Gruppentherapie: HAMMER KING - "Make Metal Royal Again"
29.08.2025 | 15:23Hammermusik für Behämmerte?
Was wäre das Metallerleben ohne Klischees? Früher war unsere Musik "Hammermusik für Behämmerte" für die bürgerliche Presse (nachzulesen z.B. hier). Ältere Semester kennen sicher noch Christa Jenal, die im Death und Black Metal eine große Gefahr für die Seelen junger Menschen sah. Doch auch innerhalb unserer Szene werden Klischees aufgebaut. Ich habe gehört, mit Bands wie SABATON, POWERWOLF und Abkömmlingen würde eine böse Musikindustrie uns Fans mit Metal nach Schablone und unter falschem Namen foppen. Und die Schwachen unter uns gerieten zu IQ-befreiten Volksfest-Gängern, denen Musik eh egal ist, Hauptsache Allohoool.
In genau jene Gemengelage gerät das neue Album von HAMMER KING. "Make Metal Royal Again". Das Album suhlt sich genüsslich und provokant in allen bekannten Metal-Klischees. Unserer lieben Hanne gefällt das sehr und sie verbeugt sich ganz brav vor den ganzen Ohrwürmern, die sie auf der Scheibe findet (zum Review). Kollege Englich führt dazu ein sehr amüsantes Interview mit einem gewissen Titan Fox. Doch schon bei einem Teil der Soundchecker scheint sich Unmut zu regen. Nur Platz 19, das ist nicht sehr königlich. Doch das lässt noch nicht erahnen, was hier in dieser Gruppentherapie passieren soll. Da fliegen nämlich so richtig die Fetzen, denn einigen passt das gar nicht, was HAMMER KING hier fabriziert, und sie würden es am liebsten verbannen.
Viele Metalfans würden HAMMER KING wohl in den Power-Metal-Sektor einsortieren, doch ich würde eher den Begriff Unterhaltungsmetal verwenden, den ich zuletzt für ähnlich gelagerte Kollegen wie ALL FOR METAL, WARKINGS oder ANGUS MCSIX gerne nutzte. Was genau das heißt? Nun, wir haben es hier mit einem Reigen von Bands zu tun, die sich jedes Klischee des traditionellen Metals zur Brust nehmen, sich in teils aufwändige Kostüme schmeißen und mit poppigen und teils zum Schunkeln einladenden Refrains primär das Ziel haben, ein leicht angeheitertes Festival-Publikum zu unterhalten.
Ihr hört sicher schon, dass diese Art der Musik bei mir nicht unbedingt auf offene Ohren stößt, weshalb natürlich auch "Make Metal Royal Again" nicht die besten Vorraussetzungen bei mir vorfindet. Nun muss ich dem Vierer aus Kaiserslautern allerdings doch wohlwollend attestieren, dass er in diesem Sektor zumindest noch den meisten musikalischen Gehalt im Gepäck hat und nicht nur vom Show-Faktor lebt. In den besten Momenten, wobei mir primär 'King For A Day' in den Sinn kommt, haben wir es hier mit wirklich gutem Power Metal zu tun, der gerade beim Gesang und an der Gitarrrenfront punkten kann. Ein bisschen erinnert mich das Ganze hier sogar an die Hochzeiten von ORDEN OGAN rund um "Easton Hope" und "To The End" herum, was ich definitiv als großes Lob verstanden wissen möchte.
Aber es gibt eben auch die Schattenseite wie den Titeltrack, der sich komplett in lyrischen Klischees suhlt und das Ganze mit ziemlich stumpfen SABATON-Schunkel-Keyboards kombiniert. In diesen Momenten läuft die Platte dann komplett an mir vorbei oder kratzt sogar an meinem Nervenkostüm. Da sich schlussendlich allerdings Licht und Schatten doch die Waage halten, komme ich am Ende zu soliden sieben Zählern und dem Fazit, dass ich im Sektor der Metal-Unterhaltung HAMMER KING noch am ehesten eine Chance geben würde.
