Nach viiiiiel zu langer Zeit entdecke ich beim Aufräumen eine Mix-CD mit interessant "leerer" Landschaftsaufnahme auf dem Cover. Der Titel:
"...einfach mal weg...". Wie passend - das war ich ja auch aus diesem Forum. Ging mir nicht so gut letztes Jahr...
Höchste Zeit, wieder neue Musik kennenzulernen!
1. OLAFUR ARNALDS – 'Ljosio'
Ein verträumtes, nur ganz leicht melancholisches Instrumentalstück mit Geige und Klavier. Schön.
2. PROTEST THE HERO – 'Sextape'
Hektisch flirrender Track, der geradlinige Hardcorepunkattitüde mit metallistischen Gniedelsweeps kreuzt. Mir ist das schon etwas zu hochleistungssportlich, das klingt so angestrengt, da fehlt mir das spontane, unberechenbare Element. Dennoch recht crazy und sicherlich progressiv. Modernistischer als VOIVOD, aber der Ansatz ist vergleichbar.
3. LEECH – 'Oktober'
Das ist konventioneller Genrepostrock, also nichts Innovatives, Progressives oder Verspieltes, sondern einfach Instrumentalrock ohne Gegniedel und dafür mit etwas mehr Textur. Sehr entspannend, irgendwie ambient. Gefällt mir ganz gut, dem Kubi vermutlich noch besser, weil es nirgends anstrengt oder überrascht. Ich finde, etwas Exzentrik, oder zumindest Schroffheit, also Wiedererkennungswert, würde dem Stück noch besser stehen als diese fast schon zu eingängige Gefälligkeit. Könnte aber auch so wie es ist durchaus noch wachsen.
4. COG – 'Bird Of Feather'
Von der Soundästhetik her dem gar nicht sooo unähnlich, aber pathetischer und melodieseliger. Nicht schlecht - mir ist es dann aber doch etwas zu refrainlastig.
5. AUGUST BURNS RED – 'Internal Cannon'
Metalcore. Das aus der Schublade was kommt, verwundert nach den letzten drei Stücken nun wirklich nicht. Überraschen kann der gelungene Wechsel zwischen hüpfigen und treibenden Passagen, ruhigeren Momenten zwischendurch sowie fast schon folkloristischen Semiakustikparts. Das gefällt mir überraschend gut! Trotz des obligatorischen, ebenso überkandidelten wie heiseren, Brüllgesangs.
6. DEVIN TOWNSEND PROJECT – 'Ih-Ah!'
Halb balladesk, milde progressiv. Gut gemachter Rock mit schöngeistigem Gesang. Das mag ich.
7. UNDERTOW – 'Threedouble Chime'
Ein Song mit Sog und Groove. Das fehlte bislang. Dazu kann man sich auf dem Konzert in die erste Reihe stellen und sich bewegen. Hat irgendwie so was unschuldig 90's-mäßig Unbeschwertes. Alterna-Rock mit Eiern. Und: Die Bridge ist toll!
8. TIMES OF GRACE – 'Hope Remains'
Nochmal Metalcore, nochmal groovy, aber diesmal noch treibender, straighter, bisweilen mit fast schon thrashigen Untertönen. Sowas kann ich mir nicht oft, und vor allem nicht lange am Stück, geben, stelle hier jedoch fest: Es rockt! Erinnert mitunter an EXPOSED TO NOISE, und die mag ich irgendwie.
9. SOLSTAFIR – 'Djakninn'
Gediegener Rock mit dezenten Metalwurzeln. Schöner Nachhall auf den Gitarren, das macht es so atmosphärisch. Von der Band wollte ich mir eh was kaufen, dieser Track hier bestärkt mich darin. Ein sehr angenehmes, warm-verwaschenes Stück, das sich nur langsam steigert. Auf sehr entspannte Weise progressiv. Fast schon bluesig, fast schon folkig, fast schon psychedelisch. Als Instrumentalstück könnte es auch funktionieren, mit dem berückenden Gesang dazu ist es fast schon magisch schön. One for the road.
Mehr demnächst...
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)