tja, da waren trotzdem genug Überraschungen dabei

Freitag, 18 Uhr, zwei Stunden bis Beginn und bereits die erste überraschung: Keiner vor dem Z7 in Pratteln. Schwer vorstellbar bei einer der beliebtesten Bands der Schweiz. Das änderte sich auch zur Türöffnung nicht - ich konnte sogar draussen auf meine verspäteten Kumpane warten. Dazu gab es aber keine grosse Gelegenheit, denn der Special Guest war noch beim Soundcheck und hat den frühen Vögeln schonmal ein paar Würmer vorgeworfen.
Als
SECRET SPHERE eine Stunde später auftraten war es kein Problem, irgendwo einen Platz zu finden. Die Bierpreise versauten uns vorher aber schon die Stimmung: 0.5 Liter für umgerechnet 6€ - wir schlagen den Tivoli also problemlos ^^ Secret Sphere taten derweil ihr bestes, dies zu ändern. Vor allem bei den beiden Songs von der Heart & Anger "Loud and Raw" und "Dance with the Devil" kam durchaus Stimmung auf, der Edguy'sche Spielstil wollte jedoch bei den wenigsten wirklich hängen bleiben.
So wurden schon minuten nach dem 30 Minuten Auftritt die ersten "Gamma Ray" Rufe laut. Inzwischen war die Konzertfabrik doch schon ziemlich gut gefüllt und, dem gefühl nach, zu gut 50% in Deutscher Hand. Mir kanns Recht sein, deutsche verstehen eh mehr von Metal als Schweizer (Altes, chinesisches Vorurteil ^^)
um 9 Uhr gingen dann die Lichter für das
GAMMA RAY Intro aus. Ein Klassiker eigentlich schon für sich, und plötzlich lebte die Halle. Das Eröffnungsduo "Anywhere in the Galaxy" und "Men, Martians and Machines" haute für mich natürlich in die exakt richtige Kerbe. Das Publikum erwies sich zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig Unsicher beim Text, was bei "The Spirit" noch deutlicher hörbar war. Die Ruhepause mit "Farewell" war bitter nötig. Kai zeigte sich in höchstform - im Gegensatz zu Dirk, der Grippegeplagt auf der Bühne stand. Ob es daran lag, dass der Bass nicht so deutlich hörbar war wie normalerweise? Es könnte auch der Soundmix gewesen sein, denn auch Kai's Gitarre hörte man die Hälfte der Zeit nicht gut, während Henjo's Axt fast etwas zu dominant war.
Die kommende Bandhymne "Gamma Ray" brach dann den Damm endgültig, ab jetzt machte die Halle souverän mit. Auch Spässe wie das Ausschenken von Schokoladenmünzen bei "Money" sorgte für Spass und wohl einige zusammengehauene Köpfe ^^
Anschliessend wurde "Time to Break free" angekündigt - Scheinbar war ich nicht der einzige der ein derartiges Gerücht gehört hat, es ging ein lautes Raunen durchs Publikum. Und tatsächlich, er war da, Michael Kiske übernahm das Mikro und animierte uns angeregt zum Mitsingen. Nach kurzer Pause kamen dann die angekündigten Akkustik-Versionen von "Rebellion in Dreamland" und "Send me a Sign" - mit etwas cheating bei letzterem, Henjo lieferte auch dort ein Solo ab, Extraklasse wie man es sich von ihm gewöhnt ist.
Erneuerliche Umbauphase, dann geht es mit einem meiner Highlights weiter: "Dethrone Tyranny" war offensichtlich nicht nur mein Wunsch, mittlerweile war auch der hinterste und letzte aufgewacht... naja, zwei neben mir die Gamma Ray nicht kannten zögerten ^^ for the record, ich kenn die nicht xD Auch mit "Watcher in the Sky" kann man schlecht was falsch machen. Erst bei "Hold your Ground" zeigten sich vor allem auf den Flügeln wieder leichte Textschwächen.
Es folgt die schwächste Darbietung des Abends. Naja, die unsicherste zumindest, denn spontan entschieden sich Kai und Kiske dazu, aus "A While in Dreamland" ein Duett zu machen. Kiske zeigte sich dabei trotz Lyric Sheet noch sehr unsicher. Anfänglich amüsiert half ihm das Publikum anschliessend gerne weiter. Weiter gehts mit dem Hochgeschwindigkeits-"Rise" und dem abschliessenden Rocker "Brothers". War ich am Anfang von der Stimmung etwas enttäuscht schaffte es Kai nun mit Leichtigkeit, uns zu animieren.
Aber so leicht werden die Rayz uns nicht los. Und die Meinungen waren einheitlich: "I Want Out" wurde durch die Halle geschrien. Kai liess es sich nicht nehmen, uns auf den Ausgang hinzuweisen, ehe der gut zehnminütige Land of the Free 2 Hammer "Insurrection" uns die erwünschte Zugabe brachte. Mit dem hätte ich definitiv nicht gerechnet (Und hätte ihn glaub auch nicht gewählt), als Ersatz für den klassischen Longtrack "Armageddon" jedoch durchaus stark dargeboten. Doch wir geben nicht auf und geben den Jungs erneut zu verstehen, dass der Gig nicht ohne das wohlbekannte Helloween Cover enden darf.
Dazu kam es leider nicht, wer sich jedoch immer noch fragt, ob ein weiteres Gamma Ray Livealbum nötig ist, dem gebe ich hier 4 Worte: Kai, Kiske, "Future World". Nicht unser Wunsch, aber wir sind nicht wählerisch

Lauter war es den ganzen Abend nicht (*räusper* Sound... ^^), und beim Texteinsatz hielt uns Kiske nur das Mikro hin. Eigentlich hätte er gar nicht mehr tun können, wir kannten jede Silbe. Die beiden deutschen Power Metal Urgesteine alberten bestens Gelaunt auf der Bühne herum und forderten uns "heavy metal universe" like zum Mitsingen auf. Was heisst auffordern, ich glaub sie hätten uns nicht zum schweigen gebracht wenn sies versucht hätten.
Und so, nach tatsächlich 2 1/2 Stunden, hat sich wieder einmal bestätigt: Gamma Ray ist eine der sympathischsten und authentischsten Livebands die es gibt, die sich auch von kleineren Stolpersteinen nicht aufhalten lassen und sie eher noch für ihre Show nutzen. Genau das macht diese Konzerte jedes Mal wieder so genial. Werden die Soundschwächen im Mischen ausgeglichen kann man erneut mit einem Live Album rechnen, das das Label "GAMMA RAY" absolut versient hat.