Note: 7,0/10
[Tobias Dahs]
Tobi nennt es "Power Metal" (was?) oder "Unterhaltungsmetal" (schon eher), I call it "True Poser False Shit Metal" (TPFSM). Gerade erst kürzlich musste ich mir HAMMER KINGs alberne Fremdschäm-Performance auf dem "Headbangers Open Air" antun, da kommen sie nun auch noch mit neuem Tonträger um die Ecke. Mein Alter Ego in Form des jung-radikalen und engstirnigen Scheuklappen-Metallers hatte ich bereits vor vielen Jahren erfolgreich in die Schranken gewiesen, nun ist das alte Ich, Fluch und Segen zugleich, wieder da. War nie weg, hatte sich nur versteckt. Gut so, denn tut mir einen Gefallen, ihr royalen Hammer-Harlekins: Entweiht nicht unsere heiligen Böden, sondern beschäftigt lieber das Publikum in Wacken, auf den Kreuzfahrtschiffen oder im ZDF-Fernsehgarten mit euren Revue-Nummern und Faschings-Requisiten vom Kinder-Flohmarkt. WIR brauchen richtigen METAL wie die Spinne die Fliege. IHR allerdings seid für mich nicht das, was METAL ausmacht! Eure neuen Lieder des Grauens nennt ihr unter anderem 'Schlaf Kaiser schlaf' (eventuell in erweitertem Bewusstsein geschaffen?) und 'Make Metal Royal Again' (diese Lyrics, euer Ernst?!). Dieses selbstironische Augenzwinkern in einer sich selbst immer viel zu ernst nehmenden Metal-Community, was für ein irrer Move! Oder ist das hier in Wirklichkeit nur so ein kunstartiges SPINAL TAP-haftes Ding wie NANOWAR OF STEEL mit Metaebene, doppeltem Boden und so? Oder meint ihr das wirklich alles halbwegs ernst? Ich will es vielleicht gar nicht genauer wissen.
Was? Nur stumpfes Gebashe von meiner Seite, keinerlei fundierte Auseinandersetzung mit der Musik? Ok, let's go: (Schepper-)Schlagzeugarbeit so aufregend wie das Getrommel auf der Mainzer Schützenparade; Refrains noch schlimmer als bei SABATON und RHAPSODY zusammen; Gesang: technisch ok, Gesangsspuren aber wie alle Melody Lines bei allen Instrumenten zum Davonlaufen (I love to be a Lemming sometimes); gute Riffs: Fehlanzeige; Soli und Leads: Da waren zwei, drei passable dabei. Unterm Strich: entsetzlicher Suppenkasper-"Metal"! Gnädige zwei Punkte.
Note: 2,0/10
[Stephan Lenze]
Holla die Waldfee, Herr Lenze. Nach deinem sich wild überschlagenden Beitrag muss ich da unbedingt auch mal hineinlauschen. Ich höre ein treibendes Schlagzeug, laute Gitarren, einen Sänger mit klarer Stimme und Hooks, wie es sie im Metal der 80er-Jahre auch schon gab. Ja genau, wenn 'King For A Day' kein Heavy-Metal-Song ist, was soll es denn sonst sein?
Ich bin da jetzt ein bisschen durcheinander. Auch, weil viele Redakteure hier sich so gut mit dem "ZDF-Fernsehgarten" auszukennen scheinen. Ich habe das noch nie gesehen, wäre vorher auch nie auf die Idee gekommen, aber offenbar wird dort wohl Heavy Metal gefeatured? Mittlerweile donnert auch der zweite Song 'Make Metal Royal Again' trotz des bekloppten Titels mehr als ordentlich durch die Boxen. Keiner würde sich beschweren, wenn der Track unter anderem Namen auf der neuen HELLOWEEN zu finden wäre.
Was finde ich noch komisch an Herrn Lenzes Text? Nun, ich habe noch nie eine Parallele zwischen SABATON und RHAPSODY gehört und beide haben in meinen Ohren auch kaum etwas mit HAMMER KING zu tun. Sag mal, was lief denn da in Herrn Lenzes Player? Vielleicht meint er das auch in meinen Ohren (textlich) nicht so ganz gelungene 'Schlaf Kaiser Schlaf'. Was ist das für ein Text, wollt ihr mich alle kaputt machen? Auch 'Hammerschlacht' ist irgendwie hirnverbrannt, aber solche Texte müsste man als eingefleischter Metaller doch locker verkraften können. Vielleicht darf es ja nicht deutsch sein?
Das Album läuft weiter und auch nun, kurz vor seinem Ende überwiegt der Spaßfaktor beim hier Gehörten. Auf jeden Fall läuft mir das viel besser rein als WARKINGS, die Mucke hat viel Power (genau!) und gute, eingängige Refrains. Ob es für mehr reicht (eventuell eine Liveshow), wird sich zeigen. Ich reihe mich hier mal bei Tobi ein und gebe noch einen drauf.
