AMORPHIS - Tuonela
Mehr über Amorphis
- Genre:
- Rock
- ∅-Note:
- 10.00
- Label:
- Nuclear Blast / Relapse
- Release:
- 29.03.1999
- The Way
- Morning Star
- Nightfall
- Tuonela
- Greed
- Divinity
- Shining
- Withered
As the flowers wither...
Ich weiß noch, wie ich in einen Essener CD- und LP-Laden ging (sowas gab es mal!) und das Album "Tuonela" gerade neu war: Man konnte es anhören, was ich auch sofort tat. Kaum tönte 'The Way' mit den Zeilen 'As the flowers wither, i will forget my pain', da war es um mich geschehen, zumal der Chorus so genial abhob. Das setzte sich mit 'Morning Star' fort, einem der grandiosesten Chorusse von AMORPHIS ever. Ich kannte die Band kaum, aber das gefiel mir extrem gut, obwohl ich eigentlich härtere Musik bevorzugte.
Heute machen sie nicht mehr so sphärische, beinahe alternative Musik, die seinerzeit jedoch auch diese finnischen Melodien enthielt und somit ganz unverwechselbar wurde. AMORPHIS baute gelegentlich ein Saxophon ein, was für großartige Momente sorgte. Die Atmosphäre auf diesem Album lässt sich nicht wiederholen: Hier stimmt einfach alles! Orientalische Vibes, Growls in "Greed" in der Mitte des Albums platziert, die großen Harmonien des 1000-Seen-Landes, die Melancholie, die prägnanten Klargesänge, die sich noch nicht wie später stark dem Mainstream anbiedern, sondern einsam ihre dornigen Wege gehen. Kurz lassen die Finnen Doom anklingen, dann verschlägt es sie von schwarzen Felsen in karges, weites Land. Sie setzen eine Flöte ein, und das superb songdienlich. Was Melodien anging, waren die Buben in der Zeit kreativer als der Schöpfer. Die Songs auf "Tuonela" sind nie sehr lang und dennoch wie in einem Flow konzipiert. Es stimmen die Reihenfolge, das Arrangement und die Produktion.
Mit 'Summer's End' verfügt das Album über ein sensationelles Finale. Das ist einer meiner Lieblingssongs überhaupt. 'Cut the berries down' und 'You will see what could be evergreen - turn to copper and fade to gray' sind so geniale Textzeilen zu einer wunderbaren Hauptmelodielinie, die ich in Endlosschleife hören könnte.
Was soll ich sagen: Superalbum, Höchstnote.
- Note:
- 10.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


