CARNIVORE A.D. - Transmutation
Mehr über Carnivore A.D.
- Genre:
- Hardcore / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Apostasy Records
- Release:
- 27.03.2026
- Prologue
- Transmutation
- I Stand Alone
- Social Decomposition
- Mine Is The Hand
Erstes Studiomaterial der A.D.-Version.
Glücklicherweise war es mir seinerzeit noch vergönnt, CARNIVORE im Original-Line-up zumindest einmal live zu erleben und diese ungestüme Power, die von den beiden Fronthünen ausgestrahlt wurde, ungebremst und vor allem ungefiltert auf mich wirken zu lassen. Dass nach dem Ableben von Pete Steele ein schleichender Übergang zu CARNIVORE A.D. geschaffen wurde, ist ebenfalls akzeptiert, denn auch die aktuelle Besetzung der runderneuerten Truppe hat die Bühnen dieser Welt in den vergangenen Jahren in Schutt und Asche gelegt und die Tradition des Originals daher auch adäquat fortführen können.
Nun wagt sich das Trio erstmalig auch an neues Material heran und begibt sich damit auch auf risikobehaftetes Terrain, dann dass das frische Material natürlich immer an den beiden einzigen CARNIVORE-Releases gemessen wird, sollte allen Beteiligten klar sein. Insofern ist ein leichtes Vortasten mit einer relativ kurzen EP daher auch mal sinnvoll - einmal um sich selbst zu erproben, dann aber auch um die Resonanz abzuwarten. Und auf die sind wir wohl alle gespannt!
Musikalisch können Frontschnauze und Bassist Baron Misuraca (ex-SHEER TERROR), Gitarrist Chuck Lenihan (ex-CRUMBSUCKERS) und Schlagwerker Joe Cangelosi (ex-KREATOR, WHIPLASH, MASSACRE) jedenfalls von Beginn an überzeugen, zumal sie nicht krampfhaft versuchen, die legendären Abrissbirnen der vorangegangenen Scheiben zu adaptieren. Es bleibt roh und ungeschönt, es wird manches Mal arg brachial gemetzelt, und auch dieser recht eigenwillige Sound zwischen Hardcore und Thrash, den CARNIVORE seinerzeit entwickelt hat, bleibt Teil der DNA der A.D.-Variante - wie könnte man da also meckern oder weiterhin skeptisch sein?
Nein, hier darf man gegenteilig auf jeden Fall ein paar Steine der Erleichterung vom Herzen fallen hören, da man das Vermächtnis auf "Transmutation" würdevoll verwaltet, mitunter aber auch so weit weiterentwickelt, dass CARNIVORE A.D. zumindest partiell für sich stehen kann. Gerade im punkigen 'Social Decomposition' und im ehrfurchtgebietenden Titelsong ist die Magie damaliger Tage kurz im Raum und schafft schließlich auch das letzte kleine bisschen Daseinsberechtigung für diese Nachfolgetruppe, die bis dato noch gefehlt haben könnte. Ja, genau so haben wir uns das am Ende gewünscht!
Von daher darf man durchaus neugierig sein, ob "Transmutation" lediglich ein kurzes Zwischenexperiment oder doch als Startschuss für weitaus mehr gewertet werden darf. Live hat sich die Combo zuletzt bereits den Allerwertesten aufgerissen und überzeugt, im Studio wird jetzt passend und packend nachgelegt - und gerne auch noch häufiger. Beide Daumen gehen beruhigt nach oben!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


