Seltsame Gruppe 3, die Plätze 1 bis 4 standen recht schnell, die übrigen hätten sich auch ganz anders verteilen können, das war diesmal echt schwer zu rangieren.
1. Izzy Stradlin - Grunt
Izzy hat die Coolness bei GUNS 'N ROSES reingezaubert; ohne seinen lässigen Roots-Rock-Einfluss auf das Songwriting war das dann einfach nicht mehr das Selbe, die Erdung fehlte, die Seele des Ganzen. Wirkt oft unspektakulär auf den ersten Hör, aber der Meister hat einfach von den besten gelernt. 'Memphis' von CHUCK BERRY zum Beispiel kann nicht jeder covern, noch dazu mit diesem gewissen Sleaze-Einfluss, ohne dass es peinlich wird; Izzy hingegen schon. Und dieser tiefe Respekt vor den Altvorderen, bei aller sonstigen Schnoddrigkeit, der zieht sich einfach durch alles, was der Kerl so macht.
2. Portishead - All Mine
Holger hat es schon angesprochen, dieses Goldfinger-Flair. Ziemlich kalte Nummer, selbst für PORTISHEAD-Verhältnisse. Ist mir hier fast schon zu kalt. Andere Stücke mag ich mehr, aber dieser Gesang... - packt mich dann doch.
3. Poison - Something To Believe In
Ja, nun, ich bin da weitgehend rausgewachsen, aber manchmal gibt es da dann eben doch noch diese ein, zwei Gänsehautmomente im Song.
4. The Prodigy - Funky Shit
Ist mir fast ein wenig zu lang, dafür dass da ziemlich oft (nahezu) das Gleiche passiert.
5. Primus - Puddin' Taine
Wie ich neulich schon sagte, hit or miss. Das hier ist irgendwo dazwischen, eigentlich schon ziemlich gut, aber vielleicht dann doch etwas zu sehr mit Tönen zugekleistert, oder einfach zu lang für das was da passiert, ich weiß es nicht. Stimmungsabhängig.
6. Mind Funk - Ride & Drive
Etwas flache Produktion, falls das nicht an der YouTube-Version liegt. Manchmal so halb angezogene Handbremse. Habe das Gefühl, da wäre mehr drin gewesen. Aber einige hübsche Ansätze. Erinnert mich ein wenig an WARRIOR SOUL. Das letzte bisschen Punch fehlt mir hier.
7. Iron Maiden - Wasting Love
Akuter Ausbruch der chronischen Jungfrauenkrankheit: Eisenmangel, äh, nee, Refrainitis, langwierige Episode, die sich hinzieht. Etwas zu verwaschener Sound, der Gesang an sich ist gut, die bluesigen Einflüsse auch, aber eben zu oft wiederholte Muster, zu wenig Solo.
8. Depressive Age – Beyond Illusions
Hat eine coole Hook, überhaupt einige gute Ideen, ist mir dann aber doch zu lang ausgewalzt. Auf Dauer etwas anstrengend. Dennoch mit Ohrwurmpotential. Schrägienummer light.
9. Helloween - Time
Tolle Momente, besonders gesanglich, aber nicht alle Parts sprechen mich an; und insgesamt ist mir das damit dann auch wieder zu lang.
10. Vital Remains - Immortal Crusade
Death Doom mal aufgeteilt in deathige und doomige Parts; wer mich kennt wird nicht verwundert sein, dass mir auch hier mal wieder die doomigen Elemente deutlich mehr zusagen. Die Übergänge können mich nicht immer ganz überzeugen, aber an sich ist das schon recht interessant. Wäre mir an sich nicht einmal zu lang, wenn nicht einzelne Passagen für mich zwischendurch immer wieder ein wenig die Luft rausließen.