Note: 8,0/10
[Thomas Becker]
HAMMER KING? "Royal Again"? Theater-Metal dieser Art scheint Hochkonjunktur zu haben, vielleicht weil er kein Metal ist. Auch hier regieren pinkfarbener Zucker, sülzig-nasale Vocals und reißbrettkomponierte Songs in volksfestkompatibler Operettenmanier. Royal ist das jetzt nicht gerade, eher Jahrmarkt und Volk, und zwar welches ohne Schwert und rote Farbe an der Kleidung.
Irgendwie tönt das in Richtung SABATON, POWERWOLF und BROTHERS OF METAL, welche ja ebenfalls eher mit Standard-Metal-Versatzstücken denn kraftvoller Power unterwegs sind, jedoch im Grunde einfachen Pop mit stereotypen Gitarrenläufen zocken. Deutsche Texte sind auch nicht so mein Ding, daher wird der schlafende Kaiser wohl von Roland dem Ritter geholt und nach Rotteck verbracht, wo sich seine Spur verliert. Das gnadenlos ohne Höhepunkte durchgezogene orchestrale Kompositionsschema zieht sich durch das ganze Album: Alles hat man so schon gehört, nur weit besser.
Note: 2,0/10
[Matthias Ehlert]
Schwierig, das alles. An sich kann ich all die vorgenannten Gefühlsregungen ganz gut nachvollziehen. Sowohl die doch recht deutlich angewiderten Verrisse von Lenze und Matthias, als auch des Herrn Beckers Verwirrung darob, und der Kollegin Hanne begeisterte Einzelrezension. Warum? Nun, weil ich mir einbilde, die jeweiligen Rezipienten ein wenig zu kennen, und so überrascht mich die jeweilige Reaktion halt auch nicht. Aber wie ergeht es mir selbst mit den Hammerkönigen aus der Pfalz?
Nun, wie gesagt, schwierig, das alles: Im Herzen bin ich ja irgendwo bei Lenze und Matthias, denn so ein klitzekleiner Gatekeeper, der Metal nicht unbedingt wieder "royal", sondern doch lieber erdig, rockig, garagenproduziert, ballerfrei und kinderliedlos hätte, ist an mir halt doch auch verloren gegangen. Jedenfalls in Teilzeit, und so beschleicht auch mich immer wieder ein dezent unangenehmes Gefühl, wenn ich der Satire und der Witze zu viele finde, die ich gar nicht verstehen will. Wenn die Band also die für den modernen Melodic Metal europäischer Prägung in der Underground-Szene gerne gebrachten Kinderlied-Vorwürfe dergestalt - ich weiß, ich überinterpretiere - spiegelt und aufgreift, dass sie mit "Schlaf Kaiser Schlaf" nun wirklich der Wiegenlieder mehrere in kaltgehämmerten Stahl gießt, dann wird es auch für mich irgendwo schwierig, ernst zu bleiben und ernst zu nehmen.
Dabei schätze ich die beteiligten Musiker seit vielen Jahren allesamt sehr. Das Gebotene ist handwerklich und gesanglich auch keineswegs schlechter als vergleichbare Bands wie HAMMERFALL, spätere RUNNING WILD-Werke und dergleichen mehr. Doch irgendwo sind die Klischees und das Image, und so manches musikalische und lyrische Motiv, hier so sehr ins Karikative übersteigert, dass durchaus der NANOWAR-Effekt zuschlägt, und ich einfach nimmer weiß, ob ich das nun unterhaltsam, witzig, peinlich oder ärgerlich finden soll. Spätestens bei Textzeilen wie "Gott Vater ist der Hammer King, der den großen Hammer schwingt." und dem wilden Medley aus "Schlaf Kindlein Schlaf", "Frère Jacques" und anderen Gassenhauern, setzt sich dann doch die Überzeugung durch, dass, was immer das sein mag, es dann doch nicht das Meinige ist. Dem Hammerkönig, was des Hammerkönigs ist, also? Wären alle Songs so konzipiert, dann fände sich meine Begeisterung tatsächlich irgendwo zwischen derjenigen, die NANOWAR OF STEEL, J.B.O. ('Der Hammer auf den Schädel kracht, du sagst dem Dasein gute Nacht') und HEAVYSAURUS bei mir auszulösen vermögen, und damit meine Note auch ein gutes Stück näher an jener der tiefgehenden und tiefgreifenden Kollegen.
