VENOM - Welcome To Hell
Mehr über Venom
- Genre:
- Black Metal/Heavy Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Neat Records
- Release:
- 04.12.1981
- At War with Satan
- Welcome To Hell
- Schizo
- Mayhem With Mercy
- Poison
- Witching Hour
- 1.000 Days In Sodom
- Angel Dust
- In League With Satan
- Red Light Fever
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1981 (vor nunmehr 45 Jahren!) war das Debüt von VENOM "Welcome To Hell" nahezu exotisch. Nicht nur das kultige fünfzackige Stern-Cover, das damals noch schräge Blicke auf sich zog, sondern auch die Musik: Das Härteste seinerzeit war MOTÖRHEAD, und, Überraschung, in 'Sons Of Satan' erinnert der Gesang auch an Lemmy. Die Musik ist jedoch viel schräger, beinahe unmelodisch in diesem Auftaktsong.
'Welcome To Hell' bietet einen Hauch mehr Harmonie, aber ist auch entgegen jeder damaligen Hörgewohnheit konzipiert. Seinerzeit versuchten Bands, schnellere AC/DC zu sein oder experimentierten mit komplett neuen, klaren und hellen Klangbildern wie IRON MAIDEN. VENOM war das alles wumpe: Die drei Briten ratterten drauflos, immer etwas Lemmy im Hinterkopf und vor allem in den schwarzen Herzen, doch mit lauterer, dreckigerer Attitüde. Sie waren seine fiese Zahnlücke, seine Augenklappe, sein garstiger Schatten. Rock'n'Roll ist natürlich auch drin in dieser aus heutiger Sicht gar nicht so harten Musik. Auf jeden Fall bezogen sich knapp 15 Jahre später norwegische Black Metaller auch gerne auf das Album. Sie nahmen allerdings vor allem die böse Haltung auf, Munitionsgurte, Leder, Nieten, das musikalische Außenseitertum.
Mit 'Poison' gelang VENOM ein echter Übersong. Den finde ich heute noch richtig geil. Der Chorus ist inzwischen Kult: 'Poisoned, one night with you and you've got me, poisoned, making love with the devils daughter, poisoned, one night with you and you've got me, poisoned, that dirty little bitch has got me, poisoned'.
Quasi ohne Produktion spielte VENOM das Opus ein. Es war ohnehin eher eine Ansammlung von Titeln, die die Band bisher aufgenommen hatte als ein geplantes Album, doch gerade die Spontanität machte hier den Reiz aus. Ran an die Klampfen, einfach losschrubben, ab zu Neat damit und basta. So wurde ein legendäres Album, was zunächst Stückwerk war. 'Live Like An Angel (Die Like A Devil)' gibt uns schrägen Speed, schon war Seite Eins der LP zu Ende. Umdrehen, mit 'Witching Our', '1.000 Days In Sodom' und dem ultrageilen 'In League With Satan' machten sie genau da weiter, wo sie aufgehört hatten.
Das war härtetechnisch und vom Auftritt her seinerzeit, als Klein-Stendahl noch fast Baby war, das Maß aller Dinge. Im Punk konnte da allenfalls GBH mitanhalten. Aber die Punkrocker waren nicht so schmutzig, roh, rotten to the ground. Bin ganz stolz, dass ich sie damals schon hörte. Meine Family schüttelte ob Cover und Musik den Kopf - wenn die gewusst hätten, was 1982 dann alles folgte... Aber das ist eine andere Geschichte.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Matthias Ehlert


