BARBARIAN - Reek Of God
Mehr über Barbarian
- Genre:
- Thrash Metal / Black Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Dying Victim Productions
- Release:
- 23.01.2026
- Warning
- Maxima Culpa
- Sledgehammer
- Eighth Sacrament
- Shit He Forgives
- Cardinal Sinner
- Cancer Cross
- Crossburn
- Mercy Swallower
- Freak Magnet
- Retrogarde Metal
- Crurifragium
Ungestüm und manchmal unkontrolliert.
Eine passende Schublade für BARBARIAN zu finden, ist auch mit dem Release der sechsten Scheibe kaum möglich. Die unverwüstlichen Italiener haben ihren VENOM-meets-CELTIC FROST-Sound über die Jahre abseits jeglicher konventioneller Songwriting-Methode nicht nur etabliert, sondern auch insofern weiterentwickelt, als zwischen finsterem Thrash und gelegentlichem Old-School-Death auch auf "Reek Of God" alles erlaubt zu sein scheint, was rau, dreckig und ungestüm klingt. Ohne dabei die ganz alten Helden inspirativ immer wieder von Neuem zu überstrapazieren.
So wird auch diesmal wieder ordentlich gerumpelt und gelärmt, ohne dass ein klares System dahintersteckt, spontane Grüße an Cronos und Tom G. Fischer sind dabei natürlich immer erlaubt, doch gleichzeitig wird auch eine Spur Bay-Area-Thrash in die groovigen Momente eingearbeitet, was auf dem Papier wilder anmutet, als es letzten Endes ist. Auch wenn hier und dort ein paar NWoBHM-Gitarren eingestreut, vom bestialischen Geballer aber doch wieder rasch abgelöst werden, klingt das auch nicht befremdlich, sondern ist unterm Strich lediglich die reine Natur des BARBARIAN-Sounds: unvorhersehbar, eigenwillig und zu allen Überraschungen bereit!
Dass "Reek Of God" aber nicht ganz so intensiv zündet wie seine beiden direkten Vorgänger, liegt vor allem daran, dass die Südeuropäer das Tempo nur selten mal anziehen und man sich vergleichsweise häufig im groovigen Segment bewegt. Der mitunter radikale Old-School-Charakter der Songs leidet darunter ein wenig, ebenso der Kick-Ass-Faktor, der vor allem "Cult Of The Empty Grave" (2016) auszeichnete und jenes Meisterstück auch eine Dekade später unerreicht im Katalog stehen lässt.
Natürlich ist es BARBARIAN gegönnt, einfach nur das eigene Ding zu machen und sich nicht von Erwartungen oder Vergleichen treiben zu lassen. Aber summa summarum sind die Italiener sicherlich mancherorts noch zu mehr fähig, als sie auf ihrem aktuellen Release zeigen. Denn zu oft fehlt auf "Reek Of God" die klare Orientierung, und nicht immer kann die Truppe dies durch ihren ureigenen Charme spielerisch wettmachen. Wer auf die oben genannten Kultacts abfährt, ist natürlich trotzdem bestens beraten, der Band auch im sechsten Anlauf eine Chance zu geben. Das letzte Quäntchen Überzeugungskraft fehlt dem Album aber dennoch.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Björn Backes


