IRON MAIDEN: Infinite Dreams - der offizielle Bildband zum 50-jährigen Jubiläum!

12.01.2026 | 21:43

Es mag viele Künstlerbiografien geben, viele opulent aufbereitete Retrospektiven mit tonnenweise Archivmaterial. Aber - soviel sei vorweggenommen - ein Buch wie dieses, das gab es noch nie!

50 Jahre IRON MAIDEN - das klingt für Betrachter halbleerer Gläser wie Zielgerade, Karriereherbst oder gar bevorstehendes Ende. Für diejenigen, die jedoch ihre ersten metallischen Sporen mit der britischen Legende verdient haben und ihr bis heute treu geblieben sind, ist es jedoch ein klares Statement, eine Errungenschaft wie kaum eine zweite und schließlich auch ein in den 80ern vielleicht gar nicht für möglich gehaltenes Ziel, das sich Steve Harris und seine Mannen einerseits sicherlich verdient, andererseits aber definitiv auch erarbeitet haben. Natürlich ist IRON MAIDEN anno 2025 nicht mehr der teils punkige Proto-Metal-Act, der den Sound einer ganzen Generation geprägt und mit viel Pioniergeist definiert hat. Und sicherlich darf man auch voller Berechtigung ein bisschen skeptischer auf die letzten Studioalben der Eisernen Jungfrau schauen. Was man aber keinesfalls darf, ist, die künstlerische Freiheit in Frage zu stellen, die in allen noch so unterschiedlichen Phasen erhalten geblieben ist. Dies hat in einigen kurzen Episoden auch mal Enttäuschung hervorgerufen, andererseits aber auch immer wieder beflügelt. Wenn eine Band gemeinsam mit ihren Fans auf ihr Lebenswerk zurückschaut und es keine klare Meinungen dazu gibt, welches Album nun tatsächlich das beste und einflussreichste ist, kann man das völlig selbstbewusst ebenfalls als ein echtes Verdienstmerkmal betrachten. IRON MAIDEN ist daher auch immer ein Versprechen geblieben, ein Versprechen, einen gewissen Sound zu etablieren und pflegen, ihn aber nicht immer nur stur neu aufzuwärmen. Vielleicht ist dies eines der Geheimrezepte, das dieses ganz besondere Jubiläum erst möglich gemacht hat. Ganz sicher aber hat die Truppe im Laufe der Jahre so viele verschiedene Meilensteine erreicht und diese immer wieder von Neuem toppen können, dass man gar nicht klar sagen kann, was exakt diese Musikervereinigung, die im Laufe der Jahre zu einem echten Unternehmen gewachsen ist, auf den Olymp gehievt und so lange dort hat bleiben lassen. Aber ist es notwendig, dies noch einmal auszukundschaften? Vielleicht schon, vielleicht auch nicht, doch im erstgenannten Fall empfiehlt sich dazu, die wohl üppigste Biografie zur Hand zu nehmen, die eine Metal-Combo je veröffentlicht hat. Und hier wären wir dann bei "Infinite Dreams".

Dass man angesichts der schieren Zahl der Lebensjahre, die IRON MAIDEN nun schon auf dem Buckel hat, nicht kleckern sollte, sondern geradezu verpflichtet ist, mal richtig zu klotzen, versteht sich von selbst. Und nichts anderes ist hier geschehen. IRON MAIDEN blickt nicht nur zurück, sondern entführt die Fangemeinde tatsächlich auf diese immer wieder mal gerne zitierte Zeitreise, in der nicht nur alle entscheidenden Wende- und Höhepunkte mit Priorität bedacht werden, sondern auch die Phasen, in denen die Briten nicht die allerbesten Schlagzeilen machten. Dass zum Beispiel auch die Ära mit dem vielerorts ungeliebten Blaze Bayley mehr als nur eine Randnotiz ist, verdient Applaus, schließlich dürfte der Anteil von Bruce Dickinson bei der Gestaltung dieses umfassenden Schmökers nicht gerade gering gewesen sein. Doch "Infinite Dreams" ist nicht nur historische Aufbereitung, sondern auch ein visuell immens hochwertiger Genuss, der nicht nur zahlreiche rare Fotos auffährt, sondern auch in feinster Detailarbeit noch einmal die vielen kleinen und teils versteckten Eigenheiten der unzähligen Artworks in den Fokus rückt. Da mag man gerne noch einmal verweilen, sich hier und dort auch erklären lassen, welche versteckten Anspielungen hier verborgen sind und wie die vielen Grafiken in Verbindung mit Bandmaskottchen Eddie die Vollendung des musikalischen Konzepts sicherstellten. Viele andere, teils auch namhafte Acts haben versucht, hieran anzuknüpfen, doch diese wiederkehrenden Erkennungsmerkmale hat niemals eine andere Kapelle so konsequent weiterentwickeln können wie IRON MAIDEN - das wird hier sehr deutlich.

Eigentlich wäre es an dieser Stelle nun sicherlich richtig und angebracht, die ganzen Besonderheiten dieses eindrucksvollen Bildbandes noch einmal näher unter die Lupe zu nehmen, doch gerade die visuellen Aspekte von "Infinite Dreams" können nur selbst erfasst und mit eigenen Worten kaum beschrieben werden, zumal jeder einzelne MAIDEN-Fan hier auch andere Verbindungen und Verknüpfungen hat. Eines ist aber so sicher wie die Tatsache, dass 'The Number Of The Beast' 666 ist: Selbst hartgesottene Fans und Sammler werden hier noch eine Menge unentdecktes Archivmaterial vorfinden, teilweise nie zuvor veröffentlichte Anekdoten und Fotos mitnehmen und sich für einen etwas längeren Moment wieder völlig in jenen Augenblick zurückversetzen können, als sie das erste Mal mit IRON MAIDEN in Berührung gekommen sind. Zugegeben: Ich lege heute nur noch sehr, sehr selten Material meiner einstigen Lieblingsband auf, vielleicht auch, weil man manche Songs zu häufig gehört hat. Doch mit der Veröffentlichung dieses locker drei Kilogramm schweren Kompendiums haben die Herren es wieder zurück in meine tägliche Rotation geschafft - und das in Verbindung mit so vielen nostalgischen Glücksbringern aus diesem Buch, dass ich mir selber noch mal in Erinnerung rufen konnte, warum IRON MAIDEN für immer unsterblich sein wird! Muss man haben, da gibt es keine zwei Meinungen!

Redakteur:
Björn Backes

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