Slash´s Snakepit - München

21.12.2000 | 06:40

19.12.2000, Colloseum

Um 19.50 Uhr, also 10 Minuten vor dem offiziellen Beginn des Gigs, schmiss man sozusagen die Vorband auf die Bretter. CRABS CAKES wurden als Einheizer verpflichtet. Das Trio schien nicht nur mir völlig unbekannt zu sein, sondern auch allen anderen Anwesenden. Ich konnte auch keine Einzelheiten erfahren, nun gut, was solls, dazu war die Band auch viel zu schlecht. Der Gitarrist und Sänger machte einen auf Blackie Lawless, ohne auch nur annähernd an den W.A.S.P. Mainman heranzukommen. Die Bassistin stakste mehr schlecht als recht auf der Bühne umher. Lediglich der Drummer zeigte ein klein wenig Begeisterung und er erweckte auch den Anschein, als könne er tatsächlich spielen! Nach 6 Songs warf der Trommler sein Kit um und die Band verschwand im Dunklen!

Nach einer 45 minütigen Umbauphase, in der allerdings etliche technische Problem zu beheben waren, enterten die Mannen um Gitarrengott Slash die Bühne. Der Sound war gut, allerdings war mir der Sangeskünstler Rod Jackson ein wenig zu sehr in den Hintergrund gemixt. Slash selbst bot seine gewohnte \'bodenständige\' Show. Ab und zu mal am rechten Bühnenrand, dann wieder am linken. Ist ja auch verständlich, daß der gute Mann sich nicht so viel bewegen kann, immerhin paffte er während der knapp Zweistündigen Show ganze 12 (!!!!!!) Zigaretten. Dafür setzte sich der farbige Frontman Rod Jackson umso mehr in Szene. Mit Leopardenhose (im 70er Jahre-Look) und nacktem Oberkörper (was die anwesende Weiblichkeit sehr zu schätzen wusste) zog er eine Super Show ab. Den besten Eindruck hinterließ Rod aber durch seine unglaublich variable Stimme. Mal ein Grunzen, dann wieder ein fast schon Rob Halford mässiger Schrei. Auch die Meute hatte er voll im Griff. Der Frontman scheute sich auch nicht ins Publikum zu gehen, was die Security in helle Aufregung versetzte. Er versäumte es auch nicht, einem Fotografen die Kamera wegzunehmen, um das Publikum auf Zelluloid festzuhalten; beim Song \"Shine\" griff er sich Michael Jackson mässig \"in\", nicht an die Hose oder er rollte sich während des Singens über die Bühne. Jackson animierte das Publikum stets zum Mitmachen, was es eigentlich gar nicht brauchte, denn der Mob tanzte, wie es so schön heißt. Aber auch der Rest der Band blieb nie still, egal ob Basser Johnny Griparic oder Sechsaiter Ryan Roxie. Die Jungs waren nach 10 Minuten vollkommen durchgeschwitzt. Slash selbst spielte alle Soli (war ja auch nicht anders zu erwarten). Ein weiterer Blickfang, war Slash´s Bodyguard, ein Schwarzer, der ca. 2 Meter groß und auch genauso breit war. Der Typ stand die ganze Zeit vor dem rechten Boxenaufbau und bewgete sich eigentlich nur, wenn er sich mit dem Handtuch den Schweiß von der Stirn wischte! Bei der Hälfte des Gigs ließ sich Slash sogar dazu hinreissen, ein paar Ansagen zu machen, wobei eigentlich nur das obligatorische \'fuckin\' zu hören war, der Rest ging in seinem Genuschle unter.
Wie gesagt, nach knapp 2 Stunden gingen die Mannen von der Bühne. Die Stimmen aus dem Publikum waren alle die gleichen. GEIL WAR´S!!!!!!
Dem kann ich nun beipflichten und ich denke, daß mit SLASH´S SNAKEPIT ein neuer Stern am Hardrockhimmel aufging!
Setlist:
LSD (Intro)
Been There Latley
Just Like Anything
Shine
Mean Bone
Serial Killer
Back To The Moment
So Easy
Landslide
The Alien
Ain´t Life Grand
----------------------------------
Brownstone
Life´s Sweet Drug

Redakteur:
Alex Kragl

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