eine der prägenden Rockstimmen unserer Zeit etabliert hat. Die abwechslungsreiche Gitarrenarbeit, feine Soli und das Schlagzeug, das den Song mit soliden Beats nach vorne peitscht, runden schlussendlich eine handwerklich blitzsaubere Leistung ab, mit der DARKTRIBE problemlos in der ersten Prog-Metal-Liga mitspielen kann.
Die Zutaten für eine perfekte Scheibe sind damit gegeben. Da sich die Franzosen allerdings ganz klar auf die melodischen Widerhaken ihrer Songs verlassen, müssen diese eben auch immer sitzen, um das Niveau des Openers zu halten. Und hier liegt die Krux der Sache, denn dieses Kunststück gelingt auf "Forgotten Reveries" lange nicht allen Songs. So passiert es dann auch, dass sich der Vierer bei aller handwerklichen Klasse manchmal doch mit dem Abstieg in die zweite Liga und damit ins Mittelfeld des Prog-Sektors herumschlagen muss. 'Eden And Eclipse' etwa ist eine recht belanglose Halbballade, die man in dieser Form schon tausendfach gehört hat und die bei mir einfach nicht zünden will. 'Sicilian Danza' gibt sich dagegen als betont tanzbare Nummer, hat aber leider keinen wirklichen Gesangshook im Angebot, während 'Reality' insgesamt etwas austauschbar und gesichtslos aus den Boxen schallt.
Doch keine Sorge, schlecht ist "Forgotten Reveries" deswegen noch lange nicht, denn immer wieder gibt es doch die Höhepunkte, die den Silberling vor einem Schicksal in der Unscheinbarkeit bewahren. So ist 'Ghost Memories' ein melodischer Hit vor dem Herren, der ganz offenkundig mit modernen Power-Metal-Gefilden flirtet, während 'From Star To Dust' mit modernen Synthesizer-Spielerein überrascht und gleichzeitig punktet. Schlussendlich gefällt mir auch 'Mornings Of Fear' mit düsteren Riffs und einer leichten WITHIN TEMPTATION-Schlagseite ziemlich gut, sodass ich euch auch diesen Track als Anspieltipp mit auf den Weg geben würde.
Am Ende ist "Forgotten Reveries" damit ein teils richtig starkes, teils aber eben auch nur solides Prog-Metal-Album geworden, das in seinen besten Momenten aber definitiv ein Ohr wert ist. Seid nur gewarnt, eine Vorliebe für pompösen Power Metal müsst ihr mitbringen, um von den Franzosen nicht verschreckt zu werden.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


