AMONG PHANTOMS - Remnants (EP)
Mehr über Among Phantoms
- Genre:
- Groove Metal / Djent
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 06.03.2026
- In Absentia
- Insignificance
- Lost At Last
Feiner Grenzgang zwischen Groove Metal und Djent im MESHUGGAH-Fahrwasser.
Die dänische Metalszene brodelt seit Jahren und beglückt uns immer wieder mit spannenden Bands. In diese Liste wollen sich auch Mads Emiliussen Thomsen (Gesang), Mads Trebbien (Gitarre, Bass), Nikolaj Plum-Jensen (Schlagzeug) und Bjarne Skovsborg Hanse (Gitarre) mit ihrer Band AMONG PHANTOMS einreihen, die sich wuchtig groovenden Metal auf die Fahne geschrieben hat. Wie die Interpretation dieser Stilistik im Falle des Vierers klingt, können wir dabei auf der neuen EP "Remnants" herausfinden, die uns insgesamt drei Tracks präsentiert und auf die selbstbetitelte Kurzrille aus dem Jahr 2018 folgt.
Nun ist die erste Frage natürlich, was AMONG PHANTOMS denn unter Groove Metal versteht, denn hier gibt es ja durchaus viel Interpretationsspielraum. Das eröffnende 'In Absentia' stellt aber schnell klar, dass die Suche nach Inspiration die Dänen ins Nachbarland Schweden geführt hat, denn MESHUGGAH hat für den brutal knarreden Bass, die Stakkato-Riff-Attacken und auch die herrlich brutalen Vocals von Fronter Mads hörbar Pate gestanden. Ja selbst die taumelnden Leads könnten problemlos aus dem Werk der Prog/Djent-Kollegen gezogen worden sein, wobei man AMONG PHANTOMS lassen muss, dass man lange nicht so rhyhtmisch vertrack wie das Original zu Werke geht. Das sorgt dafür, dass der Eröffnungstrack deutlich leichter verdaulich ist als eine MESHUGGAH-Nummer, wobei die schöne melodische Ausarbeitung ebenfalls ihren Beitrag zu dieser Qualität des Tracks leistet.
'Insignificance' nimmt den Ball im Anschluss an gleicher Stelle auf, schraubt aber das Tempo nach oben und setzt vermehrt auf einen etwas vertrackteren Ansatz, wobei sich im Refrain doch wieder wohltuende Geradlinigkeit einstellt und dafür sorgt, dass auch diese Nummer schon im ersten Durchgang ihre Spuren bei Hörerinnen und Hörern hinterlässt. Mit 'Lost At Last' endet der wilde Groove-Ritt dann auch leider schon wieder, wobei hier tatsächlich auch die Nähe zu MESHUGGAH endlich etwas aufgebrochen wird, denn beim erneut wuchtig groovenden Track haben hörbar auch Kollegen wie LAMB OF GOD gerade bei den Sechssaitern Pate gestanden. Trotzdem ist die Nummer in meinen Ohren der schwächste Beitrag auf "Remnants", wobei wir auch hier noch immer auf sehr hohem Niveau unterwegs sind, das von vielen Kollegen in diesem Sektor so nicht erreicht wird.
Alles in allem ist die EP dann auch eine durchaus unterhaltsame und handwerklich starke Absichtserklärung, im Djent-Prog-Groove-Metalsektor ein Wörtchen mitreden zu wollen. Was die Dänen uns dabei noch schuldig bleiben, ist Auskunft darüber, ob das doch recht gleichbleibend auf Attacke gebürstete Songwriting-Konzept auch auf Albumdistanz funktionieren könnte. Im knappen Format von "Remnants" geht selbiges aber definitiv in Ordnung, weshalb auch acht verdiente Zähler ihren Weg nach Aarhus finden.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