Doch, so ehrlich will ich sein: Das ist eben nicht so! Der Opener 'King For A Day' zitiert beispielsweise durchaus gelungen Bands von POWERWOLF und RHAPSODY über HAMMERFALL bis hin zu MANOWAR und sogar QUEEN. Beim in spectu trumponis etwas unglücklich betitelten 'Make Metal Royal Again' schimmert mehr als deutlich MAJESTY, STRATOVARIUS und NIGHTWISH durch, und in der Tour geht es weiter: ICED EARTH bei 'For Crown And Kingdom' etc... pp... Wir haben es einfach mit einer poppigen, eingängigen, hoffentlich ein wenig selbstironischen True-Metal-Show zu tun, die in den selbst gesetzten Klischees badet, und ihre Fans mitsamt der Quietschente mit ins sonnenbeschienene Plantschbecken in Mallorca nimmt. Persönlich sitze ich zwar lieber in sicherer Entfernung im Schatten, also irgendwo zwischen Stavanger und Trondheim, und lese was von Schopenhauer oder Ibsen, aber da ich mir mit den Herren Hammerkönigen ganz offensichtlich einige sehr präsente musikalische Einflüsse und alte Faves teile, finde ich es unterm Strich weniger unangenehm als ich das Gefühl habe, es finden zu sollen.
Note: Zweifelnde siebene von zehn Punkten
[Rüdiger Stehle]
Was lässt sich zu dieser Gruppentherapie in Albumform noch Sinnvolles beitragen? Ehrlich gesagt: nicht allzu viel. Doch genau diesen Eindruck vermittelt der HAMMER KING auch selbst mit seinem aktuellen Werk und dessen Beitrag zum Genre. Fangen wir mit den positiven Aspekten an: Die Produktion hat ordentlich Wumms (was in diesem Genre selbstverständlich sein sollte), das handwerkliche Können ist vorhanden, der Gesang überzeugt und auch das Artwork gefällt mir sehr. Es wirkt düster, aber nicht überladen, und die Idee, den "HammerKing" in der Rolle des Puppenspielers auftreten zu lassen, ohne zu zeigen, wessen Fäden er dort zieht, finde ich gelungen.
Vielleicht sind es ja die Therapeuten von POWERMETAL.de, die sie sich gegenseitig die Patches von POWERWOLF, SABATON oder WARKINGS von den Kutten reißen. So wie die Stimmung hier hochkocht. Fakt ist: Wer die genannten Pluspunkte addiert, merkt schnell, dass eine Wertung von nur zwei Punkten vielleicht subjektiv erklärbar ist, aber objektiv kaum Bestand hat. Ich versuche mir immer die Frage zu stellen: Was will die Band mit ihrer Musik erreichen – und wo sieht sie sich selbst im Genre? Meinem Eindruck nach will HAMMER KING eine Alternative oder Ergänzung für die Fans der großen Namen sein. Tobis Bezeichnung "Unterhaltungsmetal" trifft es dabei ziemlich genau.
Doch wie stark kann man sich neben solchen Schwergewichten positionieren? Die Wahrheit ist: Im Fahrwasser dieser Bands ohne eigene Akzente über Wasser zu bleiben, ist schwer. Die Ausflüge ins Lateinische waren bei POWERWOLF schon grenzwertig, bei Stücken wie 'Major Domus' wird es jedoch bitter. Das geht besser. Die deutschen Songs möchte ich fast gar nicht kommentieren – nur so viel: Wer sich schon aufs Glatteis wagt, sollte sich 'Stoßgebet' oder 'Glaubenskraft' nochmal genau anhören. Der Unterschied ist eklatant. Dass man selbst ein Kinderlied vernünftig adaptieren kann, hat MACBETH mit 'Maikäfer flieg' auch schon vor Jahren bewiesen. Also bitte mehr Mühe geben oder es einfach lassen.
Ebenfalls erinnert vieles frappierend an SABATON – etwa 'Hoheitsgebiet', das deutliche Parallelen zu 'Gott mit uns' aufweist. Problematisch ist dabei weniger die Inspiration an sich, sondern dass es der Band nicht gelingt, auch nur einen einzigen Song so zu gestalten, dass er nachhaltig unterhält. Im direkten Vergleich schneiden sogar die älteren eigenen Alben besser ab.
