Nachdem Chavo und ich schon des Öfteren andernorts über diese Band aus Ísland palavert haben, soll ihr ein eigener Thread nicht vorenthalten bleiben. Anlass ist die glückliche Fügung, dass ich seit heute stolzer Besitzer des zweiten Studioalbums "Börn Loka" bin, das eben seinen dritten Hördurchlauf hinter sich bringt. Ihr werdet es erahnen, dass ich ziemlich begeistert bin - sonst gäb's wohl kaum extra kurz nach Mitternacht einen neuen Thread.
Also kurz zu den Rahmendaten:
Die Band SKÁLMÖLD (ein isländischer Begriff für eine ausgedehnte Sippenfehde im Hochmittelalter) existiert seit 2009 und widmet sich - wie in ihrer Heimat öfters eine Band - dem Viking Metal, der durchaus eine deutliche folkloristische Seite hat, die dem einen oder anderen Schunkelfeind vielleicht sauer aufstoßen mag, die aber dennoch keineswegs zu den glattpolierten Sauflied-Wikingern zu zählen ist, die dieser Tage die metallische See unsicher machen. Die Band hat einen durch und durch ernsthaften Ansatz, der jenem der färingischen Kollegen von TÝR und HELJAREYGA oder der schwedischen Folklore-Metaller von FALCONER nicht unähnlich ist. Zwar regiert bei SKÁLMÖLD der harsche Gesang im Grenzbereich zwischen Black und Death Metal und die Band gibt sich insgesamt deutlich extremer als genannte Truppen, gelegentliche cleane Vocals fehlen jedoch auch hier nicht, und alle genannten Bands verbindet das Konzept, heimatliche Mythen und Sagen mit viel Liebe zum Detail, (auch) in der Muttersprache und mit deutlichen Anklängen an die eigene Folklore an den Mann zu bringen.
Hierbei geben sich die sechs Jungs von SKÁLMÖLD - nebst etlicher Gastmusiker - wirklich alle Mühe, ihre Geschichten in Form spannender Konzeptalben zu erzählen, bebildern ihre Booklets reichhaltig und verpassen den isländischen Texten stets ausführliche englische Linernotes, damit jeder der Geschichte auch folgen kann. Beim Debütalbum "Baldur" (2010) handelt es sich um eine Familiensaga um Mord und Rache, während sich das neue Album "Börn Loka" (2012) einem Ränkespiel des Gottes Loki widmet, in welchem er einen arglosen Krieger als Odin getarnt in den Zwist mit seinen drei liebenswerten Kindern Hel, Fenriswolf und Midgardschlange lockt. Gerade beim zweiten Werk ist das von Ásgeir Jón Ásgeirson erstellte Artwork wirklich der absolute Hammer.
http://www.youtube.com/watch?v=RVNmQ4Ts8D4
http://www.youtube.com/watch?v=5msp718Gb6gHier findet ihr alle Illustrationen aus dem Booklet von "Börn Loka":
http://cghub.com/images/view/315990/
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
Háv. 38