URNE - Setting Fire To The Sky
Mehr über Urne
- Genre:
- Progressive Metal / Sludge Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Spinefarm Records
- Release:
- 30.01.2026
- Be Not Dismayed
- Weeping To The World
- The Spirit, Alive
- Setting Fire To The Sky
- The Ancient Horizon
- Towards The Harmony Hall
- Harken The Waves
- Breate
- Nocturnal Forms
Ungewohnter, aber unheimlich fesselnder Stilmix in tollen Songs verpackt.
Die Engländer URNE sind eine dieser Bands, bei der die Kategorisierung in einer Genre-Schublade unheimlich schwer fällt. In zehn Jahren und auf bisher zwei Langspielern hat sich das Quartett nämlich größte Mühe gegeben, sich nicht nur auf eine musikalische Richtung festnageln zu lassen. So liest man in Besprechungen der Platten von Stoner Rock, Sludge Metal, Progressive Metal oder gar Metalcore, während beispielsweise Namen wie KVELERTAK oder MANTAR als Vergleiche ebenfalls in den Ring geworfen werden. Und wo stehen die Engländer nun anno 2026 mit ihrem mittlerweile dritten Album "Setting Fire To The Sky", das passend zur Komplettierung der ersten Dekade der Bandgeschichte erscheint?
Nun, auch heute sitzt die Truppe um Bassist und Sänger Joe Nally ganz gemütlich zwischen allen vorhin genannten Genre-Stühlen und konzentriert sich primär darauf, einfach wirklich packende Musik zu komponieren. Die ganze schöpferische Kraft des Vierers demonstriert dabei bereits der Opener 'Be Not Dismayed' eindrucksvoll. So schwingt sich die Nummer erst mit atmosphärischen Akustikgitarren auf, nur um in einer brutal groovenden Metalcore-Strophe mitsamt garstigen Screams zu gipfeln. Im hymnischen Refrain und einem entrückten Mittelteil kommt schließlich aber auch noch MASTODON als offensichtliche musikalische Referenz auf den Plan, wobei die Nummer später wieder in hart rockenden und dennoch sehr melodischen Gefilden ihr Ende findet. Kombiniert ergibt das eine herrlich proggige, gleichzeitig aber eingängige musikalische Achterbahn, die man gerne direkt nach Verklingen der letzten Töne ein zweites Mal fahren möchte.
Wer nun aber glaubt, er hätte bereits alle Facetten von URNE gehört, der wird direkt von 'Weeping To The World' eines Besseren belehrt. Hier regieren nämlich plötzlich wuchtige Sludge-Riffs die musikalische Szenerie, die erneut mit entrückten Klargesängen gepaart werden, die sogar eine leichte Post-Rock-Note erahnen lassen. Damit ist der zweite Track nicht ganz so einprägsam wie die Eröffnungsnummer, trotzdem nicht minder unterhaltsam. Hitverdächtig wird es dafür sofort wieder mit 'The Spirit, Alive', das vielleicht die bisher zwingendste Hookline serviert und erneut die MASTODON-trifft-Metalcore-Schiene sehr erfolgreich fährt.
Danach sind es allerdings primär die Longtracks wie 'Setting Fire To The Sky', 'Towards The Harmony Hall', das sogar ein paar FEAR FACTORY-Vibes beim Gesang mit einflicht, oder die epochale Prog-Nummer 'Harken The Waves', die mich am meisten beeindrucken. Die ausladenden Arrangements geben den Engländern einfach mehr Zeit, ihre zahlreichen Ideen und vielfältigen Einflüsse zu einem perfekt ausbalancierten Gesamtbild zusammenzusetzen, das es dann auch schafft, trotz Laufzeiten jenseits der sieben Minuten keine Langeweile aufkommen zu lassen. Insbesondere das letzgenannte 'Harken The Waves' ist eine unheimlich vielschichtige Nummer, die ich neben dem eingangs gelobten Opener als meinen persönlichen Liebling auf "Setting Fire To The Sky" nennen würde.
Das soll allerdings keinesfalls den Rest der Platte abwerten, denn Ausfälle sucht man auf dem URNE-Drittwerk vergeblich. Stattdessen bekommt man unheimlich unterhaltsame Songs geboten, die nicht nur in Sachen Songwriting überzeugen, sondern auch einen Weg finden, eine eher ungewohnte Genre-Mischung zu einem schlüssigen und eigenständigen Gesamtbild zu verarbeiten. Ein Antesten lohnt sich hier entsprechend auch für Liebhaber und Liebhaberinnen diverser Genres, denn der Vierer dürfte durchaus in verschiedenen Fankreisen auf breites Interesse stoßen.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