Unterm Strich bleibt hier das musikalische Äquivalent zum Popcorn-Kino – allerdings in einer Version, die pappig und viel zu süß geraten ist. Dann doch lieber die neue WARKINGS (dass ich das nochmal schreibe...).
Note: 4,0/10
[Stefan Rosenthal]
Vielleicht haben wir es, so wie es zwischen den Zeilen bereits auftauchte, auch mit einem Generationenkonflikt zu tun. Während manche Kollegen Power Metal mit METAL CHURCH oder VICIOUS RUMORS verbinden, waren beispielsweise meine ersten musikalischen Gehversuche auf diesem Sub-Terrain mit HAMMERFALL, DRAGONFORCE, STRATOVARIUS und RHAPSODY im Ohr geprägt. Ich möchte HAMMER KING nicht mit den aufgezählten Bands vergleichen, aber zumindest kann ich mir dadurch die unterschiedliche Sichtweise annähernd erklären. Richtig, die Jungs erfinden sich und ihren Metal nicht neu und "Make Metal Royal Again" sprießt vor Klischees, Phrasen und Stereotypen. Doch mir macht die Platte Spaß - ähnlich wie es einst beim selbstbetitelten 2021er Rundumschlag und zuletzt bei "König & Kaiser" der Fall war.
Zugegeben, bei manchen Punkten rolle auch ich mit den Augen, doch die Songs gehen gut ins Ohr, machen Laune, sorgen für kurzweiligen Spaß und die Band selbst verliert nicht ihren Spaß an der Freude des royalen Metals. Je öfter ich "Make Metal Royal Again" höre, desto mehr Passagen setzen sich durch und - ob man will oder nicht - aber die Ohrwürmer werden nicht weniger. Man darf ruhig skeptisch an das neue HAMMER KING-Album herantreten, doch diesem auch eine Chance geben. Entweder es zündet oder es zündet eben nicht. Bei mir ist ersteres der Fall, auch wenn ich HAMMER KING generell eher dem Schwer- als dem Kraftstahl zuordnen würde.
Note: 8,0/10
[Marcel Rapp]
Der große Dissens, der sich durch die Redaktion zieht, hat mich neugierig gemacht. Denn eigentlich hatte ich HAMMER KING überhaupt nicht auf dem Schirm. Aufgrund der unterschiedlichen Meinungen musste ich jedoch unbedingt reinhören. Was mir zu Ohren gekommen ist, ist nichts anderes als moderner, aufgebrezelter Power und True Metal. Es ist genau das, was die um die Jahrtausendwende als Retter des True Metal gelobte Band HAMMERFALL spätestens ab "Crimson Thunder" und dem Song 'Hearts On Fire' gemacht hat: hymnische und druckvolle Lieder für ein breites Publikum. Später hat SABATON hieran angeknüpft und diese Ausrichtung auf die Spitze getrieben. Nun haben wir derzeit eine Welle an Bands wie HAMMER KING, die genau darauf aufbauen.
Wenn ich die Musik auf "Make Metal Royal Again" höre, kommt mein 16-jähriges Ich hervor, das genau diese Musik zum Einstieg in den Metal haben wollte: Mitsingrefrains, fette Gitarren und eine Produktion, die alle Regler auf den Anschlag dreht. Das Ganze ist dabei wunderbar eingängig und brennt sich in den Kopf ein. Textlich ist die Platte allerdings eher mau, was für mich das ganz große Manko ist. Lyrics wie in 'Schlaf Kaiser Schlaf' sind für mich eher zum Weghören und Stirnrunzeln. Ich kann mich meinen Kollegen, wie z. B Rüdiger, nur anschließen und hoffe, dass viele der hier dargebotenen Lyrics doch eher mit Augenzwinkern und Ironie zu sehen sind. Andererseits frage ich mich, ob die Texte bei dieser Art von Metal überhaupt eine Rolle spielen.
Heutzutage verhält es sich mit dieser Musik für mich wie mit Fast Food. Mit 16 Jahren fand ich es super gut. Heutzutage möchte ich es nicht mehr regelmäßig essen. Aber ab und an den Schalter umlegen und damit seinen Spaß haben, geht immer noch wunderbar.
Note: 7,0/10
[Dominik Feldmann]
Fotocredits: Stefan Ripkens (Konzertfoto); Christian Palm (Palm-Media) für das Promo-Foto
- Redakteur:
- Thomas Becker