CARRION VAEL - Slay Utterly
Mehr über Carrion Vael
- Genre:
- Deathcore
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Unique Leader Records
- Release:
- 16.01.2026
- 19(fucking)78
- Truth Or Consequences
- 1912
- 30 On 9
- 40 Echoes Upon The Parlor
- Lord Of 74
- Bisection 47
- Black Chariot
Symphonische Deathcore-Breitwand-Attacke.
Die Faszination, die Geschichten von Serienmördern ausstrahlen, scheint ungebrochen zu sein, denn nicht nur arbeiten Netflix und Co. so ziemlich jeden Fall in Dokumentationen oder Verfilmungen auf, auch die US-Amerikaner CARRION VAEL thematisieren auf ihrem neuen Album "Slay Utterly" pro Song den Fall eines Serientäters. Was nach dem Stoff für das nächste Gore-Death-Metal-Fest klingt, soll laut Aussage der Band aber deutlich eher am melodischen Todesstahl angelehnt sein, wo wir es ansonsten ja nicht mit so grafischen Thematiken zu tun bekommen. Wie passend diese selbstgewählte Kategorisierung ist, wollen wir nun auf dem fünften Langdreher der 2017 gegründeten Band herausfinden.
Der Opener '19(fucking)78' lässt dann aber die Göteborg-Referenzen schnell in weite Ferne rücken, denn musikalisch bekommen wir hier symphonischen und wuchtigen Deathcore um die Ohren gehauen, der zwar ein paar vereinzelte melodische Widerhaken hat, generell aber doch auf Breitwand-Attacke setzt. Ein bisschen Finesse in Form einiger dissonanter Lead-Gitarren gibt es allerdings auch zu bestaunen und gerade wenn sich das gesampelte Orchester in den Refrains zu vollem Glanz aufschwingt, ist der Track auch durchaus prägnant. Schade nur, dass sich das durchweg nach vorne knüppelnde Schlagzeug als dezente Spaßbremse erweist, die einen soliden Track im Gesamteindruck schwächt. Gut, dass 'Truth Or Consequences' mit schönen Akustikgitarren im Intro deutlich vielseitiger beginnt und auch in der Folge mit leicht rockigen Riffs eine deutlich einprägsamere Schiene fährt als der direkte Vorgänger, ohne dabei das Aggressionslevel deutlich zu senken. Erneut gibt es aber wieder etwas zu bemängeln, denn die Growls und Screams von Fronter Travis Lawson Purcell gehen doch teilweise etwas im wuchtigen Gesamtsound unter.
Und auch im weiteren Verlauf springt der Funke zwischen mir und "Slay Utterly" nie gänzlich über, denn auch wenn die Amerikaner handwerklich auf allerhöchstem Niveau agieren, fehlt mir bei den Kompositionen der Scheibe doch immer irgendwie das gewisse Etwas, das den Fünfer über den Deathcore-Durchschnitt hieven könnte. Mal rumpelt man sich etwas zu schonungslos durch wilde Riff-Attacken, dann fehlt irgendwie mal ein melodischer Widerhaken, der im teils überdrehten Klanggewitter für Klarheit und Wiedererkennungswert sorgen könnte. So bleibt die sehr teschnische Nummer '40 Echoes Upon The Parlor' am Ende mein persönlicher Favorit, denn hier ist zumindest die Gitarrenarbeit durchweg überzeugend, auch wenn mich die Growls weiterhin nicht gänzlich vom Hocker reißen und immer etwas eindimensional wirken.
Schlussendlich muss der Fairness halber allerdings auch erwähnt werden, dass ich nicht der größte Deathcore-Liebhaber bin, weshalb Fans dieser Spielart sich wohl am Ende am besten selbst ein Urteil über die Platte bilden. Für jemanden wie mich, der sich vom vollkommen falschen Melodic-Death-Label hat anlocken lassen, das sich die Band selbst im Pressetext anhängt, ist "Slay Utterly" ingesamt aber eine durchaus anstrengende Breitwand-Attacke, der ich mit stark bemühter Objektivität sieben Zähler im Genre-Kontext gebe, ohne persönlich je wirklich restlose Begeisterung empfunden zu haben.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


