Platz 1DISILLUSION – The Liberation
Ganze 13 Jahre lang (genau wie bei Tool) mussten Fans auf ein neues Album der Leipziger Progger warten. Dabei sehe ich mich selbst nicht einmal direkt als Fan in dem Sinne. Das aller Ortens hoch gelobte „Back To Times Of Splendor“ fand ich zwar immer sehr gut, aber ein Klassiker war das für mich nicht zwingend. Das 2006er Album „Gloria“ finde ich da fast noch eher kultverdächtig. Wobei sie hier fast schon etwas zu weit gegangen sind, was denke ich vielen Splendor-Fans gar nicht mehr gefallen hat. Nunja. Und da sind wir beim neuen Album. Ich finde die Band legt hier den perfekten Spagat irgendwo zwischen diesen beiden Welten hin. Und das nach einer so langen Zeit. Das hatte ich so sicher nicht erwartet. Das Album fließt wie aus einem Guss und ist prall gefüllt mit coolen Ideen, fabelhaften Übergängen und vor allem wunderbaren Melodien. Auch der Mix aus Härte, Ruhe, Emotion, Verspieltheit und coolen Ideen passt nahezu perfekt. Nach der passenden Einführung folgt mit „Wintertide“ gleich der erste Hammerlongtrack. Ich liebe die Stelle wo es ruhiger wird und dann etwas unerwartet leicht groovend weitergeht. Bei „The Great Unknown“ geht es dann etwas härter zu ehe mit „A Shimmer In The Darkest Sea“ eine echte Perle folgt. Diese Melodien…wunderschön! Der Titeltrack ist dann mit seinen fast zwölf Minuten wohl das echte Kernstück des Albums. Hier wird alles aufgefahren was geht. Wieder ein absoluter Volltreffer. Was soll auf diesen Song nun noch folgen denkt man sich. Und dann kommt mit „Time To Let Go“ vielleicht die Hitsingle des Albums. Es gibt Durchläufe wo ich diesen Song für den besten des Albums halte. Aber das wechselt gerne auch mal. Zudem passt hier wie gesagt alles so dermaßen ineinander und gehört zusammen, dass man das Album wirklich am Stück hören sollte. Das finale „The Mountain“ ist dann ein weiterer Zwölfminüter und wohl der experimentellste und schwierigste Song. An der Stelle wo es ruhiger wird stelle ich mir immer vor ich wäre gerade mit einem Raumschiff in ein unbekanntes schwarzes Loch geflogen. Man fragt sich tatsächlich was hier gerade abgeht und was wohl noch kommen mag. Genial! Weiterhin ist es kein Album, das man nur aufgrund der Genialität bewundert und dann doch eher seltener hört. Nein, das Teil lief tatsächlich sehr oft seit der VÖ. Weiterhin finde ich auch das Cover sehr passend. Eine unscheinbare interessante weitläufige Welt! Und mittendrin eine Art glitzernder Diamant. Dieser könnte vielleicht das Album selbst darstellen.

Eines der besten Progalben der letzten Jahre!
Nicht in die Top 10 geschafft haben es übrigens AMON AMARTH, RAY ALDER, SWALLOW THE SUN, LOST IN KIEV, HELHEIM und etwas überraschend OPETH und sogar MAYHEM. Die Band hat eigentlich alles richtig gemacht und ich kann die Euphorie von vielen Leuten auch gut verstehen, aber so richtig will mich das Album bisher einfach trotzdem nicht packen. Vielleicht kommt das noch. Deshalb musste ich hier und heute einfach Darkthrone den Vorzug geben. Auch weil eine der letzen Runden von „Old Star“ äußerst cool war und mich deutlich mehr begeisterte als die Mayhem zuletzt. Alle anderen Genannten finde ich auch stark, aber sie haben mich nicht so in Verzückung setzen können wie die Top 10. Alles aber natürlich wie immer nur eine Momentaufnahme.Album des Jahres (seit ich bei powermetal unterwegs bin!)2005 NEVERMORE – This Godless Endeavor
2006 IHSAHN – The Adversary
2007 SIEGES EVEN – Paramount
2008 ENSLAVED – Vertebrae
2009 KATATONIA – Night Is The New Day
2010 IHSAHN – After
2011 DREAM THEATER – A Dramatic Turn Of Events
2012 CRIPPLED BLACK PHOENIX – Mankind (The Crafty Ape)
2013 STEVEN WILSON – The Raven That Refused To Sing
2014 PRIMORDIAL – Where Greater Men Have Fallen
2015 RIVERSIDE – Love, Fear And The Time Machine
2016 ODDLAND – Origin
2017 PAIN OF SALVATION – In The Passing Light Of Day
2018 PRIMORDIAL – Exile Amongst The Ruins
2019 DISILLUSION – The Liberation
Kommt gut ins neue Jahr 2020!